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Memphis - Wo, wenn nicht in Tennessee, sollte Jürgen Melzer die Endstation Sehnsucht erreichen? Ein Klassiker war es nicht, den er da am Sonntagabend in Memphis für sich entschied, aber immerhin ein mit 1,155 Millionen US-Dollar dotiertes ATP-500-Turnier. Es handelt sich um die dritthöchste Kategorie nach Grand-Slam- und Masters-Turnieren, Melzers vierter Titel nach Bukarest (2006) und zweimal Wien (2009, 2010) war also sein wertvollster. Das 7:5, 7:6 (4) über den Kanadier Milos Raonic brachte ihm 227.915 US-Dollar und 500 Punkte für die Weltrangliste. Die Dollar sind 207.214 Euro wert, die 500 Punkte hievten ihn vom 38. auf den 19. Platz der Weltrangliste.
Knapp vor Turnierbeginn hatte sich Melzer bei einem Fehltritt im Hotel eine Knochenabsplitterung in der großen Zehe zugezogen, acht Tage später stemmte er die Siegestrophäe. "Wenn mir vor dem Turnier jemand gesagt hätte, dass ich hier gewinne, dann hätte ich ihn für einen Deppen gehalten", sagte Melzer. "Klar hat es am Anfang wehgetan, aber man gewöhnt sich dann auch ein bisserl an den Schmerz."
Die ersten zwei Runden hatte Melzer mit jeweils 7:6 im dritten Satz " irgendwie überstanden". Dann schaltete er den topgesetzten John Isner (USA) sowie im Halbfinale den als Nummer drei gesetzten Tschechen Radek Stepanek aus. Der Sieg über Isner sei der Knackpunkt gewesen. "Eine meiner besten Partien. Das freut mich, dass ich auf dem Level wieder Leute schlage. Das ist das Schönste. Isner hat wirklich sehr, sehr gut serviert, ich habe super retourniert, und wenn der Ball im Spiel war, habe ich dominant gespielt. Das habe ich dann über das restliche Turnier eigentlich durchgezogen. Es war schön, wieder mit Selbstvertrauen zu spielen, in engen Situationen an die Linien zu gehen und zu diktieren, was passiert."
In seinem elften Finale präsentierte sich der Deutsch-Wagramer stark. Er blieb unbeeindruckt vom Service des 1,96-m-Manns Raonic, der heuer mit den Titeln in Chennai und zuletzt in San Jose schon für Furore gesorgt hatte. Melzer setzt seine US-Serie diese Woche in Delray Beach (Florida) fort, wo er ins Freie wechselt. Bei den Masters-1000-Turnieren in Indian Wells und Miami wird Österreichs Sportler des Jahres 2010 wieder gesetzt sein. "Schön" sei darüber hinaus, dass er eine Chance habe, bei den French Open gesetzt zu sein. "Ich freu mich", sagt Jürgen Melzer, "auf die nächsten Aufgaben." (DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 28. Februar 2012, fri, APA)
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das mit den ausgaben stimmt glaub ich nicht, denke die sind mit dem 1/3 abgegolten.
naja, ich nehm mal stark an, dass der melzi über 60tausender im jahr verdienen wird (nachdem er am sonntag 200tausdend verdeint hat) also zahlt er 50% von dem 1/3 das besteruer wird, das sind halt knapp 17%.
Aber bei einem bisherigen Karrierepreisgeld von ueber 5 Millionen Euro und einem geschaetzten Werbeeinkommen von weiteren ueber 50 Millionen Euro, wird er sich die hohe Steuer und Management und sein sicher vergleichsweise billiges Personal leisten koennen. Und sonst muss er halt auch nach Monaco ziehen (wie Leitgeb), dann spart er sich noch ein paar Steuerprozent.
Zweifelsohne hätte es Melzer noch leichter, wenn er weniger Doppel spielen würde.
Weil jedes Turnier Einzel und Doppel geht schon an die Substanz.
Insofern hat ihm in Memphis die Erstrundenniederlage im Doppel geholfen.
Aber diese Woche in Delray Beach wieder Einzel und Doppel, detto unmittelbar danach in Indian Wells und Miami.
positiv:
er hat mehr spiele auf den selben platzverhältnissen, mit den selben bällen, die er im einzel vorfindet. das ist zumindest in den ersten runden ein vorteil.
dazu kommt dass es ihm spass macht und er schärft damit service, return und volley
wie sehr die soziale komponente dazu kommt(gemeinsames spielen am selben ort, wo er alleine im single kämpft), kann ich nicht seriös beurteilen. kann mir aber bei jürgen gut vorstellen, dass ihm das hilft lockerer zu sein.
negativ:
die zeit könnte er auch anders nutzen
körperliche belastung, wobei die im doppel ganz anders gelagert ist, als im single
So banal es klingt, könnte das schon der springende Punkt sein. Jan Velthuis (sein Physio und Kondi-Trainer) hat mal auf die selbe Frage geantwortet, dass es Jürgen viel Spaß macht und so lange seine Einzel-Leistung nicht darunter leidet, ist das auch ok. Abgesehen davon bringe es ihm auch etwas für sein restliches Spiel...
Wie man misst, ob es sich auf seine Einzelleistung auswirkt, weiss ich nicht, aber ich glaube dass er und sein Team das richtig machen (für ihn muss es passen).
Ich glaube die Doppel-Belastung macht keiner, nur weil es die Top15 halt auch so machen. Im übrigen ist jeder 4. bis 5. der Top-Spieler regelmäßig im Doppel unterwegs - so wenig sind es garnicht. Ob ein Profi nur Einzel spielt ist eine individuelle Entscheidung. Nicht jedem macht Doppel so viel Spass. Melzer ist als einer der technisch kompletteren Spieler besser geeignet als viele andere. Im Umkehrschluss hat ihm das Doppel dabei geholfen seinen Return und seinen Volley zu verbessern. Viele werfen J.M. eine mentale Schwäche vor - wenn er "während" eines Einzelturniers gemeinsam mit einem Partner auf dem Platz steht, kann ihn das auch für seine Singles lockern.
Ich vermute, er spielt deshalb nach wie vor Doppel, weil er seine Einzelkarriere früher beenden wird als seine Doppelkarriere. Danach spielt er nur noch Doppel und eventuell Mixed mit seiner Freundin. Deshalb spielt er jetzt nach wie vor Doppel und teilweise Mixed, um hier weiter an der Weltspitze dranzubleiben, damit er sich später nach der Einzelkarriere dann im Doppel nicht so schwer tut. Außerdem machts ihm mitn Petzschner und der Benesova eben einfach Spaß.
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