Taliban bekannten sich zu Tötung von US-Beratern

25. Februar 2012, 22:09
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Gewaltsame Proteste in Afghanistan halten an - NATO zieht Mitarbeiter aus Ministerien ab

Kabul - Die radikalislamischen Taliban haben sich zur Tötung mehrerer US-Berater in Kabul bekannt. Der "Held" Abdul Rahman habe am Samstag vier US-Berater im afghanischen Innenministerium getötet, erklärten die Taliban im Internet. Es handle sich um eine Reaktion auf die Verbrennung von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten im Afghanistan. Nach NATO-Angaben hatte ein Angreifer in dem Kabuler Ministerium zwei Angehörige der Afghanistan-Truppe ISAF getötet.

Als erste Konsequenz zieht die westliche Militärallianz sämtliche Mitarbeiter aus afghanischen Ministerien ab. Zu ihrem Schutz habe er sämtliches Personal der Afghanistan-Truppe ISAF aus den Ministerien des Landes zurückgerufen, erklärte ISAF-Kommandant John Allen am Samstag. Die US-Regierung hat die tödlichen Schüsse auf zwei US-Militärberater in Afghanistan scharf verurteilt. Der Vorfall sei "inakzeptabel", erklärte ein Sprecher des Pentagon, George Little, am Samstag in Washington. Mindestens zwei zur Afghanistan-Truppe ISAF gehörende US-Berater waren im Kabuler Innenministerium erschossen worden; zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta stütze die Entscheidung von ISAF-Kommandeur John Allen, sämtliche NATO-Mitarbeiter aus afghanischen Ministerin abzuziehen, erklärte der Pentagonsprecher weiter. Der afghanische Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak habe in einem Telefonat mit Panetta sein Bedauern über den Vorfall geäußert. Panetta habe die Regierung in Kabul aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die Koalitionstruppen zu schützen und die Gewalt in Afghanistan zu beenden.

In Afghanistan gibt es seit Dienstag gewaltsame Protestdemonstrationen, nachdem bekanntgeworden war, dass US-Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram Koran-Exemplare verbrannt hatten. Eine Entschuldigung von US-Präsident Barack Obama konnte die Gewalt nicht eindämmen. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden bislang mindestens 28 Menschen getötet. Am Donnerstag hatte die Bundeswehr ihren Stützpunkt in der Stadt Talokan wegen der Proteste vorzeitig geräumt. (APA)

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