Carsharing-Standplätze in Wien bald auf öffentlichen Parkplätzen

27. Februar 2012, 14:39
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Den Betreibern werden markierte Standplätze angeboten - Vorerst keine Plätze für "Car2Go"

Wien - Carsharer werden in Wien sichtbarer - oder genaugenommen: deren Fahrzeuge. Künftig wird es Standplätze für geteilte Autos auch im öffentlichen Raum geben. Ein entsprechender Beschluss wird diese Woche im Verkehrsausschuss des Gemeinderates gefällt. Wobei die Stadt keine eigenen Autos betreiben wird. Vorgesehen ist vielmehr, dass Carsharing-Betreiber reservierte Parkplätze nutzen können.

Ein eigenes Carsharing-Logo wird darauf hinweisen, dass die Nutzung dieses Stellplatzes einem solchen Fahrzeug vorbehalten ist. Damit soll es laut Stadt den Betreibern ermöglicht werden, ein dichteres Netz an Standorten zu schaffen. Die ersten neuen Standplätze würden bei Genehmigung des Vertragsentwurfs noch im 1. Halbjahr 2012 entstehen, hieß es in einer Rathaus-Mitteilung.

Keine Plätze für "Car2Go"

Die reservierten Flächen werden dann den jeweiligen Carsharing-Fahrzeugen als Anmiet-Standorte dienen. Das bedeutet: Der Platz ist stets für ein bestimmtes Auto reserviert. Andere Pkws dürfen dort nicht abgestellt werden. Das System gibt es in Wien und Österreich bereits seit mehreren Jahren.

Der bis dato einzige Anbieter von klassischem Autoteilen, die "Denzel Mobility CarSharing GmbH", nutzt derzeit vor allem Parkhäuser oder andere private Flächen für seine Autos. Der Schritt in den öffentlichen Raum ist Teil der Carsharing-Initiative der rot-grünen Stadtregierung.

"Mutwillige Autofahrerschikane"

In einer Reaktion forderte der neue Wiener ÖVP-Landesparteiobmann Manfred Juraczka am Montag eine Einbindung der Bezirke. "Wir sagen Ja zu einem modernen Wiener Carsharing-Modell. Allerdings müssen die Bezirke ein klares Mitentscheidungsrecht haben, ob sie fix reservierte Car-Sharing-Plätze im öffentlichen Parkraum auf der Straße haben wollen", erklärte Juraczka in einer Aussendung.

Kritik an den Plänen der Stadtregierung kommt aus der FPÖ. Verkehrssprecher Toni Mahdalik bezeichnete das Vorgehen in einer Aussendung als "Parkplatzvernichtung". "Das Parken in Wien ab 1. März massiv zu verteuern und gleichzeitig das Stellplatzangebot weiter zu verknappen, ist eine mutwillige Autofahrerschikane und auch rechtlich äußerst zweifelhaft", kritisierte der freiheitliche Politiker. Die FPÖ werde diese krasse Bevorzugung der Carsharing-Anbieter gegenüber anderen Firmen "mit allen Mitteln" bekämpfen, drohte Mahdalik.

Für den jüngsten Wiener Anbieter, der Daimler-Tochter "Car2Go", sind die neuen Plätze nicht gedacht - aus dem einfachen Grund, weil das Unternehmen über keine fixen Standorte verfügt. Die Fahrzeuge dieses Betreibers können auf jedem "normalen" Parkplatz abgestellt werden. Die anfallenden Gebühren werden pauschal mit der Stadt abgerechnet. (APA/red)

  • Derzeit parken die Carsharing-Fahrzeuge in Wien vor allem noch in Parkhäusern.
    foto: derstandard.at/blei

    Derzeit parken die Carsharing-Fahrzeuge in Wien vor allem noch in Parkhäusern.

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