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Recycling aus Not: Schuhe aus alten Lkw-Reifen haben eine lange Tradition in Äthiopien.
vergrößern 500x430Mit fünf Angestellten und ihrer Familie hat Bethlehem Tilahun Alemu die Firma 2005 aus der Taufe gehoben. Heute sind 300 Menschen an der Zulieferung und der Produktion beteiligt, die Hälfte von ihnen sind Frauen. 55 Mitarbeiter sind ehemalige Lepra-Kranke.

Die fairen Schuhe sind ein Exportschlager, der sich mittlerweile in 33 Ländern weltweit einen Namen gemacht hat.
Schuhe aus alten Lkw-Reifen haben eine lange Tradition in Äthiopien. Denn in diesem Teil der Welt wurde aus lauter Not schon recycelt, als das Konzept in Europa noch fremd war.
Auch die Rebellen, die 1991 den kommunistischen Diktator Mengistu stürzten, waren auf Gummisohlen in den Krieg gezogen. "Was anderes konnten sie sich nicht leisten", sagt Bethlehem Tilahun Alemu. Vor rund sieben Jahren hat sie die Idee aufgegriffen, weiterentwickelt und modernisiert. Heute leitet die 31-Jährige in Addis Abeba eine der wenigen Schuhfirmen mit Fairtrade-Siegel. Auch in Trendsetter-Metropolen wie New York und London sind die aus recycelten oder natürlichen Materialien hergestellten Reifen-Treter ein Renner.
Sohlenrebellen
"soleRebels" - Sohlenrebellen - heißt die Marke. Ihre Erfolgsgeschichte zeigt, dass sich auch eins der ärmsten Länder der Welt durchaus auf dem Modemarkt etablieren kann. Mit fünf Angestellten und ihrer Familie hat Alemu die Firma 2005 aus der Taufe gehoben. Heute sind 300 Menschen an der Zulieferung und der Produktion beteiligt, die Hälfte von ihnen sind Frauen. 55 Mitarbeiter sind ehemalige Lepra-Kranke. Obwohl sie teilweise Finger und Zehen verloren, sind sie laut Alemu begabte Baumwollweber und verfügen mittlerweile über ein geregeltes Einkommen.
"Unsere Belegschaft verdient ein faires Gehalt und stellt die Schuhe zu 100 Prozent mit der Hand her, so dass wir keinen CO2-Fußabdruck hinterlassen", erklärt die Unternehmerin. Auf der "Arme-Leute"-Sohle prangen hippe Oberschuhe aus in Äthiopien produzierten Materialien wie Jute, Leder oder Baumwolle. Das vielfältige Sortiment umfasst unter anderem Flip-Flops, Slipper, Schnürschuhe und Stiefel.
Exportschlager
Erst vor einigen Monaten hat "soleRebels" erstmals ein Geschäft in Addis Abeba eröffnet, eine schicke Boutique im Einkaufszentrum "Adams Pavillion". Denn die fairen Schuhe sind vor allem ein Exportschlager, der sich mittlerweile in 33 Ländern weltweit einen Namen gemacht hat.
99 Prozent der Produkte werden ins Ausland geliefert, über 70.000 Paar wurden bisher fabriziert. In Deutschland kann man die Schuhe vom Horn von Afrika etwa über das Internet bestellen. Mit Preisen zwischen 450 und 800 Birr (20 und 35 Euro) sind die feschen Öko-Treter für viele Äthiopier zu teuer.
"Ich bin immer noch ganz aufgeregt, wenn ich in New York bin und Leute sehe, die unsere Schuhe tragen", sagt Alemu. "Das Erfolgsgeheimnis ist, dass wir uns wie eine amerikanische Firma verhalten und für unser Marketing die verschiedensten Medien benutzen." Eine Art "äthiopische Nike" möchte "soleRebels" werden. Dabei hatte einst alles so klein begonnen.
Bethlehem Alemu stammt aus der Gemeinde Zenabwork am westlichen Stadtrand von Addis Abeba. Ein armer Ort mit 5.000 Einwohnern, in dem es für die Menschen kaum Arbeitsplätze und somit auch kaum Hoffnung gab. "Ich dachte mir: Wir müssen ein lokales Produkt herstellen, mit lokalen Materialien, um dieses Bild zu verändern, dass Äthiopien nur aus Elend und Bettlern besteht", sagt die Mutter von drei Kindern.
