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Berlin - Der Satiriker Ephraim Kishon soll seit seiner Flucht vor den Nationalsozialisten abends Schlaftabletten genommen haben. Das sagte seine Witwe Lisa Kishon-Witasek (55) der "Bild am Sonntag". Da ihn die Tabletten auch tagsüber müde gemacht hätten, habe er außerdem zu Aufputschmitteln gegriffen, "und das über Jahrzehnte", sagte die Witwe. "Er wusste, dass er die Dosis nicht erhöhen darf. Er hat immer eine Schere gehabt, mit der er die Tabletten klein geschnitten hat. Ihm schien, drei Brösel zu nehmen, ist weniger gefährlich als der Klumpen."
Der in Budapest geborene Kishon wurde 1944 aus Ungarn in ein Konzentrationslager nach Polen deportiert. Im letzten Kriegsjahr gelang ihm die Flucht auf dem Weg ins Vernichtungslager Sobibor. Der Schriftsteller und Satiriker starb 2005 im Alter von 80 Jahren in seiner Schweizer Wahlheimat. Seine dritte Frau Lisa hatte er 2003 geheiratet. (APA)
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- vom hündchen, das wohin will über die kindern, deren gebrüll in dezibel in relation zur haarfarbe gesetzt wurde bis zur anleitung, wie man terroristen terrorisiere...
wie gut er wirklich schrieb-ohne den wunderbaren FT als joker für die deutsche Ausgabe- kann ich nicht beurteilen.
seine meinung zu moderner kunst? Meinung soll frei sein, dachte ich immer?
von der schrecklichkeit seiner jugend -dass es SO schlimm war - wußte ich ehrlich gesagt nichts.
So gut hat er gschrieben, dass mir bei "Tragik der Jugend" nur die ewig zu heisse Tomatensuppe einfiele. So gut hat er gschrieben, so gut hat er verdrängt? Wie anders könnte man auch weiter-leben. ich wünsch ihm ewigen frieden. und ohne umrühren eßbare tomatensuppe.
bei Mordgeschehen, Katastrophen etc. sofortige psychologische Betreuung.
Bei dem, was Menschen durch die Nazis erleiden mussten, gab es keine Betreuung. Auch nachträglich nicht.
So wird Herr Kishon, wie so viele seiner jüdischen Mitmenschen, sich mit Schlaftabletten und Tranquilizern "geholfen" haben, was letztlich zu Abhängigkeit führen musste. Ohne dass die grausamen Ereignisse auch nur ansatzweise mit psychologischer Hilfe aufgearbeitet werden konnten. Das heißt, der Druck war immer da, und die Medikamente konnten ihn nicht lindern.
Mit dem unbewältigtem Schicksal leben müssen. Daran sind viele zerbrochen, vielleicht auch er.
Friede seiner Seele.
ich habe ihn einmal in einer Fernsehdiskussion zum Palästinenserproblem gehrört, da hat er mehr oder weniger für die Bombe als einziges Lösungsmittel plädiert. Insgesamt ein kalter Krieger, mit manchmal ganz nettem Witz (gelesen habe ich aber nur ganz wenig von ihm, so dass ich mir kein Urteil erlauben darf; dass er aber selbst immer meinte, dass er eigentlich den Nobelpreis bekommen müsste, halte ich schon für recht überzogen)
... danken, mit dem seine (damals noch von Friedrich Torberg übersetzten) Satiren meine Jugend geprägt haben.
Auch zu seinem Vermächtnis müssen wir dafür sorgen, daß die so kläg- wie lächerlichen Nachgeburten der braunen Barbarei selbst keine Nacht mehr ruhig schlafen werden, da sie vor den Waffen von Geist und Witz zittern...
