Heiraten, wen man will

24. Februar 2012, 20:44
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Der HMBC, genauer: Holstuonarmusigbigbandclub, hat einen Calypso-Klassiker in Mundart verwandelt: "Shame im Wauld" - Single-Präsentation

Egg/Bregenz - Ein erwachsener Sohn will seine Liebste heiraten und fragt den Vater um Rat. Der ist mit seiner Schwiegertochter nicht einverstanden, weil sie seine geheime Tochter ist, was er dem Sohn mitteilt. Dieser ist geschockt und vertraut sich seiner Mutter an. Sie lacht und sagt ihm, er solle das Mädchen ruhig heiraten. Er sei nämlich auch nicht der Sohn seines Vaters.

Diese Geschichte spielt in Trinidad und entstammt dem Song Shame and Scandal und wurde 1943 vom Calypso-Sänger Lord Melody erstmals aufgeführt. Ulrich Gabriel gibt mit seiner Unartproduktion nun eine Vorarlberger Mundart-Coverversion des frühen Calypso-Klassikers heraus. " Jessas na, wia's im Leaba ou grad zua go ka" lautet die Übersetzung des englischen Refrains "Oh, misery, shame and scandal in the family". Dafür hat man einige Vorarlberger Aushängeschilder der Musik und Kulturszene zusammengebracht: als Musiker fungiert die mittlerweile weithin bekannte Band "Holstuonarmusigbigbandclub" gemeinsam mit dem Drummer Dietmar Konzett, arrangiert wurde der neue Song von Rolf Aberer, dem Leiter des Jazzseminars Dornbirn, als Producer tritt Filmemacher Robert Polak auf. Wo Filmemacher Polak in Erscheinung tritt, ist der Vorarlberger Künstler Tone Fink nicht weit. Das CD-Cover und sechs wunderbar witzige Zeichnungen des Booklets wurden von dem bildnerischen Querdenker aus Schwarzenberg gestaltet. Finks Kunst hat wiederum Robert Polak zu einem Videoclip inspiriert.Der Mundart-Texter des Songs verbirgt sich hinter dem Pseudonym "Jodok F." - wohl eine Anspielung auf den Bregenzerwälder Bauernsohn und ehemaligen österreichischen Vizekanzler Jodok Fink. Die Single Shame im Wauld wird samt dem Video am Sonntag präsentiert. (Raffaela Rudigier, DER STANDARD - Printausgabe, 25./26. Februar 2012)

26. 2. , Gasthof Löwen, 6863 Egg, 10.30

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