Iran macht Fortschritte bei Urananreicherung

24. Februar 2012, 22:55
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"Weiterhin ernsthafte Besorgnis wegen möglicher militärischer Dimension des Atomprogramms" - US-Geheimdienste: Iran will derzeit nicht die Atombombe bauen

Inmitten der verschärften Spannungen mit dem Westen forciert der Iran UN-Angaben zufolge sein umstrittenes Atomprogramm. Die Uran-Anreicherung sei deutlich ausgebaut worden, hieß es in einem vertraulichen Bericht der UN-Atomenergiebehörde IAEA, der am Freitag den Nachrichtenagenturen Reuters und dpa vorlag. "Die Behörde hat weiter ernsthafte Sorgen wegen der möglichen militärischen Dimensionen des iranischen Atomprogramms."

Nach dem IAEA-Bericht hat das Land die Zahl der leistungsfähigen Zentrifungen in der unterirdischen Anlage Fordo verdoppelt und mehr als 100 Kilogramm höher angereichertes Uran hergestellt. Das sei weniger als die Hälfte der Menge, die für einen atomaren Sprengkopf nötig sei. Die Fähigkeit des Iran, Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern, hat in der westlichen Welt Besorgnis ausgelöst, weil es die Möglichkeit zur Herstellung waffenfähigen Urans erhöht.

Angereichertes Uran kann zivilen Zwecken dienen, ist aber auch für den Bau einer Atombombe notwendig. Der Iran will das Material nach eigenen Angaben für die Forschung verwenden - was ihm viele Länder nicht abnehmen.

US-Geheimdienste: Atombombe wird nicht gebaut

 Die US-Geheimdienste glauben nicht, dass der Iran derzeit versucht, eine Atombombe zu bauen. Das geht aus einem vertraulichen Bericht hervor, wie die "Los Angeles Times" am Freitag berichtete. Demnach betreibe der Iran aber intensive Forschungen, die die Grundlage für die Fähigkeit zum Bau einer Nuklearwaffe schaffen könnten.

Der Streit über das Atomprogramm hatte sich jüngst verschärft. Die Europäischen Union hat ein Öl-Embargo verhängt und will die Islamische Republik mit dem Ausfall der lukrativen Einnahmen zum Einlenken zwingen. Der Iran hat seinerseits damit gedroht, die Straße von Hormuz zu blockieren, eine der weltweit wichtigsten Handelswege. Die US-Marine ist mit einem Verband in der Region und hat ankündigt, die Wasserstraße offen zu halten. Israel, dem der Iran regelmäßig mit Vernichtung droht, spekulierte zuletzt offen über einen präventiven Militärschlag gegen verdächtige Nuklearanlagen in dem Land. 

Iran: Bericht beweist friedliche Natur des Nuklearprogrammes

Der  Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA beweist nach iranischer Einschätzung die "friedliche Natur" des Nuklearprogramms des Landes. Zudem reflektiere der am Freitag in Wien veröffentlichte Report die Fortschritte, die der Iran in der Nukleartechnologie gemacht habe, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Fars den IAEA-Botschafter des Landes, Ali-Asgar Soltanieh, am Abend.

Soltanieh sagte, was im IAEA-Bericht stehe, sei bereits früher von iranischer Seite bekanntgegeben worden. Dass den IAEA-Inspekteuren der Zugang zur Militärzone Parchin verweigert worden sei, habe technische Gründe gehabt. Darüber könne aber verhandelt werden.

Der Iran wolle sowohl internationale Vorschriften einhalten als auch die Zusammenarbeit mit der IAEA fortsetzen, sagte Soltanieh. Teheran werde aber keine Zugeständnisse machen, wenn es um sein Recht gehe, Nuklearprogramme für zivile Zwecke voranzutreiben. (APA)

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