Googles Prozess wegen "Missbrauchsausbeutung" vor EU-Kommission

27. Februar 2012, 10:35
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Deutschlands Verlage streben beim Urheberrecht eine Allianz mit Spanien an

Die deutschen Verlegerverbände haben sich dazu entschieden, ihre Beschwerde gegen Google beim Bundeskartellamt zurückzuziehen und stattdessen die Europäische Komission über die gesetzliche Zukunft entscheiden zu lassen.

Grund für diesen Umschwung ist laut dem Anwalt der Verlagsseite, Eckhard Bremer, eine Initiave der spanischen Verlage, die sich mit demselben Vorwurf an die EU-Kommission gewandt hatten. Inhaltlich dreht sich die Diskussion um die Verwendung von tagesaktuellen Textteilen auf den Webseiten des Suchmaschinenbetreibers. Google bietet sogenannte "Snippets" der Verlage im Nachrichtenüberblick kostenlos an und verdient mit daneben platzierten Werbeschaltungen. Die Verlage stellen das daraus resultiertende Abhängigkeitserhältnis rechtlich als "Missbrauchsausbeutung" an den Pranger und treten für "fair search" und "fair share" ein.

Der scheidende Intendant des ZDF, Markus Schächter, attestiert währenddessen in einem Interview mit Focus aus dem TV-Blickwinkel großen Internetplayern wie Google eigene Contentbestrebungen. „Wir wissen, dass sich Facebook in England für Sportrechte interessiert - und in der Vierten Liga anfängt", sagt Schächter und sieht die Internet-Giganten "bis heute nicht so richtig in der Lage, das Thema Content anzugreifen", weshalb sie seiner Beobachtung nach "im Moment mehr die Allianz als die Konfrontation" suchen. Ganz klar spricht sich Schächter gegen ein Diktat von oben aus, vielmehr müsse man "Vorstellungen einbringen". (red)

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