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Los Angeles/Paris - Unmittelbar vor der Oscar-Verleihung hat "The Artist" weitere wichtige Filmpreise abgeräumt und seine Favoritenstellung für die Trophäengala in Hollywood unterstrichen. Bei den Independent Spirit Awards holte der schwarz-weiße Stummfilm des Franzosen Michel Hazanavicius am Samstagnachmittag (Ortszeit) im kalifornischen Santa Monica vier Trophäen; in Paris bei den wichtigsten französischen Filmpreisen, den Césaren, waren es sogar sechs. Der Stummfilm ist für zehn Oscars nominiert.
Bei den Spirit Awards siegt "The Artist" als bester Film sowie in den Kategorien Regie und Kamera. Jean Dujardin wurde als bester männlicher Hauptdarsteller ausgezeichnet und setzte sich unter anderem gegen Ryan Gosling ("Drive") und Woody Harrelson ("Rampart") durch.
Williams beste Hauptdarstellerin
Oscar-Anwärterin Michelle Williams wurde für ihre Monroe-Verkörperung in "My Week with Marilyn" als beste weibliche Hauptdarstellerin geehrt. Der Preis für das beste Drehbuch ging für "The Descendants" an Alexander Payne, Nat Faxon und Jim Rash. Shailene Woodley, die in dem Familiendrama George Clooneys Tochter spielt, wurde zur besten weiblichen Nebendarstellerin gekürt. Christopher Plummer erhielt die Trophäe als bester männlicher Nebendarsteller für seine Rolle in "Beginners".
In der Sparte "Ausländischer Film" gewann der iranische Film "Nader und Simin - eine Trennung" von Asghar Farhadi. Die "Spirit Awards" sind Hollywoods Alternativauszeichnung für Filmproduktionen, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben.
Bester Film bei Césaren
Zuvor hatte "The Artist" seinen Triumphzug auch bei den französischen Filmpreisen, den Césaren, fortgesetzt. In Paris wurde die spritzige Hommage an das alte Hollywood am Freitagabend gleich mit sechs Trophäen ausgezeichnet, darunter die Césaren für den besten Film, die beste Regie und für Bérénice Bejo als beste Schauspielerin. Ihr Filmpartner Jean Dujardin ging hingegen leer aus und musste die Auszeichnung Omar Sy für "Ziemlich beste Freunde" überlassen. Omar Sy ist der erste Schwarze, der mit einem César ausgezeichnet wurde.
César-Favorit war mit 13 Nominierungen "Polisse" von Maïwenn Le Besco, musste sich aber mit dem Preis für den besten Schnitt begnügen. Die Trophäe für den besten ausländischen Film ging in Paris ebenfalls an "Nader und Simin - eine Trennung" aus dem Iran. Der 1976 gegründete französische Filmpreis gilt als Gegenstück zum amerikanischen Oscar. Die Ehrentrophäe ging an die britische Schauspielerin Kate Winslet. Sie nahm zudem in Vertretung des Filmemachers Roman Polanski den Preis für die beste Literaturverfilmung für "Der Gott des Gemetzels" entgegen.
Kinoflop von Adam Sandler
Nichts zu lachen hat dagegen Adam Sandler: Bei den Nominierungen zu den "Razzie"-Schmähpreisen für Kinoflops und besonders peinliche Leinwandauftritte kam der US-Komiker gleich elfmal zum Zug. Die Verleiher der "Goldenen Himbeeren" gaben am Samstag in Hollywood ihre Auswahl bekannt. Die "Gewinner" werden am 1. April verkündet.
Sandler stellte mit elf "Gewinnchancen" als Schauspieler, Produzent und Drehbuchautor einen Rekord für die meisten Nominierungen einer Person in einem Jahr auf. Die "Razzie"-Juroren zogen damit über seine Filme "Meine erfundene Frau", "Jack und Jill" und "Bucky Larson: Born to Be a Star" her.
Außerdem konkurrieren "Happy New Year", "Transformers 3" und "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht" um den Titel als schlechtester Film. Auch Nicolas Cage, Russell Brand, Taylor Lautner, Nicole Kidman, Katie Holmes und Kristen Stewart könnten eine "Himbeere" gewinnen. Die "Razzies" wurden 1980 von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Dem Verband gehören nach eigenen Angaben 650 Mitglieder aus den USA und 17 weiteren Ländern an, darunter Filmkritiker und Kinofans. (APA/dpa)
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