Die Rettungsgasse hat ein gutes Image, funktioniert aber nicht immer

  • An der Rettungsgassenpraxis gibt es noch Optimierungsbedarf.
    foto: apa/aktivnews

    An der Rettungsgassenpraxis gibt es noch Optimierungsbedarf.

Einsatzorganisationen räumen Verbesserungspotenzial ein

Wien - "Natürlich gibt es noch da und dort Probleme, aber die Österreicherinnen und Österreicher wissen, wie's geht", sagte Asfinag-Vorstand Alois Schedl über die Rettungsgasse bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien. Laut einer vom Autobahnbetreiber in Auftrag gegebenen Umfrage unter 500 österreichischen Autofahren genießt die vor zwei Monaten eingeführte Rettungsgasse mit 96 Prozent eine breite Zustimmung. 97 Prozent der Befragten war die Rettungsgasse ein Begriff und 91 Prozent waren der Meinung, dass sie beibehalten werden sollte.

16 Prozent der Umfrageteilnehmer, die schon selbst bei der Bildung einer Rettungsgasse dabei waren, erklärten, dass es ihrer Erfahrung nach dezidiert nicht funktioniert hat. Unsicherheiten treten demnach vor allem bei drei- und mehrspurigen Autobahnen und bei Stadtautobahnen auf. "Da gibt es nach wie vor Verbesserungspotenzial", bekannte Oliver Schmerold, Generalsekretär des ÖAMTC. Für Ärger sorgen jene Autofahrer, die die Rettungsgasse für das eigene schnellere Vorankommen nutzen und einfach durchfahren. Dabei handle es sich aber um einige wenige Ausreißer, wie Wolfgang Krenn vom Samariterbund Österreich betonte.

Theoretisches Wissen vorhanden

Dabei wissen die österreichischen Autofahrer laut der Umfrage eigentlich, wie es geht. 75 Prozent der Befragten war bekannt, dass die Gasse schon bei beginnendem Stau gebildet werden muss. Bei zweispurigen Straßen konnten 89 Prozent genau angeben, wie die Rettungsgasse gebildet wird. Bei Autobahnen mit drei Spuren wussten das 73 Prozent der Probanden. "Es wird noch dauern, bis die neue Regelung in Fleisch und Blut der Autofahrer übergegangen ist", ergänzte Lydia Ninz, Generalsekretärin des ARBÖ.

Für Missverständnisse sorgt die Rettungsgasse nach wie vor bei ausländischen Autofahrern, die von der Gassenpflicht in Österreich bisher nichts wussten. Hier setzt die Asfinag auf Aufklärung: Sowohl Medien als auch Autofahrerclubs in den Nachbarländern wurden darüber informiert, bei grenznahen Vignettenverkäufern wurden Info-Folder verteilt. Auch in Österreich wird die Informationskampagne auf jeden Fall bis Ende des Jahres weitergeführt, um möglichst viele Autofahrer zu erreichen. Seit Jänner besteht in Österreich die Pflicht, bei beginnendem Stau eine Rettungsgasse zu bilden, um den Rettungskräften ein schnelles Erreichen der Unfallstelle zu ermöglichen. (APA/red)

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