Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Andreas Knie rät zum Nachdenken und Carsharing.
Standard: Was bedeutet Mobilität für Sie persönlich?
Knie: Mobilität findet zunächst im Kopf statt. Im Kopf bilde ich ab, was ich in der Realität will. Man weiß beispielsweise, dass man mit einem Auto mit Verbrennungsmotor heute bis zu 700, 800 Kilometer weit kommt. Also plant man das Häuschen im Grünen, weil man ohnehin leicht mit dem Auto hin- und herfahren kann.
Standard: Dass jemand mobil ist, wird doch auch immer mehr vorausgesetzt.
Knie: So ist es. Ein Manager zum Beispiel wird bei einem Einstellungsgespräch gar nicht mehr gefragt, wo er wohnt. Man geht davon aus, dass er von überall her überallhin kommt und ohnehin drei Tage in der Woche nur unterwegs ist. In Deutschland müssen Langzeitarbeitslose auch die Annahme eines Jobs prüfen, bei dem der Weg zur Arbeit zwei Stunden dauert. Sonst verlieren sie die staatliche Unterstützung. Das war früher anders.
Standard: Sie haben sofort das Auto erwähnt. Ist es immer noch das zentrale Verkehrsmittel?
Knie: Ja, wenngleich die Bedeutung abnimmt. Das dicke Auto als Statussymbol, bei dem Marke und PS wichtig sind, das überholt sich immer mehr. Junge Menschen geben mit dem Auto nicht mehr an. Man macht natürlich den Führerschein, aber das Auto ist vor allem ein Fahrzeug, das einen von A nach B bringt.
Standard: Dennoch sind die Städte voller Autos.
Knie: Ein wichtiges Argument für das Auto ist: Es lässt, wenn auch begrenzt, eigenen Raum zu. Man muss nicht wie in öffentlichen Verkehrsmitteln mit anderen auf Tuchfühlung gehen. Aber das Auto für einen allein ist nicht ressourcenschonend. Der Raum für Privatautos, die nur exklusiv und nicht von mehreren genutzt werden, muss daher teurer werden.
Standard: Übervolle Öffis sind vielen ein Graus. Wie kommt man also aus diesem Dilemma heraus? Mehr U-Bahnen und Busse einsetzen?
Knie: Nicht als einzige Möglichkeit. Zunächst muss man davon ausgehen, dass Menschen ihr Fortkommen immer stärker nach ihren eigenen individuellen Vorstellungen gestalten wollen. Viele stellen sich auf ihren Smartphones ganz pragmatisch ihre eigene Reiseroute zusammen.
Standard: Was fehlt Ihnen da beispielsweise in der Stadt Wien?
Knie: Wien hat ein hervorragendes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln. Es wird von 40 Prozent der Bevölkerung genutzt, das ist der Spitzenwert in Europa, auch weltweit gesehen liegt Wien sehr weit vorn. Es ist also nicht sinnvoll, noch drei Nachtbuslinien mehr einzuführen. Besser ist es, Carsharing zu fördern, um mehr individuelle Möglichkeiten des Fortkommens zu schaffen. Auch die Nutzung von Taxis wird man künftig neu überdenken müssen.
Standard: Wie könnte das gehen?
Knie: Bleiben wir beim Nachtbus. Wenn eine Linie nicht von besonders vielen Menschen genutzt wird, dann ist es sinnvoller, sie aufzugeben und auf dieser Strecke von der Stadt geförderte Taxis einzusetzen. Möglich wäre, dass alle, die eine Jahres- oder Monatskarte haben, das Taxi gratis nützen können. Wir haben einige Modelle durchgerechnet, das kann sich für die Stadt finanziell lohnen.
Standard: Im Ausbau von öffentlichem Verkehr sehen Sie generell keine Zukunft mehr?
Knie: Nicht grundsätzlich. Man kann dieses für Wien mögliche Konzept nicht auf alle Städte gleich umlegen. London oder Rom zum Beispiel liegen beim öffentlichen Verkehrsnetz Jahrzehnte zurück. Dort muss dieses erst mal ausgebaut werden. Berlin wiederum liegt im Mittelwert, also zwischen Wien und Rom. Allerdings ist in Berlin das Fahrrad auch viel wichtiger als anderswo. Im Sommer bewegen sich dort 17 Prozent der Menschen damit fort.
Standard: Radweg-Ausbau kann man vermutlich nur empfehlen.
Knie: Wir brauchen auch hier ein Umdenken. Bisher galt: Die Straße gehört dem Auto, Radwege werden aber gnädigerweise daneben gebaut. Im Verkehrssystem der Zukunft sollten Radwege gleichberechtigt neben Straßen existieren können.
