Asien-Geschäft beschert HSBC Milliardengewinn

27. Februar 2012, 10:25
4 Postings

London - Die in London ansässige Großbank HSBC hat dank ihres starken Standbeins in Fernost im abgelaufenen Jahr unter den westlichen Geldinstituten den größten Gewinn eingefahren. Das Vorsteuerergebnis stieg 2011 um 15 Prozent auf 21,9 Mrd. Dollar (16,3 Mrd. Euro), wie Europas größte Bank am Montag mitteilte. Pro Aktie ergab sich ein Gewinn von 92 Cent, was ein Anstieg um 26 Prozent bedeutet.

Analysten hatten im Durchschnitt einen Gewinn von 22,2 Mrd. Dollar erwartet. Kurz nach Bekanntgabe der Zahlen gab die HSBC-Aktie knapp zwei Prozent nach, erholte sich aber kurz darauf wieder und tendierte kaum verändert.

Im Investmentbereich ging der Gewinn wegen der Zurückhaltung von Anlegern im Zuge der Euro-Schuldenkrise um 24 Prozent auf 7 Mrd. Dollar zurück, wie HSBC weiter mitteilte. Rückläufige Einnahmen im Investmentbanking und eine höhere Vorsorge für faule Kredite in den USA hatten der Großbank bereits im dritten Quartal zu schaffen gemacht. Für 2012 blieb das HSBC-Management zurückhaltend und verwies auf wirtschaftliche sowie politische Risiken über das laufende Jahr hinaus.

Mehr Überschuss

Der Überschuss stieg um 27 Prozent auf 16,8 Mrd. US-Dollar. Zu verdanken hat die Bank diesen Zuwachs vor allem einem Bilanzierungseffekt durch die Neubewertung der eigenen Verbindlichkeiten. Dies allein brachte einen Buchgewinn von 3,9 Mrd. Dollar. Im operativen Geschäft konnte sich HSBC den Folgen der Schuldenkrise dagegen nicht entziehen. Der um Sondereffekte bereinigte Vorsteuergewinn ging um 1,2 Mrd. Dollar auf 17,2 Mrd. zurück.

Mit der Neubewertung der eigenen Schulden schönten auch viele US-Banken und die Schweizer Institute ihre Bilanz. Dabei machen sich die Institute ihre eigentlich schlechtere Lage zunutze. Sie mussten nämlich für aufgenommenes Geld im vergangenen Jahr höhere Risikoaufschläge bezahlen. Die schon länger bestehenden Kredite hätten sie theoretisch günstiger aus dem Markt zurückkaufen können. Sie sind für die Banken daher wertvoller geworden. Diesen Effekt schrieb sich auch HSBC gut. Die Deutsche Bank nutzt diesen Trick im Vergleich dazu nur sehr wenig.

HSBC befindet sich einem tiefgreifenden Umbau. Die Bank hatte im August mitgeteilt, weltweit 30.000 der rund 300.000 Arbeitsplätze streichen und so die Kosten um 3,5 Mrd. Dollar senken zu wollen. Zunächst kostet das Sparprogramm aber Geld - 1,1 Mrd. Dollar waren es 2011. Aus einigen Geschäften zieht sich das Institut ganz zurück. Damit bereitet es sich auf die strengeren Kapitalvorschriften für Banken vor. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.