Maurice André 1933 - 2012

27. Februar 2012, 17:44
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Seinen klaren Ton wie seine Geläufigkeit setzte Maurice André vor allem im Barock-Bereich um

Bayonne - Das Talent war da, es gab im südfranzösischen Örtchen Ales auch Unterricht von Herrn Papa. Doch hätte es für Maurice André, über Jahrzehnte Inbegriff des Trompeten-Virtuosen auch ganz musikfrei kommen können. Wie sein Vater wurde André zunächst Bergarbeiter und wäre dies womöglich auch geblieben, so nicht ein Lehrer, ein Freund des Vaters, insistiert hätte, den Jungen nach Paris ans Konservatorium zu schicken.

Wobei: Auch hier war ein kleiner Umweg über eine Militärkapelle nötig; erst die Teilnahme an einer solchen ermöglichte eine kostenlose Ausbildung am Konservatorium. Schon damals war André jedenfalls ein Musiker ohne stilistische Berührungsängste. Er spielte für Film und Radio, war Orchestermusiker und war auch in Lokalen zu hören. 1963 allerdings gewann er einen Wettbewerb in München und nutzte den Sieg für den Ausbau einer Solistenkarriere.

Seinen klaren Ton wie seine Geläufigkeit setzte André vor allem im Barock-Bereich um, wobei auch Transkriptionen Trompeten-ferner Stücke dabei waren. Zudem schenkte André auch so mancher Chanson-Melodie seine " Stimme". André, der an die 300 Schallplatten aufnahm, hatte sich 2004 von den Konzertpodien zurückgezogen. In der Nacht auf Sonntag ist Maurice André nun 78-jährig im südwestfranzösischen Bayonne gestorben. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD/Printausgabe 28.2.2012)

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    Klare, hohe Töne: Trompeter Maurice André.

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