Neue Tierseuche auf dem Vormarsch

27. Februar 2012, 13:48
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Tausende Jungtiere in Deutschland wurden bereits verkrüppelt oder tot geboren - Für den Menschen soll keine Gefahr bestehen

Es ist kein schöner Anblick: Das Schmallenberg-Virus sorgt bei Schafen, Ziegen und Rindern für Tot- und Fehlgeburten. Aktuell sind 737 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland befallen, informiert das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das die Zahlen laufend aktualisiert. Die Tiere kommen mit versteiften Gliedmaßen, fehlendem Kleinhirn oder einem grotesk verbogenen Hals zur Welt. 

Das Virus breitet sich rasant aus. Erstmals wurde es im November nachgewiesen. Am 27. Jänner waren bereits 106 deutsche Betriebe erfasst, in denen es aufgetreten war. Die stärkste Verbreitung wird derzeit im Bundesland Nordrhein-Westfalen registriert. Ob auch Wildtiere erkranken können, ist noch nicht geklärt.

Stechmücke vermutlich Überträger

Das Virus wird laut ersten Erkenntnissen von Stechmücken übertragen. Bei erwachsenen Tieren äußern sich die Symptome, wenn überhaupt, in einem milden Fieber, das ohne weitere gesundheitliche Auswirkungen abklingt. Das infizierte Muttertier überträgt die Krankheit jedoch auf die Föten. Zurzeit wird an einem Impfstoff für die Tiere gearbeitet. Auf den Menschen soll das Virus aber nicht übertragbar sein, erklärte das Institut für Tiergesundheit.

Auch andere Länder betroffen

Neben Deutschland haben bisher auch Belgien, die Niederlande und Großbritannien Infektionen gemeldet. Die deutsche Agrarministerin Ilse Aigner hat eine nationale Meldepflicht durchgesetzt und plädiert auch auf EU-Ebene dafür. Das Schmallenberg-Virus ist ein Orthobunyavirus und eng mit Viren der Simbu-Sero-Gruppe verwandt, die sonst nur in Australien, Asien und Afrika bekannt sind. (jus, derStandard.at, 27.2.2012)

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    Eine Tierseuche sorgt für Deformationen und Totgeburten unter Schafen: Dutzende tote Lämmer werden derzeit in Deutschland untersucht.

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