"Power Women"
Also begann sie um die Welt zu reisen, in die USA, nach England und China, und die dortigen Schuhmärkte und deren Designs zu studieren. Was sie sah und lernte, mischte sie mit äthiopischer Kultur, so etwa den traditionellen Selate Shoes. Aber sie peppte die Stoffschuhe auf, brachte Farbe ins Konzept. "Das Schwierigste war es am Anfang, Kunden im Ausland von der Qualität unserer Produkte zu überzeugen." Aber es gelang: Eine amerikanische Firma glaubte an das Potenzial der Öko-Schuhe und wurde zum ersten Abnehmer.
"Ich möchte mit meiner Arbeit etwas bewirken, etwas verändern, und behandle meine Firma deshalb wie ein Baby, um das ich mich ständig kümmere", erzählt Alemu, die bereits mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen geehrt und 2011 in die Forbes-Liste der 20 jüngsten afrikanischen "Power Women" aufgenommen wurde.
Geschäfte in Kanada, Japan, Spanien und Taiwan
In der kleinen Manufaktur in Zenabwork, in der die Bio-Schuhe entstehen, wird eifrig gehämmert, geschnitten und genäht. Die Arbeiter scheinen zufrieden. "Bevor ich hier angefangen habe, bin ich nur zu Hause herumgesessen, weil es keine Arbeit gab", sagt Maaza Teshome, während sie gelbe Schuhbänder in dunkelgrüne Wildlederschuhe zieht. "Jetzt ist mein Leben viel besser, ich kann gesünder essen und mir Kleidung kaufen." Ihre Kollegin Anchinaiu Dane fügt hinzu: "Auch das Verhältnis zu den anderen Mitarbeitern ist sehr gut, das Arbeitsumfeld hier ist einfach klasse."
Ein Ende der äthiopischen Mode-Offensive ist nicht in Sicht, die Chefin hat noch viel vor. Im nächsten halben Jahr sollen eigene "soleRebels"-Geschäfte in Kanada, Japan, Spanien und Taiwan eröffnet werden. Zudem will Alemu die Produktpalette erweitern und demnächst auch Handtaschen auf den Markt bringen. Das Konzept ist das gleiche: Außen Bio-Material und innen - natürlich - Lkw-Reifen. (APA)
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"Also begann sie um die Welt zu reisen, in die USA, nach England und China, und die dortigen Schuhmärkte und deren Designs zu studieren."
um ein hippes ärmste-leute-3.welt Produkt zu vermarkten.Aber sehr gut gemacht !
derlei sandalen gibts in der ganzen armen welt schon seit jahrzehnten, allerdings nicht so gut auf sozial/oeko vermarktet. handarbeit mit 'oeko' gleichzusetzten passt (keine maschinen = armut = oeko). lieb das mit dem frauenanteil und besonders den ex-leprakranken: soweit, leprakranke zu beschaeftigen gehen die imagedesigner anscheinend nicht.
was soll ich mit einer kiloschweren umhängetasche aus gummi?
schuhe mit gummisohlen trage ich auch so schon, da stört es auch nicht, wenn das recyclat ist
bin mal gespannt, ob die sole rebels in natura auch so aussehen wie auf der homepage
Es gibt keine in Österreich hergestellten Schuhe mehr (Kleine Fabrikanten für Maß- oder Trachtenschuhe ausgenommen). Die kommen alle aus China oder Vietnam.
Du kannst als garantiert NICHTS falsch machen, wenn du die Äthiopien-Treter kaufst. Nur Mut! Tu Gutes und sprich danach darüber!
Doch, gibt es: Waldviertler: http://www.gea.at/frameset_gehen.html
Zumindest wenn man ökologisch kaufen will.
Ein Transport von Äthiopien nach hier ist jedenfalls Alles Andere als ökologisch.
Und diese Vermarktung ist nichts Anderes als der Versuch mit Hilfe des Ökoschmäh eine teure Marke aufzubauen, auch auf Kosten der Umwelt.
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