Standard: Wie sehen Sie die Zukunft von Elektroautos?
Knie: Diese werden unser Denken verändern. Man kommt damit einfach nicht so weit wie mit einem Fahrzeug, das einen Verbrennungsmotor hat. Also beobachten wir, dass Besitzer von Elektroautos beginnen, Wege zu überdenken - nach dem Motto: Ich habe weiter weg einen Termin. Muss ich da wirklich hin? Das ist extrem spannend. Die Nutzung verändert den Menschen.
Standard: Auf dem Land helfen vielerorts weder Rad noch Elektroauto. Wie löst man das Problem?
Knie: Auch da ist es nicht sinnvoll, immer nur in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu investieren. In dünnbesiedelten Gebieten kommt man weder mit Schiene noch Bus überallhin. Es ist besser, man gibt das Geld an soziale Gruppen, die sich selbst um die Organisation kümmern. Ob Subvention von Großraumtaxis oder der Ausbau von Carsharing, es gibt es viele Möglichkeiten. Die Menschen vor Ort, wissen selbst am besten, was sie brauchen. (Birgit Baumann, DER STANDARD, Printausgabe, 24.2.2012)
ANDREAS KNIE (51) ist Professor für Technik-Soziologie an der TU Berlin und Geschäftsführer des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel in Berlin. Am 28. Februar hält er in Wien bei einer Tagung über urbane Mobilität den Eröffnungsvortrag.
derStandard.at/SMS: Nachrichten in Echtzeit auf Ihr Handy!
Gefahr durch Oberleitungen, die sich um Zug gewickelt hatten
Großzügig berechnete Inflationsanpassung macht Mautpickerl nächstes Jahr um 2,10 Euro teurer
Die Verkehrs-Neuregelung für die Salzburger Altstadt wird erst nach den Festspielen umgesetzt. Die Innenstadtsperre gibt es diesen Sommer nicht. Für die zuständige Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) hagelt es Kritik von allen Seiten
Korridorstrecke für alle Züge geöffnet - Laut ÖBB eventuell kleinere Verspätungen wegen teilweise eingleisigem Zugbetrieb
Salzburg und Vorarlberg liegen an der Spitze, Wien hinkt hintennach
Halbe Stunde wird von 60 auf 90 Cent und in den Grünen Zonen von 40 auf 60 Cent angehoben
Realisierung einer Ersatzstraße voraussichtlich bis Ende Juli
Anteil von 42 Prozent an Opfern tödlicher Straßenverkehrsunfälle in Stadtgebieten - EU-Wert bei 37 Prozent
Rückgang auch bei Temposündern und Alkolenkern
Autofahrer streiten vor allem untereinander, Radler fühlen sich gefährdet
Die Asfinag muss auf den Autobahnen A1, A4, A8 und A9 großflächige Bereiche sanieren
Als zeitsparende Ausweichroute für Pendler wird Rodelstrecke zum Fußweg umfunktioniert
Sparen Sprit und CO2 und retten Leben - Kein Zwang zur Zulassung von Gigaliner - Bures lehnt Einsatz von Monster-Trucks scharf ab
Öffentlicher Verkehr in der Verkehrsregion Ost hatte 2012 um knapp vier Prozent mehr Fahrgäste
2030: Ein halbe Million mehr Menschen müssen in den Ballungsräumen transportiert werden
Verkehr Richtung Innsbruck einspurig geführt
Verfassungsjurist bestätigt Zulässigkeit der Novelle - Eigene Hinweisschilder für überwachte Strecken geplant
Vor zehn Jahren führte London die Staugebühr-Zone ein. Ex-Bürgermeister Ken Livingstone berichtete in Wien über das Londoner Erfolgsmodell - der VCÖ fordert nun Ähnliches für Österreich
Ein Viertel der Autofahrer fährt bereits auch mit anderen Verkehrsmittel
In Stetteldorf am Wagram können Schüler, Pendler und Pensionisten mit dem "SPA-Mobil" um wenig Geld mobil sein. Dank Freiwilliger, die sie fahren. Viele buchen die Fahrgelegenheit fix.
Wir sollen also alle Bobos werden - in guten Bezirken leben, mit Öffis in unsere Ateliers fahren, mit dem Hybrid unsere Kinder in die alternativen Kindergärten bringen, Demos gegen die immerwährende Gefahr von rechts veranstalten, 100% vernünftig sein ... verdammt - jeder soll leben wie er will und jeder soll sich die PS kaufen, die er kann/mag. Wie viele sinnlose Fahrten machen LKWs weil wir so viel Müll kaufen, stoßen all die alten Ölheizungen aus, die Transitstrecken, der Schitourismus, die Sonntagsfahrer, die Grablichter... - das Leben wird ganz schön fad wenn alles vorgegeben wird; und wofür das alles? Damit das Licht um 5 Jahre später aus geht? Ich pfeif drauf, ich habe ein sinnloses 200ps Cabrio und hab Spaß damit!
