Wie Antikörper funktionieren

26. Februar 2012, 22:04
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Ohne Monozyten im Tiermodell keine Wirkung

Erlangen - Der menschliche Körper produziert Antikörper, die fast jede beliebige Zellform zerstören können. Sie vernichten zum Beispiel Krankheitserreger und können deswegen in der Medizin zum Beispiel bei Therapien gegen Krebs eingesetzt werden. Manchmal jedoch richten sich diese Zerstörungsmechanismen gegen den eigenen Körper; Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder Rheumatoide Arthritis sind die Folge. Ein Forschungsteam vom Lehrstuhl für Genetik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat die Funktionsweise von Antikörpern nun genauer analysiert und die Erkenntnisse im Fachjournal "Immunity" veröffentlicht.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Jahre war, dass beide Formen von Antikörpern von denselben molekularen und zellulären Mechanismen gesteuert werden. Wie es den Antikörpern aber gelingt, fast alle Zellformen zu vernichten, war bislang unklar. In der Forschung galt die These, dass sie mit sogenannten Fresszellen oder "natürlichen Killerzellen" interagieren.

Wie Markus Biburger und Susanne Aschermann nun zeigen konnten, ist für die Funktion der Antikörper aber eine ganz andere Zellpopulation verantwortlich: die sogenannten Monozyten. Wenn die ForscherInnen im Tiermodell die Monozyten entfernt hatten, konnten Antikörper weder eine therapeutische Wirkung gegen Krebs entfalten, noch konnten Auto-Antikörper die eigenen Zellen angreifen. "Unsere Erkenntnisse liefern zahlreiche Ansätze, um Tumortherapien zu optimieren und Autoimmunerkrankungen besser bekämpfen zu können", so Forschungsleiter Falk Nimmerjahn. (red)

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