Die Rettungsgasse hat ein gutes Image, funktioniert aber nicht immer

24. Februar 2012, 13:39
  • An der Rettungsgassenpraxis gibt es noch Optimierungsbedarf.
    foto: apa/aktivnews

    An der Rettungsgassenpraxis gibt es noch Optimierungsbedarf.

Einsatzorganisationen räumen Verbesserungspotenzial ein

Wien - "Natürlich gibt es noch da und dort Probleme, aber die Österreicherinnen und Österreicher wissen, wie's geht", sagte Asfinag-Vorstand Alois Schedl über die Rettungsgasse bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien. Laut einer vom Autobahnbetreiber in Auftrag gegebenen Umfrage unter 500 österreichischen Autofahren genießt die vor zwei Monaten eingeführte Rettungsgasse mit 96 Prozent eine breite Zustimmung. 97 Prozent der Befragten war die Rettungsgasse ein Begriff und 91 Prozent waren der Meinung, dass sie beibehalten werden sollte.

16 Prozent der Umfrageteilnehmer, die schon selbst bei der Bildung einer Rettungsgasse dabei waren, erklärten, dass es ihrer Erfahrung nach dezidiert nicht funktioniert hat. Unsicherheiten treten demnach vor allem bei drei- und mehrspurigen Autobahnen und bei Stadtautobahnen auf. "Da gibt es nach wie vor Verbesserungspotenzial", bekannte Oliver Schmerold, Generalsekretär des ÖAMTC. Für Ärger sorgen jene Autofahrer, die die Rettungsgasse für das eigene schnellere Vorankommen nutzen und einfach durchfahren. Dabei handle es sich aber um einige wenige Ausreißer, wie Wolfgang Krenn vom Samariterbund Österreich betonte.

Theoretisches Wissen vorhanden

Dabei wissen die österreichischen Autofahrer laut der Umfrage eigentlich, wie es geht. 75 Prozent der Befragten war bekannt, dass die Gasse schon bei beginnendem Stau gebildet werden muss. Bei zweispurigen Straßen konnten 89 Prozent genau angeben, wie die Rettungsgasse gebildet wird. Bei Autobahnen mit drei Spuren wussten das 73 Prozent der Probanden. "Es wird noch dauern, bis die neue Regelung in Fleisch und Blut der Autofahrer übergegangen ist", ergänzte Lydia Ninz, Generalsekretärin des ARBÖ.

Für Missverständnisse sorgt die Rettungsgasse nach wie vor bei ausländischen Autofahrern, die von der Gassenpflicht in Österreich bisher nichts wussten. Hier setzt die Asfinag auf Aufklärung: Sowohl Medien als auch Autofahrerclubs in den Nachbarländern wurden darüber informiert, bei grenznahen Vignettenverkäufern wurden Info-Folder verteilt. Auch in Österreich wird die Informationskampagne auf jeden Fall bis Ende des Jahres weitergeführt, um möglichst viele Autofahrer zu erreichen. Seit Jänner besteht in Österreich die Pflicht, bei beginnendem Stau eine Rettungsgasse zu bilden, um den Rettungskräften ein schnelles Erreichen der Unfallstelle zu ermöglichen. (APA/red)

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Warum wird hier immer verbreitet, dass in Deutschland die Rettungsgasse funktioniert. Ich stand heuer 4x im Stau auf deutschen Autobahnen, in keinem einzigen Fall hat die Rettungsgasse funktioniert. Bitte um Beobachtung auf deutschen Autobahnen.
Warum eine halbwegs funktionierende Regelung (Pannenstreifen) streichen, gegen eine schlechtere Alternative???

Die Rettungsgasse hat ein KEIN gutes Image

sondern ein schlechtes. überflüssig! pannenstreifen war viel besser und ist auch gegangen. wird nach einiger zeit als irrtum entlarvt werden und sterben so wie licht bei tag.

völlig korrekt

es reicht, wenn bei Stau alle Spuren sich möglichst nach links orientieren, dann steht der Pannenstreifen und ein Großteil der rechten Spur zur Verfügung.

Das ist 100x gescheiter, als irgendwo mitten im Verkehr eine neue Rettungsgasse bilden zu wollen.

