Deutsche Journalistinnen fordern 30 Prozent Frauen in Medien

27. Februar 2012, 13:14
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Frauennetzwerk Medien will Presseförderung an die Frauenquote knüpfen

Berlin - Rund 350 Journalistinnen haben eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent auf allen Hierarchiestufen in deutschen Medien gefordert. Nur zwei Prozent aller Chefredakteure der rund 360 Tages- und Wochenzeitungen in Deutschland seien Frauen, von den 13 Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks seien es lediglich drei, heißt es in einem offenen Brief an 250 Chefredakteure, Verleger und Intendanten. Der Brief, der unter pro-quote.de nachzulesen ist, wurde unter anderen von den TV-Moderatorinnen Anne Will, Sandra Maischberger und Frauke Ludowig sowie der aus Österreich stammenden RTL-Reporterin Antonia Rados unterzeichnet.

"Zeit, etwas zu ändern"

"Es ist Zeit, etwas zu ändern", heißt es in dem Brief. "Wir fordern, dass mindestens 30 Prozent der Führungspositionen im Laufe der nächsten fünf Jahre mit Frauen besetzt werden - und zwar auf allen Hierarchiestufen. Schaffen Sie das?"

Erste Reaktionen

In ersten Reaktionen auf der Webseite erklärten Chefredakteure, die geforderte Frauenquote längst zu erfüllen. Als großes Manko nannte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), dass es keine verlässlichen Zahlen über die Geschlechterverteilung im Journalismus gebe. Bekannt sei jedoch, dass mehr als 50 Prozent der Berufseinsteiger weiblich seien.

Der Brief beginnt mit einem Zitat von "Handelsblatt"-Chefredakteur Gabort Steingart, der eine Frauenquote in allen Führungspositionen seiner Redaktion angekündigt hatte. Das gebiete "nicht nur die Gerechtigkeit, sondern auch die ökonomische Vernunft". Auf der Webseite begründen Unterzeichnerinnen, warum sie den Aufruf unterschrieben haben. Auch Männer schlossen sich dem Aufruf an.

Und in  Österreich?

Karin Strobl vom Frauennetzwerk Medien in Österreich dazu: "Das Frauennetzwerk Medien setzt sich seit Jahren dafür ein, die Presseförderung an die Frauenquote in den oberen Etagen der Medienhäuser zu knüpfen." (APA/red)

  • Nur Männer in Führungspositionen ist für ARD-Moderatorin Anne Will ein "katastrophaler Missstand".
    foto: screenshot, pro-quote.de

    Nur Männer in Führungspositionen ist für ARD-Moderatorin Anne Will ein "katastrophaler Missstand".

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