Rätsel um geteiltes Motorboot von Meischberger und Plech

24. Februar 2012, 18:37
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Wien - Ein im Jänner 2006 von Walter Meischberger und Ernst Plech gemeinsam erworbenes Boot nährt bei den Ermittlern im Verfahren rund um die Wohnbaugenossenschaft Buwog den Verdacht, dass Plech von der Buwog-Provision (9,61 Mio. Euro) profitiert haben könnte, schreibt der "Kurier" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf den Beschluss des Straflandesgerichts vom Dienstag, die Ermittlungen gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser fortzuführen.

Das Boot, eine Pershing 37, sei zu exakt gleichen Teilen von zwei Konten in Liechtenstein mit den Bezeichnungen "Natalie" und "Karin" bezahlt worden. "Natalie" werde Meischberger zugeordnet, bei "Karin" vermuten die Ermittler, dass hierhin der Provisionsanteil Plechs geflossen sei. Plech und Meischberger bestreiten das.

Allerdings gebe es noch zwei Indizien, die das Konto in Plechs Nähe rücken, so der "Kurier": Am 2. Februar 2010 sei laut Gerichtsbeschluss ein Telefonat zwischen Plech und Meischberger abgehört worden, wonach "Plech gegenüber Meischberger gesagt habe, dass eine Argumentation hinsichtlich des Bootes überlegt werden müsse..." zitiert die Zeitung. Außerdem sei die Ersteinzahlung über 206,01 Euro für die Eröffnung des Kontos "Karin" von einem Plech-Konto erfolgt.

Meischberger hat laut früheren Medienberichten vor dem Staatsanwalt ausgesagt, er habe "ein Boot um ca. 300.000 Euro gekauft, welches zur Hälfte Ernst Plech gehört, dem ich die Hälfte gleich nach dem Erwerb abgetreten habe. (...)". Er sei Plech gegenüber so großzügig gewesen, weil er "eine moralische Verpflichtung ihm gegenüber" gefühlt habe. (APA)

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