Glück oder Talent

Glosse |

Kunst ist nicht gerecht

Schon länger nicht mehr Elke Krystufek zitiert: "Das Leben ist voller Ungerechtigkeiten. Und auch die Kunst ist nicht fair". Bestenfalls könnte man ergänzend hinzufügen: "Und erst recht nicht der Markt."

Weil der Mensch mitunter zu intellektuellen Abkürzungen neigt, setzt er Erfolg gern mit Qualität gleich. Wer nicht Mörderkohle mit der Kunst verdient, von Biennalen an Museen und wieder zurückgereicht wird, die Bestsellerlisten anführt, in Schlössern und TV-Talkshows zu Hause ist sowie in Fabrikshallen heiß gehandelte Kunstware herstellt (oder herstellen lässt), ist vielleicht ein netter Mensch. Aber, leider leider, wohl kein guter Künstler. Und vor allem kein Liebling der guten Gesellschaft.

Kunst ist Kommunikation, ja eh. Neuerdings muss sie allerdings vor allem unterhalten und witzig sein, um sie an den Sammler zu bringen. Viele leisten sich lieber klingende Namen als Kunst.

Natürlich gibt's Kenner, die beim Sammeln aufs Werk und nicht auf den Kunst-Kompass schauen. Es gibt ja auch Kunst, die nicht laut von den Wänden brüllt und dennoch was zu bedeuten hat.

Ein sehr erfolgreicher (und liebenswerter) österreichischer Schriftsteller hat gesagt, einen Bestseller zu landen, sei wie Lotterie spielen. Zig Kollegen würden ebenso gut schreiben. Manchmal hat man eben Glück. Manchmal nur Talent. (DER STANDARD - Printausgabe, 25./26. Februar 2012)

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5 Postings

und am öftesten keins von beiden.

ist schon gut.

Das ist doch einmal ein schöner Artikel!

lastesel...

künstler , egal in welcher branche, sind nicht nur dem druck des eigenen schaffens ausgesetzt, hinter ihnen schart sich ein heer von beschäftigten der kulturindustrie, die wiederum ihre eigenen ziele und strategien verfolgen,..in die öffentlichkeit schafft es eine werk nur mehr, wenn viele komponenten und interessen kooperieren,..
zudem haben sich die arbeitsbedingungen grundlegend verändert,..um die quote zu erbringen, und damit das geschäft am laufen zu halten , sind auch hohe finanzielle investitionen nötig,..
und heute kauft man kein werk ,man investiert in die person und die langfristigen erfolgsaussichten eines künstlers,..wer das nicht "bringt", ist nicht mehr
verwertbar,.. qualität in der kunst ist kein garant für erfolg .

Wenns nur am Glück liegen würde!!! Leider ist es eine Mischung aus Parteibuch, Freunderlwirtschaft und Geldbeutel!

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