Spam geht zurück und ist doch immer und überall

24. Februar 2012, 09:28
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IT-Security-Experten zufolge werden unsere Mailboxen weltweit weniger zugemüllt als noch vor Jahren

Die gute Nachricht: Das weltweite Spam-Aufkommen ist im vierten Quartal 2011 auf den niedrigsten Stand seit Jahren gesunken, wie der IT-Sicherheitsspezialist McAfee in seinem jüngsten Thread Report meldet. Die schlechte Nachricht: Dies gilt nur für all jene lästigen Viagra-, Pennystock- oder "sagenhafte Geschäfte" versprechende Nachrichten, die ohne geeignete Filter täglich die Mailboxen der Computernutzer verstopfen.

Genauere Adresslisten

Denn zum einen haben die Cyberkriminellen hinzugelernt und und verschicken ihre hinterhältigen Botschaften nicht mehr wahllos, in der Hoffnung, zumindest einen kleinen Prozentsatz von Nutzer zu angeln. Sie verwenden jetzt laut McAfee genauere Adresslisten.

Spam über Social Networks

Zum anderen geht der Spam (Name geht auf die Marke eines Dosenschinkens zurück) mittlerweile andere Wege. "Viele Spammer haben sich auf Soziale Netzwerke verlegt, da sie dort viel zielgerichteter agieren können", sagt Joe Pichlmayr von Ikarus Österreich. Das Angebot an gefälschten oder gehackten Facebook-Accounts und Nutzerdaten anderer Netzwerke sei auf dem Schwarzmarkt enorm gewachsen, und Nachrichten von "Freunden" werde schnell einmal vertraut.

Twitter

Auch der Kurznachrichtendienst Twitter werde von Internetkriminellen zusehends für die Verbreitung vom Spam und Viren genutzt. "Wer kann schon wissen, wo er wirklich landet, wenn er in einem Tweet auf einen mit einem Url-Shortener erstellten Link klickt", sagt der Ikarus-Chef. (Url Shortener dienen zum Verkürzen langer Internetadressen, Anm.) Kann man sich dagegen schützen? "Nur wenn man die Short-Url wieder in das Programm kopiert mit dem es gekürzt wurde - aber wer tut sich das an?", lautet die ernüchternde Antwort. "Für soziale Netze gibt es bis auf wenige Ausnahmen keine Spamfilter."Zugenommen haben auch Viren am Handy. "Es gibt etwa schon mehr als 5000 Android-Viren, die sich der Nutzer mit Apps aufs Smartphone holen kann", sagt Pichlmayr. Google ziehe zwar immer wieder Anwendungen mit "Malicious Code" zurück, doch die Kontrolle im Android-Market gilt als lasch. "Einen gewissen Schutz bieten Smartphone-Viren-Scanner", rät der Experte. Diese schützten allerdings nur vor schon bekannten Schädlingen. (kat/DER STANDARD Printausgabe, 24. Februar 2012)

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    Der Mail-Spam, der seinen Namen einem Dosenschinken verdankt, geht zwar zurück, doch feiert er anderswo fröhliche Urständ'.

     

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