Einfache Frage:

Der (einfach zu verstehende) Pannenstreifen hat deswegen wegen funktioniert, weil sich Dumme und Rücksichtslose nicht darum geschert haben - warum sollen sich die gleichen Dummen und Rücksichtslosen an die (vergleichsweise viel kompliziertere) "Rettungsgasse" halten?
"Rettungsgasse" 6 Mal erlebt, 6 Mal Chaos.
Noch dümmer ist nur Licht am Tag.

Deckt sich 1:1 mit meinen Beobachtungen

Da oben sitzen nur noch Theoretiker.

Abfahrt Südautobahn

Jetzt machen die Leut immer die Rettungsgasse bei der Abfahrt Südautobahn (Richtung Wien). Muss das auch dort sein? Gibt immer ein Chaos, weil viele die RG nicht checken und in der Mitte durchfahren *haha*.

reine stimmungsmache

die rettungsgasse hat KEIN gutes image! sondern das eines überflüssigen "verhaus". hat nämlich jahrzehntelang übern pannenstreifen bestens funktioniert!

genausowenig wie die asfinag ein gutes image hat, die hunderte km zu einem guten teil überflüssiger und bei unfällen hochgradig GEFÄHRLICHER lärmschutzwände aufgestellt hat. beispiele gefällig? nebelgranate in korneuburg, massenkarambolage im märz 2008 bei seewalchen (wo die rettungskräfte dank lsw von außen nicht dazukonnten), plötzlich wenige meter über der ab einschwebende flieger lassen in salzburg immer wieder autofahrer erschrecken...

lsw weg, und gleich ist viel mehr platz für superbreite pannenstreifen.

da hat wohl einer im Verkehrministerium im Hirn onaniert

wie bei Licht am Tag...

Jo nix verändern!

War imma so, bleibt imma so. Vor 50 Jahr' hamma des a net g'habt

siehe auch chaos auf der autobahn

http://www.youtube.com/watch?v=z... re=related

geordnetes rasches befahren wie am Pannenstreifen ist da wohl kaum möglich...

an Sie als "Experten":

dieses video ist sogar ein Paradebeispiel, dass sie super funktioniert. das tempo des Einsatzfahrzeugs ist vorbildlich. schneller zu fahren wäre unverantwortlich, da in einem stau immer damit gerechnet werden muss, dass Fußgänger überraschend vor einem Fahrzeug auftauchen. auch auf plötzlich irrational ausscherende autos muss geachtet werden. von dem her wurde das tempo ideal gewählt. und dank der rettungsgasse ist auch das feuerwehrfahrzeug gut durchgekommen.

das pannenstreifenbefahren hat bisher eben NICHT gut funktioniert. leider muss an dieser stelle nochmals in erringerung gerufen werden: auf dem pannenstreifen kann es passieren, dass autos mit PANNEN stehen. wieso wollen das die forumexperten nie kapieren?

pannenstreifen

aber auch jetzt, in zeiten der rettungsgasse, kann ein auto mit einer panne auf einem pannenstreifen stehen und damit das bilden der rettungsgasse verkomplizieren.

bei einer baustelle z.b. kann keine rettungsgasse gebildet werden (es muss dort auch keine gebildet werden), weil einfach zu wenig platz ist...

ich fahr zum glück nicht oft in der wiener gegend, aber auf der tangente müsste es ja fast rund um die uhr eine rettungsgasse geben, oder?

Also den Typen die die Rettungsgasse dazu benutzen um nach vorn zu fahren gehört das Auto weggenommen und sie müssen dann dabei zusehen wie es vor ihren Augen verschrottet wird. Und zusätzlich zur saftigen Strafe dürfen sie auch noch die Entsorgung voll blechen.

Für die Kritiker

Rettungsgasse: http://www.youtube.com/watch?v=aEP0U4pseAI

Pannenstreifen: http://www.youtube.com/watch?v=7p9bx9Ggneo ab Minute 5

Und in diesem Fall ist am Pannenstreifen noch recht viel Platz, weil keine Leitplanke und Lärmschutzwand vorhanden sind.

