Oracle lässt SAP bei neuem Gerichtsprozess in USA zappeln

24. Februar 2012, 16:45
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US-Softwarekonzern will sich nicht auf einen Prozess-Termin festlegen

Der US-Softwarekonzern Oracle macht seinem deutschen Konkurrenten SAP weiter das Leben schwer. Bei dem anstehenden neuen Prozess um Datendiebstahl will sich Oracle noch nicht auf einen Termin festlegen und lässt die auf eine schnelle Neuverhandlung dringenden Walldorfer zappeln. "Kein Kommentar", sagte eine Oracle-Sprecherin am Freitag, nachdem sich SAP für eine Eröffnung der Gerichtsverhandlung im Juni dieses Jahres ausgesprochen hatte.

Frühestens August

Sollte Oracle diesem Termin nicht zustimmen, kann der Diebstahl von Oracle-Softwaredaten durch SAP vor dem zuständigen US-Gericht in Kalifornien frühestens im August kommenden Jahres wieder zum Aufruf kommen. Für SAP als Weltmarktführer bei Unternehmenssoftware würde das eine lange Zeit der Ungewissheit bedeuten, da Oracle für die Verletzung von Urheberrechten gut vier Mrd. Dollar Schadenersatz für angemessen hält und darauf weiter pochen wird.

Sieben Jahre Rechtsstreit

In dem schon seit sieben Jahren gärenden Rechtsstreit hatte Oracle von einem Geschworenengericht Ende 2010 den Rekordschadenersatz von 1,3 Mrd. Dollar zugesprochen bekommen. Ein Berufsgericht kassierte jedoch den Juryspruch im vergangenen Jahr als "völlig überzogen" und kürzte zur Freude von SAP den an Oracle zu zahlenden Schadenersatz auf 272 Mio. Dollar drastisch. Damit konnten die Walldorfer Rückstellungen von gut 800 Mio. Euro auflösen, ein Rekordergebnis für 2011 ausweisen und den Aktionären mit 1,10 (Vorjahr: 0,60) Euro je Aktie den bisher höchsten Dividendenvorschlag in der 40-jährigen Unternehmensgeschichte unterbreiten. (APA/Reuters)

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