Mag ja sein, dass es klass ist, wenn jeder tun kann, was er will - aber die eigene Freiheit hört bekanntlich dort auf, wo die Freiheit des anderen anfängt. Und wenn der Autoverkehr zigtausende Leute krank macht und deren Lebensqualität durch Lärm ruiniert, dann ist das keine Lappalie, sondern ein ernstes Problem. Und wieso das Recht auf sinnloses Cabriofahren wichtiger sein sollte als das Recht auf Gesundheit, muss mir erst mal wer erklären.
und noch eine ganz subjektive beobachtung:
welcher typ mensch fährt übermotorisierte sogenannte obere mittelklasse autos?
ganz selten jene, die sich so ein auto auch finanziell wirklich leisten können!
;=)
100ps reichen für das legale fortkommen in österreich vollkommen aus!
mimimi, die steuer die ich für meine (eigenfinanzierten) autos mit einem vielfachen an leistung beim anmelden, mit der motorbezogenen und an mineralölsteuer mehr bezahle als andere machen übersteigen den mehreinfluss auf die umwelt um ein vielfaches.
...aber jeder, der mehr als 100 PS hat, soll wesentlich mehr steuern zahlen, pro PS so uns so viel zig eur / Monat mehr. Und das bitte zweckgebunden für den umweltschutz verwenden.
Ähnliches auch für Benzinfresser und übergrosse Autos...
das ist jetzt schon so.......beim kauf (nova) und bei der motorbezogenen steuer. also wischen'S ihnan den geifer wieder aus dem gesicht und sagen'S was sie wirklich wollen: alle sollen so ein mieses, armseliges, frustriertes dasein führen wie sie, dann hätten'S keine minderwertigkeitskomplexe.
und dann bitte darf auch nur noch jeder jeans und ein tshirt herumgehen..weil mehr ist doch unnötig..und handys dürfen nur noch telefonieren können...weil mehr ist unnötig...und jeder darf nur noch kartoffeln und gemüse mit 1 mal die woche fleisch essen...weil mehr ist unnötig
ich wäre noch radikaler. zb dass die leere fahrzeugmasse nur maximal ein bestimmtes vielfaches der nutzlast ist. das würde die fetten schweren limosinen mal komplett verbieten!
sobald nurnoch leichte kleine autos herumfahren dürfen, wird sich auch schnell die motorleistung reduzieren, da ein kleinwagen mit 60ps genau so anzieht sie eine fette limo mit 120ps.
Weil man ohnedies nicht schneller fahren darf.
60-70PS sind mehr als ausreichend um kontrolliert beschleunigen zu können. Die meißten Autos haben mehr, was passiert nun. In der Stadt ist der Verkehr viel hecktischr geworden, weil so schnell beschleunigt wird. Damit werden viele Situationen unübersichtlich, weil sie zu schnell zu Stande kommen.
Das ist einfach Schwachsinn und hat mit Komfort absolut nichts zu tun. Das ist oftmals reines Dominanzverhalten, welches sich im Nutzen der PS ausdrückt.
Wenn sie inhaltlich nicht weiter wissen, dann neigen Sie wohl dazu Leute persönlich zu diffamieren. Es freut mich sehr, dass Ihnen derlei Schreibfehler nicht passieren, dies war jedoch nicht sehr förderlich bei Ihrer charakterlichen Entwicklung. Sollten Sie irgendwelche Gegenargumente haben, bitte, aber anscheinend endet Ihr Verstand bei Ihrer Rechtschreibung.
hä? ich darf in DE so schnell fahren wie ich will!
ich darf eine bergstrasse mit +-100km/h fahren und bei gewissen strecken schaffens mit 60ps nur 50
und ich mag es nicht wenn mir ein mitbürger der kein auto braucht vorschreiben will wie ich zu leben habe
ich fordete ja auch nicht alle opern oder öffis zu schliessen weil ich sie nicht brauche
Na dann versuchens mal in Österreich zu fahren, wenn sie nur deutsche Straßen verwenden, damit sie schneller fahren können.
Ich hab lediglich auf widersprüchliche Tatsachen hingewiesen und daraus resultierenden Gefahren und Missständen. Dass das so persönlich ausgetragen wird, scheint wohl an der tiefen psychischen Verankerung von Autos in den Köpfen der Herrchen zu liegen. Dies zu bemängeln bedeutet jedoch nicht so etwas nicht zu bestitzen.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.