Presserat: Weniger streng bei Politikern, aber keine Menschenhatz

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Geschäftsführer Alexander Warzilek über den Neustart, "Aufdeckerjournalisten" und fehlende Medienhäuser

"Bei Politikern gelten grundsätzlich weniger strenge Maßstäbe als bei Privatpersonen", sagt Presserat-Geschäftsführer Alexander Warzilek im derStandard.at-Chat. Der "Krone"-Titel "Die Jagd auf Strasser kann losgehen!" würde jedoch die Menschenwürde von Ernst Strasser missachten, meint der Presserat. Denn "eine derartige Formulierung sei geeignet bei Lesern Assoziationen mit einer Menschenhatz hervorzurufen".

Grundsätzlich habe sich "die Lage nicht verschlechtert, sondern verbessert", sagt Warzilek. "Der Presserat ist bekannter geworden und deshalb melden sich auch mehr engagierte Leser bei ihm." "Die Mitgliedschaft sei eine Art von Qualitätsmerkmal. Warzilek: "Die Leser schätzen es, wenn man die Grundsätze der Medienethik akzeptiert und sich von einem unabhängigen Gremium überprüfen lässt."

Zu aktuellen Themen wie Buwog oder Telekom seien noch keine Beschwerden eingelangt, "wir würden wie in jedem anderen Fall auch, unsere Verfahrensordnung standardgemäß anwenden". Wer kann man beim Presserat eine Beschwerde einlegen? Warzilek: "An den Presserat können sich jede Leserin und jeder Leser wenden. Man kann uns eine Mitteilung machen und damit ein Verfahren anregen. Der zuständige Senat entscheidet dann, ob er aufgrund der Mitteilung das Verfahren startet." Mehr zum Tätigkeitsbericht 2011: Österreichischer Presserat handelte bisher 125 Fälle ab (red)
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