Wieder einmal eine APA Meldung, deren Inhalt nicht relevantes Wissen beinhaltet, weil allein durch Mischkonsum lassen sich Kishons wiederholte, unglaubliche Entgleisungen in Richtung Gegenwartskunst kaum erklären.
je die muehe gemacht kishons jurgend zu ergruenden, die von vernichtungslagern gepraegt war? wahrscheinlich nicht, denn das hiesse sich mit der geschichte und der damaligen zeit auseinanderzusetzen. wenn sie sich jemals dazu aufraffen sollten sollten, halten sie immer praesent in ihrem denken, die komplizen, freiwillig und unfreiwillig, waren bis auf wenige ausnahmen unsere eltern und grosseltern.
daraus erwaechst und keine schuld, sondern die verantwortung: WEHRET DEN ANFAENGEN.
auch seine texte lesen, in denen er sich sehr selbstironisch zu seiner eigenen kritik an der vermarktung (!!!) zeitgenössischer kunst äußert.
achja, und apropos: elvis presley gilt nun auch nicht unbedingt als jener, der seine künstlerischen zeitgenossInnen lobte oder gar verehrte - stichwort: beatles. in diesem zusammenhang ist der vergleich mit dem king gar nicht so abwegig... ;-)
kishon ist nicht nur den nazis entkommen, sondern auch den kommunisten. da müssen sie es ihm schon nachsehen, wenn er die naive begeisterung der europäischen 'intellektuellen' für den kommunismus nicht teilte.
dass sie das als 'entgleisung' bezeichnen, beweist doch bloss, dass kishons kritik am sozialismus als starren dogmatismus mit hang zum gesellschaftlichen zwang mehr als berechtigt ist. immer noch.
kishon hat sich zeit seines lebens über die antibürgerlichen kräfte nicht nur in israel lustig gemacht. auf die ihm eigene sehr zielsichere art und weise. das zieht sich durch sein ganzes werk und es würde mich erstaunen, wenn das nicht auch bei dem von ihnen gemeinten so wÄre.
die ganze konzeptkunst IST links wie die nacht finster. ich weiss das, ich war selbst mal konzeptkünstler (theater) und ich kenne den betrieb ganz gut, denke ich.
hier eine sehr gute präsentation des (allem anschein nach hervorragenden) buchs:
http://www.ephraimkishon.de/Picassoki... chnitt.htm
Ein wunderbares Buch, vergleichbar mit der Geschichte von "des Kaisers neue Kleider"
Ein wenig vermisse ich die sprachliche Schärfe seiner frühen Werke, aber inhaltlich voll im Schwarzen.
Schade dass es nichts Vergleichbares zum zeitgenössischen Regietheater gibt.
Einen Klee mit all seinem wunderbaren Werk, welches mich schon als Kind berührt hat, mit einem Bild von zwei Punkten zu zitieren um ihn damit abzukanzeln ist lächerlich. Abgesehen davon, dass auch diese zwei Punkte ihre Berechtigung haben und eine Notwendigkeit der Zeit waren. Kunst muss frei sein. in der Kunst muss auch Unsinn möglich sein. Kunst berührt, Kunst provoziert. Und selbst wenn mich der Künstler verschaukeln will, kann mich sein Werk ansprechen.
Großen Respekt vor Kishons Geschichte, aber seine Kritik der Gegenwartskunst ist schauderhaft. Er hat sie nicht im Ansatz verstanden.
Es entspricht seiner Meinung (und nicht nur seiner) und die äußert er. Wenn Provokation zum Selbstzweck einer Kunst wird, dann muß sie es sich gefallen lassen hinterfragt zu werden.
Man muß kein Banause sein, nicht einmal ein Konservativer um das abzulehnen. Mir reicht es , dass ich beim Anblick eines solchen Gemäldes überhaupt nichts empfinde , nicht einmal ärger, und ich habe nicht die mindeste Scham mich als "Trottel" zu outen, wenn ich diese Meinung öffentlich vertrete.
Nein, das ist mehr als eine Meinungsäußerung. Wortwortlich plädiert er dafür, Kunst in Schmier- und Schrottproduktion umzubenennen. Weiters vergleicht er Sol Lewitt mit Michelangelo, Dali mit Klee - quasi Äpfel mit Nüssen, deren Schale er nicht geknackt hat. So wie er Kunstwerke vorführt, etwa Franz Kleines aus wenigen Strichen bestehendes Bild, kann ich nicht umhin, mich an die Vorführung von "entarteter" Kunst durch die Nazis erinnert zu fühlen.
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