Wigl-wogl

da hab ich jetzt glatt überlegen müssen, welches das "schöne" Filmchen sein soll. Tatsache ist, dass die Rettungsgasse auch auf diesem kurzen Stück nicht wirklich funktioniert und laufend irgendwer die Gasse kreuzt. Ist auch kein Wunder, ist ja wirklich eine Dolmen-Idee.

Dabei ist hier die Situation noch watscheneinfach, es geht schnürlgrad dahin, es sind rechts keine Ab- oder Zufahrten, keine Parkplätze, keine Raststellen, und auch keine Wegfall einer Spur. Auch keine Tunnels oder Brücken.

Sobald irgendsowas das lustige Gassenbilden stört, ist es aus mit dem Spaß, dann ist die Überforderung perfekt.

Wenn die Pannenstreifen tatsächlich nicht breit genug sind, was spricht dann dagegen, dass ALLE soweit als möglich nach links fahren?

durch diese hohle Gasse muss er kommen

hat schon der Willi Tell gewusst

Neulich auf der Autobahn, ein paneuropäisches Missverständnis :)

Zweispurig, kurzer Rückstau, Unfall konnte ich später nirgends entdecken
Da bilden ein paar Autofahrer brav eine Rettungsgasse und schon kommen innerhalb kürzester Zeit zwei rumänische und ein bulgarischer SUV "durch die Mitte", ein Einheimischer fühlte sich da etwas benachteiligt und drängelte sich davor, ein ungarischer Kleinwagen vor mir versuchte die Chance zu nutzen und den entstehenden Stau im Stau rechts zu überwinden und das Chaos war perfekt.
6 PKW auf 2 Spuren + Pannenstreifen verkeilt, aber nicht einmal eine Delle und nach ein bisschen herumrangieren war der Spuk auch schon wieder vorbei.
So viel Autos hab ich dort noch nie auf an
Frage: Gibts in Osteuropa auch irgendwo Rettungsgassen? Konnte nichts dazu finden

Und wenn isses Ihnen egal, ev. Anzeigen schmeissen die einfach weg...

Die Argumentation von einigen Postern hier ist schon sehr interessant.

Die österr. Autofahrer sind zu blöd, um die Rettungsgasse zu bilden und deswegen behalten wir die alte Regelung bei, denn die ist zwar mangelhaft und sicher keine Ideallösung, dafür ist sie für den gemeinen Österreicher einfach zu verstehen, ergo die bessere Variante.

Altmannsdorfer Ast, stadteinwärts

..immer wieder ein Genuss - kann man jeden Tag zwischen 17h-18h selbst miterleben, aber nur werktags.

wie soll das funktionieren, in einem land, in dem der großteil der autofahrer schon zu dumm dafür ist, seine geschwindigkeit den wetterbedingungen anzupassen oder auf der autobahn den richtigen sicherheitsabstand (im durchschnitt ca. 10m bei 130km/h!!!!!!) einzuhalten?

Bei 130 km/h sind ca. 65 Meter Abstand einzuhalten. Das ist sogar sinnvoll, da bei 130 km/h und trockener Straße der Bremsweg ca. 170 Meter beträgt.

10 Meter?

So viel muß man Abstand halten? Wirklich?

die dummheit

der anderen ist immer größer ...

Fehlkonstrukt

Die Rettungsgasse ist leider von der Idee her schon daneben. Sie mag in Ländern sinnvoll sein, wo es keine Pannenstreifen gibt, weil anderweitig dort tatsächlich kein Vorbeikommen wäre. Auf uns hat man nun jahrzehntelang eingeprügelt, dass der Pannenstreifen sowas von tabu ist. Nun sollen wir genau dort herumrollen bzw. -stauen. Selbst wenn durch Millionenwerbung das p.t. Autofahrervolk nun umgepolt werden soll und die Rettungsgasse auf normalen Autobahnabschnitten irgendwann funktioniert, spätestens bei einer Non-Standard-Situation (Auffahrten, Abfahrten, Brücken, Raststellen, Tunnels, ...) wird es nicht anders sein als heute, nämlich dass das totale Durcheinander herrscht. Warum nicht ALLE generell so weit nach links als möglich?

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