Wenn ich Kanzler bin

Einserkastl23. Februar 2012, 18:50
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Im Fall des Falles wäre Österreich nicht das erste Land, das mit einer verrückten Politik gründlich ruiniert wird

"Wenn ich Kanzler werde, setze ich direkte Demokratie mit Volksabstimmungen zu jedem Thema ein, stelle ich europäische Mitgliedsbeiträge infrage und sage, das können und wollen wir uns nicht mehr leisten." Lohnnebenkosten und Einkommenssteuer werden gesenkt, eh klar. Noch was? Ja, die ORF-Gebühren werden abgeschafft (mitsamt den " linken" Journalisten ). Hamma was vergessen? Natürlich, der Super-Hit: " Als Bundeskanzler stelle ich Asylmissbrauch ab und all jene, die uns bis heute betrogen haben, werden konsequent abgeschoben und unser Land zu verlassen haben." Strache am Aschermittwoch in Ried/Innkreis. Diesmal nur echt mit kurzer Lederhose.

Kann ja sein, dass er es wird. Nicht sehr wahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Was dann sein wird? Dasselbe wie beim Nachbarn Ungarn. Dort hat ein manischer Nationalpopulist auch alles umgekrempelt (Straches Drohkatalog ist fast identisch mit dem von Viktor Orbán). Und er hat das Land mit einer verrückten Politik gründlich ruiniert. Wenn Strache Kanzler wird, geht ihm als Erstes das Geld aus. Wie Orbán. Dann wird er zum IWF betteln gehen. Wie Orbán. Er wird aber nichts kriegen. Wie Orbán. Dann wird sich die EU fragen, warum sie einen finanzieren soll, der alle Regeln - wirtschaftliche und demokratische - missachtet. Wie bei Orbán. Dann wird Österreich mit Strache krachen gehen. Wie demnächst Ungarn mit Orbán. (DER STANDARD Printausgabe, 24.2.2012)

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