Medizin-Uni Wien führt praktisches Studienjahr im Spital ein

26. Februar 2012, 15:46
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Ab 2014/15 werden Medizinstudenten in Wien ihr letztes Studienjahr im Krankenhaus verbringen - Klinisches Praktisches Jahr gibt es bereits in Graz und Innsbruck

Wien - Die Medizinische Universität Wien organisiert ihr Humanmedizin-Studium neu. Das sechste und letzte Studienjahr wird ab dem Wintersemester 2014/15 zum sogenannten klinisch-praktischen Jahr (KPJ), beschloss der Senat der MUW in seiner Sitzung am Freitag. Die MedUni will damit die Praxisorientierung des Studiums erhöhen, derzeit besteht das letzte Studienjahr noch aus einem Mix aus Vorlesungen und Praktika. An den Medizin-Unis Graz und Innsbruck gibt es ein solches klinisch-praktisches Jahr schon jetzt.

Tätigkeit am Krankenbett

Im KPJ sollen die Studierenden laut MedUni die in fünf Studienjahren erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten vertiefen. Basis dafür ist ein von den österreichischen Medizin-Universitäten gemeinsam erstellter Katalog für ärztliche Fertigkeiten. "Im praktischen Jahr wird die fachliche Ausbildung um die praxisbezogene umfassende Tätigkeit am Krankenbett, die Teilnahme an klinischen Besprechungen und die längerfristige Einbindung und Erprobung im Team komplettiert", erklärte Vizerektorin Karin Gutiérrez-Lobos in einer Aussendung. Das KPJ könne in jedem Lehrkrankenhaus absolviert werden. Wie die Arbeitszeit aussehen wird, sei derzeit noch nicht klar, an den Details werden noch gearbeitet.

48 Wochen

Das KPJ wird insgesamt 48 Wochen umfassen und ist in drei Teile zu je 16 Wochen gegliedert, bei denen die Studierenden die Themenbereiche "Innere Medizin", "Chirurgische und perioperative Fächer" und "Wahlfächer" behandeln. Geplanter jährlicher Start soll in der ersten Augustwoche sein. Weitere Einstiegsdaten folgen alle acht Wochen. Auch bereits inskribierte Medizin-Studenten werden das KPJ machen müssen, sofern sie ab 2014/15 mit dem sechsten Studienjahr beginnen. Auch das Curriculum im vierten und fünften Studienjahr wird für das KPJ entsprechend adaptiert.

Unterstützung von ÖH

Die ÖH der Medizin-Uni Wien begrüßt in einer Aussendung die Einführung des KPJ. Michael Wagner, Vorsitzender der Studienvertretung für Humanmedizin, verweist aber auch darauf, dass ein praktisches Jahr im Umfang von 48 Wochen auch eine zeitintensivere Ausbildung als bisher bedeute. "Studierende, die sich ihr Studium selbst finanzieren oder bereits ein Kind haben, dürfen nicht auf der Strecke bleiben", warnt der Vorsitzende. (APA)

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