Rallye kommt auf den Prüfstand

26. Februar 2012, 15:49
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Dreijahrestender der EZB am Mittwoch mit Spannung erwartet

New York - Die Rallye an der Wall Street kommt in der neuen Woche auf dem Prüfstand. Nachdem der S&P-500 am Freitag den höchsten Schlussstand seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers erreicht hat, glauben einige Börsianer, dass der Markt reif für den Rückwärtsgang ist. "Wir haben einen Wendepunkt erreicht", sagte James Dailey vom Team Asset Strategy Fund. Doch ganz sicher ist sich der Experte auch nicht, wie es in der neuen Woche an den US-Börsen weitergeht. "Wahrscheinlich ist, dass wir einen Rückgang von fünf bis sieben Prozent erleben. Wenn wir uns allerdings über die Marke von 1.370 Zählern bewegen, könnte es auch weiter nach oben gehen."

Am Freitag war der S&P mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 1.365 Stellen aus dem Handel gegangen und damit auf dem höchsten Stand seit dem 6. Juni 2008, wenige Monate, ehe Lehman Brothers zusammenbrach. Auf Wochensicht verbuchten der S&P und der Dow-Jones-Index jeweils ein Plus von 0,3 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,4 Prozent zu und schloss auf dem höchsten Stand seit Mitte Dezember 2000.

Da in der neuen Woche kaum Unternehmensnachrichten anstehen, rücken die Konjunkturdaten in den Fokus. Vor allem der am Donnerstag anstehende ISM-Einkaufsmanagerindex wird mit Spannung erwartet. Aber auch von den Statistiken zu den Auftragseingängen für langlebige Güter und den Verbraucherausgaben erhoffen sich die Anleger neue Hinweise auf eine nachhaltige Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft. Am Mittwoch stellt der Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, den halbjährlichen Bericht zur Geldpolitik vor. Die große Frage ist, ob er Hinweise auf neue geldpolitische Stimuli gibt (QE3).

Ebenfalls für Bewegung am Markt dürfte die Ausgabe des Drei-Jahres-Tenders der Europäischen Zentralbank sorgen. Am Mittwoch können sich die Banken bei der EZB für drei Jahre zum historisch niedrigen Leitzins von derzeit einem Prozent mit Geld eindecken. "Das ist eine einmalige Chance und quasi geschenkt", sagte ein Händler.

Neben den Konjunkturdaten bleibt auch der Ölpreis im Visier. Der Preis für ein Barrel Öl der richtungweisenden Nordseesorte Brent war am Freitag auf den höchsten Stand seit April gestiegen. Bisher habe es einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung des S&P-Index und des Ölpreises gegeben, sagte Analyst Ben Schwartz von Lightspeed Financial. Wenn der Ölpreis weiterhin steige, werde dies das Verbrauchervertrauen schwächen und den Aktienmarkt unter Druck setzen. (APA/Reuters)

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