Überfall auf philippinisches Dorf: Tote und Verletzte

24. Februar 2012, 09:41
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Angriff fand offenbar aus Vergeltung statt

Manila - Nach der Festnahme eines muslimischen Rebellen sind im Süden der Philippinen bei einem Racheakt sechs Menschen ermordet worden. Die Opfer des Angriffs seien Angehörige eines Mitglieds der Sicherheitskräfte, das der Polizei geholfen hatte, den Aufständischen festzunehmen, sagte ein Militärsprecher am Freitag. Zehn Bewaffnete seien über das Dorf Tininghalang auf der Insel Mindanao, 810 Kilometer südlich von Manila, hergefallen und hätten das Feuer eröffnet. "Sechs Menschen kamen um, mehrere andere wurden verletzt", sagte der Militärsprecher. Die Angreifer seien vermutlich von einem Bruder des festgenommenen Rebellen angeführt worden.

Separatistische muslimische Kräfte kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenständigen islamischen Staat auf der Insel Mindanao im Süden der überwiegend katholischen Philippinen. In dem Konflikt sind 120.000 Menschen ums Leben gekommen. 2008 waren 350.000 Menschen vor Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen aus ihren Heimatorten geflohen.

Die Regierung der früheren Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo hatte unter dem Druck christlicher Kreise ihren Friedensplan für Mindanao aufgekündigt und eine bilaterale Befriedungskommission aufgelöst. Ein von der Regierung in Manila annulliertes Abkommen sah die Schaffung einer autonomen muslimischen Provinz auf Mindanao vor. Seit den 1950er-Jahren wurde die systematische Einwanderung christlicher Siedler auf der Insel durch die Zentralregierung in Manila gesteuert. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA hatte die US-Regierung ihre Militärhilfe für die Philippinen stark ausgebaut. (APA)

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