Mit Frauen-Vernetzung zum Erfolg

27. Februar 2012, 09:48
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Grenzüberschreitendes EU-Projekt soll Frauen für Entscheidungspositionen stärken - Salzburg bietet kostenlose Social-Media-Trainings für weibliche Führungskräfte an

Salzburg/Klagenfurt/Innsbruck - Frauen zu motivieren, in Führungspositionen oder in die Politik zu gehen: Diesem Ziel hat sich das grenzüberschreitende EU-Projekt "Frauen entscheiden - donne che decidono", kurz "Donne" genannt, verschrieben. Zwischen Italien und Österreich soll ein Netzwerk für Frauen in Entscheidungspositionen entstehen, die sich über eine E-Plattform austauschen können und sich so gegenseitig stärken sollen.

"Das Geheimnis hinter dem beruflichen Erfolg ist die Vernetzung, was alle Männer wissen und die Frauen erst noch lernen müssen", sagt die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Frauen, die in allen Regionen dieselben Probleme haben, würden über das Netzwerk viel voneinander lernen und persönliche Erfahrungen austauschen können. An dem Projekt beteiligt sind die Gleichstellungsreferate von Kärnten, Salzburg, Tirol, Südtirol, Udine und Frial-Julisch Venetien, die im Rahmen des Interreg-Italien-Österreich-Programms seit September 2011 zusammenarbeiten. 

Grenzüberschreitende Frauensolidarität

"Durch den Aufbau dieser Datenbank und die bessere Vernetzung von Führungskräften hoffen wir, dass die Solidarität der Frauen untereinander gestärkt wird und zum Beispiel in Zukunft die Unternehmerin aus Kärnten auf den Tipp der Kollegin in Udine zurückgreifen wird", sagt Kärntens Frauenreferentin Beate Prettner. In Salzburg habe man bereits gute Erfahrung mit der Vernetzungsarbeit, so Burgstaller bei einem Informationsgespräch, das per Videokonferenz in jede einzelne Region übertragen wurde. Von diesen Erfahrungen könnten auch Frauen in anderen Regionen profitieren. In Salzburg wiederum könne man viel aus den Erfahrungen aus Udine, Friaul oder einer anderen Projektpartnerregion lernen.

40 Prozent der Neo-Unternehmen in Frauenhand 

Die Tiroler Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf weist auf Studien hin, wonach es Unternehmen, die von Frauen geführt werden, statistisch besser gehe. In Österreich seien sogar 40 Prozent aller neu gegründeten Unternehmen in Frauenhand. Damit liege Österreich europaweit an der Spitze, die auch in Zukunft noch ausgebaut werden müsse. Die E-Plattform könne vielen Frauen eine "Steigleiter bieten", um sich in der Politik und auch in Wirtschaftsunternehmen stärker zu positionieren. 

Für die Entsendung von Frauen in Aufsichtsräte von Unternehmen mit Landesbeteiligung gebe es schon klare Vorgaben: Bis Ende 2014 soll in Salzburg eine Frauenquote von 25 Prozent erreicht werden; bis Ende 2018 sogar 35 Prozent. "Solange nicht selbstverständlich ist, dass es egal ist, welches Geschlecht in einer Führungsposition sitzt, braucht es Quotenregelungen und gezielte Fördermaßnahmen", betont Burgstaller. 

In Udine gibt es sogar in der Politik die Frauenquote: Drei der zehn Mitglieder der Landesregierung müssen Frauen sein, erläutert die Frauenbeauftragte aus Udine, Elena Lizzi. Eine Quote, die sich auch ihre Kärntner Kollegin Beate Prettner wünschen würde. Sie sitzt als einzige Frau neben sechs männlichen Regierungsmitgliedern. 

Kostenlose Social-Media-Kurse

Das gemeinsame Netzwerk wird im September unter der Adresse www.donne-eu.net freigeschaltet und soll Frauen einen Austausch im geschützten Raum ermöglichen. Der Zugang zu dem Netzwerk erfolgt über eine gesonderte Anmeldung, die nur Frauen einen Beitritt ermöglicht.

Doch mit dem Aufbau der Vernetzungs-Datenbank ist das Projekt noch nicht am Ende: Jede Region wird in den kommenden zwei Jahren einen Schwerpunkt übernehmen. Salzburg etwa beginnt mit Social-Media-Ausbildungen für Frauen in Entscheidungspositionen, die sich auf Gemeinde- oder Landesebene engagieren oder eine verantwortungsvolle Position in Unternehmen oder Organisationen einnehmen. Bei den Social-Media-Schulungen sollen digitale Vernetzungsmöglichkeiten in Form von Twitter, Facebook und Blogs aufgezeigt werden und Modelle, und wie diese zur Karriereentwicklung beitragen können. Die Kosten der Fortbildungskurse werden vom Projekt getragen, für die Teilnehmerinnen entstehen deshalb keine Kosten. Ab Herbst können in Salzburg insgesamt 40 interessierte Frauen an den zweitägigen Schulungen teilnehmen. (Stefanie Ruep, derStandard.at, 27.2.2012)

Links

Laufende Informationen zum Projekt unter www.salzburg.gv.at/frauen_entscheiden

Einschreibung zur Datenbank ab September unter www.donne-eu.net möglich

Kontaktadresse Salzburg: donne@salzburg.gv.at

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    Bis Ende 2014 soll in Salzburg eine Frauenquote von 25 Prozent erreicht werden.

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