Cuche mit Rakete, Hirscher ohne Tempo

24. Februar 2012, 17:45
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In seiner Abschiedssaison war Didier Cuche noch ein Sieg in der Heimat vergönnt. Der Schweizer gewann den ersten Super-G in Crans Montana. Marcel Hirscher blieb ohne Punkte, behält aber die Führung im Gesamtweltcup

Crans Montana / Wien - "Mit der Selbsteinschätzung habe ich es ganz gut getroffen", sagte also Marcel Hirscher nach dem ersten von zwei Super-G am Freitag in Crans Montana. Vor seinem ersten Saison-Auftritt in einem Speed-Bewerb hatte der 21-jährige Salzburger höchstens mit ein paar Punkten spekuliert. Bekommen hat Hirscher für seinen 34. Platz auf der von frühlingshaften Temperaturen aufgeweichten Piste gar keinen Punkt. " Aber ich bin froh, dass ich sicher im Ziel bin. Ausrede hin oder her, ich bin nicht schlecht gefahren. Ein paar Schwünge haben gepasst, aber es fehlt halt der Speed."

Den zweiten Super-G am Samstag (11.30) lässt Hirscher aus, beim RTL am Sonntag (10 und 13 Uhr, jeweils ORF 1) ist Hirscher natürlich wieder mit dabei. Die Entscheidung gegen das zweite Speed-Rennen fiel ihm insofern leicht, als die Temperaturen frühlingshaft bleiben sollen. Und mit dem matschigen Schnee ist auch der seit kurzem 25-jährige Schweizer Beat Feuz nicht zurechtgekommen.

Gesamtweltcup

Auf dem von ÖSV-Speedtrainer Andreas Evers gesetzten Kurs kam Feuz nicht über Rang 20 hinaus. Damit verteidigte Hirscher seine Führung im Gesamtweltcup zwölf Punkte vor dem verletzungsbedingt fehlenden Kroaten Ivica Kostelic, Feuz machte nur geringfügig Boden wett und ist 41 Zähler zurück. Hirscher: "Es ist super für mich, wenn es halbwegs gleichauf bleibt. Dann lebt die Chance länger."

Die Schweizer Fans, die für den ersten Weltcup-Super-G nach mehr als zwei Monaten auf das Hochplateau im Kanton Wallis gekommen waren, konnten dennoch feiern. Lokalmatador Didier Cuche setzte sich knapp vor dem Kanadier Jan Hudec (+0,16 Sekunden) und dem Tiroler Benjamin Raich (0,21) durch. Crans Montana ist die letzte Weltcup-Station in seiner Heimat, bevor sich der 37-Jährige in die Sportlerpension verabschiedet. Für den emotionalen Sieg - es war der vierte in dieser Saison nach drei Abfahrtstriumphen und der 21. seiner Karriere - bedankte sich Cuche bei seinem Servicemann. "Er hat mir eine Rakete gemacht."Cuche war mit Nummer 20 der einzige Fahrer, der die Zeit des als Sechsten ins Rennen gegangenen Hudec noch unterbieten konnte. Raich (Nummer 21) fuhr den zweiten Podestplatz des Winters nach Platz zwei im RTL von Adelboden ein. "Ich habe mir schon gedacht, dass mir das da herunter liegen kann", sagte Raich. "Es war eine gute Fahrt." Von den ÖSV-Fahrern schafften es noch Hannes Reichelt (5.), Joachim Puchner (7.), Romed Baumann (8.) und Klaus Kröll (10.) in die Top Ten. (krud, APA, DER STANDARD Printausgabe, 25./26. Februar 2012)

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    Didier Cuche gewann den Super-G mit der hohen Startnummer 20. "Mein Servicemann hat mir eine Rakete gemacht."

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    So endete der Arbeitstag für den Schweizer Sandro Viletta.

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    Auch der Finne Andreas Romar hatte mit der Piste zu kämpfen.

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