Vermögensverwalter vertuschte Milliardenverlust

24. Februar 2012, 10:02
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Japans Aufsicht verbot Vermögensverwalter AIJ für einen Monat alle Geschäfte, gesucht werden zwei Milliarden Euro

Tokio - In Japan bahnt sich ein weiterer Finanzskandal an. Die japanische Finanzaufsicht verbot der Vermögensverwaltung AIJ am Freitag für einen Monat alle Geschäfte, um zu prüfen, warum das Unternehmen umgerechnet fast zwei Mrd. Euro nicht mehr hat, die es für Pensionsfonds anlegen sollte. AIJ könnte die Verluste über Jahre versteckt haben - wie der Elektronikkonzern Olympus.

Die japanische Finanzaufsicht (FSA) habe die Geschäfte von AIJ bis zum 23. März suspendiert, sagte ihr Chef Shozaburo Jimi. Die FSA werde "ihr Möglichstes" tun, damit sich so ein Vorfall nicht wiederhole, versicherte er. In Kürze werde die Aufsicht alle 263 Vermögensverwalter des Landes prüfen.

AIJ galt als einer der wenigen Vermögensverwaltungen, die es schafften, das Geld ihrer Kunden zu mehren. Doch dann berichtete die Wirtschaftszeitung "Nikkei", fast die gesamten, der Firma anvertrauten 183 Mrd. Yen (1,71 Mrd. Euro) seien verloren. Die 1989 gegründete AIJ habe ihre Kunden vermutlich seit Jahren belogen und getäuscht. Nicht bekannt war zunächst, ob AIJ das Geld einfach nur schlecht anlegte - oder es für andere Zwecke ausgab. Laut "Nikkei" hatte die Firma im September 124 Kunden, vor allem kleine und mittlere Firmen.

Bei Olympus war der Finanzskandal im Oktober nach der Entlassung von Vorstandschef Michael Woodford aufgeflogen. Das Unternehmen hat zugegeben, seit den 90er Jahren in der Bilanz hohe Verluste aus Finanzgeschäften in Höhe von umgerechnet rund 1,3 Mrd. Euro verheimlicht zu haben. Vertuscht wurden die Verluste mit Hilfe undurchsichtiger Beraterhonorare und von Abschreibungen auf Firmenkäufe.(APA)

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