Rettungssuche für Volksbanken: Zu spät zum Sterben

Kommentar26. Februar 2012, 18:30
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Wie auch immer das Gemurkse ausgeht: Die Bank wird gerettet, koste es, was es wolle

Das Schauspiel, das der Volksbankensektor und sein Spitzeninstitut ÖVAG unter Regie des Retters Staat aufführen, kann nur verwundern. Ewig hat es gedauert, bis die Volksbanken im versteinerten Sektor den Ernst der Lage erkannten. Ebenso lange dauert es nun, bis ein Modell zurechtgeschnitzt ist, das mit wirklich allen Befindlichkeiten wirklich aller Beteiligten zusammenpasst.

Die einen wollen nicht einzahlen, die anderen nicht haften. Die einen (Bundeskanzleramt) wollen keine Bad Bank, die anderen (Finanzministerium) keine Verstaatlichung.

Wie auch immer das Gemurkse ausgeht: Die Bank wird gerettet, koste es, was es wolle. Das war so bei der Hypo Alpe Adria (deren Sturz angeblich Kroatien ins Wanken gebracht hätte), das war so bei der Constantia Privatbank. Motto: Selbst die kleinste gefallene Bank ist eine Lehman-Pleite - mit entsprechend katastrophalen Folgen.

Dabei hätte sich der Steuerzahler die Bankenretterei ersparen können. Österreich ist seit Jahrzehnten "overbanked". Mit 800 Finanzinstituten und mehr als 4200 Filialen wird das Land in der EU nur von Zypern und Luxemburg getoppt. Ebenso lang wird über Strukturbereinigung und Sektorvereinigung bei Genossenschaften geredet - passiert ist genau nichts. Vor der Krise waren Druck und Vernunft zu klein. In der Krise wäre das Signal fatal gewesen.

Und jetzt? Da will der Staat sein Rettungsgeld retten - mit dem Geld des Steuerzahlers, versteht sich. (DER STANDARD, Printausgabe, 27.2.2012)

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