Salzburg auch in Charkiw ohne Chance

23. Februar 2012, 23:05
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Aus nach 1:4 - Eigentor von Kapitän Hinteregger läutete weiteres Debakel ein - Nach 0:4 im Hinspiel zumindest leicht verbesserte Vorstellung

Charkiw - An den Aufstieg geglaubt hat ohnehin fast niemand mehr. Österreichs Fußball-Vizemeister Red Bull Salzburg war am Donnerstag auch im Europa-League-Rückspiel der Runde der letzten 32 gegen Metalist Charkiw chancenlos. Die Salzburger mussten sich in der Ukraine 1:4 (0:1) geschlagen geben. Schon im Hinspiel hatten die Bullen ein 0:4-Heimdebakel kassiert. Österreich ist damit im Europacup in dieser Saison nicht mehr vertreten.

Charkiw ging verdient in Führung, nachdem Sosa auf der rechten Seite Gegenspieler Andreas Ulmer stehengelassen hatte. Den missglückten Schuss des Argentiniers versenkte Salzburg-Kapitän Martin Hinteregger unbedrängt im eigenen Tor. Der glückliche Ausgleich gelang Jakob Jantscher (56.). Auf der Gegenseite sorgten Cristaldo (62.) und Blanco (63.) mit einem Doppelschlag sowie Marlos (87.) für den nächsten Kantersieg.

Salzburg-Trainer Ricardo Moniz hatte sein Team an mehreren Positionen umgestellt. Statt des angeschlagenen Stefan Hierländer verteidigte der genesene Franz Schiemer rechts in der Viererkette. Dazu rückte Ulmer links ins Team. In der Offensive setzte Moniz hinter Solostürmer Jonathan Soriano vorerst wie im Hinspiel auf Gonzalo Zarate und Leonardo neben Jakob Jantscher. Youngster Georg Teigl kam erst in der 65. Minute für Zarate.

Taison macht Ärger

Charkiw hatte zwar mehr vom Spiel, Salzburg bot aber zumindest mehr Gegenwehr als bei der Heimblamage. Den Brasilianer Taison bekam allerdings auch Schiemer nicht in den Griff. Der Charkiw-Legionär zwang Bullen-Torhüter Alexander Walke schon vor der Pause zu zwei Glanzparaden (12., 45.). Weitere Versuche von Taison (30.) und Torres (31.) gingen jeweils knapp rechts am Tor vorbei. Die Ukrainer boten mir zwei Ausnahmen ihre beste Formation auf.

Auf der Gegenseite blieben Torszenen fast gänzlich aus, der zwischenzeitliche Ausgleich fiel wie aus dem Nichts: Der sonst einmal mehr enttäuschende Leonardo setzte Soriano ein. Dessen Schuss vermochte Charkiw-Keeper Gorjainow nur unzureichend zu bändigen, Jantscher nickte aus Abseitsposition ein. Die einzige weitere Torchance der Bullen vergab Soriano, der nach Jantscher-Hereingabe aus kurzer Distanz an Gorjainow scheiterte (81.).

Klingeling

Charkiw dagegen legte mühelos zu. Cristaldo vernaschte Ulmer im Strafraum, traf wie im Hinspiel. Vergangene Woche in Salzburg hatte der Argentinier sogar zwei Tore erzielt. Keine Minute später legte Landsmann Blanco nach Vorarbeit von Sosa nach. Nachdem der ukrainische Teamstürmer Devic zuvor selbst die Stange getroffen hatte (67.), legte er im Finish für den ebenfalls eingewechselten Marlos quer, der den Ball zum Endstand über die Linie drückte.

Charkiw blieb damit auch im zehnten Europacup-Spiel dieser Saison ungeschlagen und trifft nun im Achtelfinale auf Olympiakos Piräus. In der Gruppenphase hatten die Ukrainer schon die Wiener Austria zweimal bezwungen - 2:1 und 4:1. Die Austria war auch als bisher letztes österreichisches Team im UEFA-Cup 2005 in ein Europacup-Achtelfinale vorgedrungen. Salzburg war bei diesem Versuch in der Europa League schon vor zwei Jahren an Standard Lüttich gescheitert. (APA)

Runde der letzten 32, Rückspiel:
FK Metalist Charkiw - Red Bull Salzburg 4:1 (1:0). Charkiw, 20.000 Zuschauer, SR Antony Gautier (FRA). Hinspiel 4:0 - Charkiw mit Gesamtscore 8:1 im Achtelfinale gegen Olympiakos Piräus

Torfolge:
1:0 (28.) Hinteregger (Eigentor)
1:1 (56.) Jantscher
2:1 (62.) Cristaldo
3:1 (63.) Blanco
4:1 (87.) Marlos

Charkiw: Gorjainow - Villagra (21. Obradovic), Beresowtschuk, Gueye, Pschenitschnich - Torres, Xavier - Sosa, Blanco, Taison (57. Marlos) - Cristaldo (63. Devic)

Salzburg: Walke - Schiemer, Pasanen, Hinteregger, Ulmer - Lindgren (78. Sekagya), Svento - Jantscher, Leonardo (82. Savic), Zarate (65. Teigl)- Soriano

Gelbe Karten: Beresowtschuk bzw. Lindgren, Schiemer

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    Der Europacup-Frühling war für die Salzburger ein kurzer und schmerzvoller.

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