Anschlag und Racheakt: Fünf Tote

26. Februar 2012, 11:37
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Selbstmordanschlag auf Kirche in Jos - Zwei Muslime in Racheakt von Christen totgeprügelt - Verletzte bei weiterem Anschlag auf Kirche nahe Abuja

Abuja/Jos - Wieder ein blutiger Terroranschlag auf eine Kirche in Nigeria: In der zentralnigerianischen Stadt Jos sind am Sonntagmorgen bei einem Selbstmordattentat drei Menschen getötet und 38 weitere verletzt worden. Dies bestätigte der Sprecher des Bundesstaates Plateau, Pam Ayuba. Der Terrorist sei mit seinem Auto in das Kirchentor der "Church of Christ" gerast und habe dann die Bombe gezündet. Dabei seien zwei Kirchenbesucher gestorben. In einer Racheaktion prügelten christliche Jugendliche zwei Muslime tot. Bei einer weiteren Bombenexplosion bei einer Kirche in Suleja nahe der Hauptstadt Abuja gab es fünf Verletzte.

In der Nacht zum Freitag waren bei einem Angriff auf eine Polizeistation in der Stadt Gombe im Norden Nigerias 14 Menschen getötet und zahlreiche andere verletzt worden. Die jüngsten Anschläge werden der islamistischen Sekte Boko Haram zugeschrieben, die mit Terroranschlägen auf staatliche Institutionen, Kirchen und andere zivile Ziele Nigeria in den Ausnahmezustand bomben möchte. Die Boko Haram lehnt jede westliche Lebensform ab, will die Einführung der Scharia und die Abschaffung der Demokratie in dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas. Zudem will die Sekte die Christen aus dem überwiegend islamisch geprägten Norden Nigerias vertreiben.

Der Attentäter in Jos, der bei dem Anschlag ebenso wie ein Vater und dessen Kind getötet wurde, war Augenzeugen zufolge sehr jung. "Ich sah einen Burschen in einem Hemd und er sah aus wie ein Teenager oder ein junger Erwachsener", sagte Dachallom Dauda der Nachrichtenagentur dpa. Im Bundesstaat Plateau gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Zusammenstöße zwischen den verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen. Bereits in den Weihnachtsfeiertagen hatte es eine Serie von Anschlägen auf christliche Kirchen in der Stadt gegeben. Damals bekannte sich die radikal-islamische Sekte Boko Haram zu den Anschlägen. (APA)

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