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Jaime Lerner war zweimal Gouverneur.
Der Urbanist und Architekt Jaime Lerner hat das brasilianische Curitiba erneuert. Heute ist die Millionenstadt ein Modell für eine grüne Stadt - auch dank eines ausgeklügelten Mobilitätskonzepts, wie er Gerhard Dilger erzählte.
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STANDARD: Was läuft schief in unseren Städten?
Lerner: 75 Prozent der CO2-Emissionen entstehen in den Städten. Entwickeln wir unsere Städte nachhaltig, hilft das mehr als alles andere, den Klimawandel zu bremsen.
STANDARD: Wie soll das funktionieren?
Lerner: Wir müssen unser Konzept von Stadt verändern. Das heißt weniger Auto fahren, nicht völlig darauf verzichten, aber auf den Routinestrecken öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Zweitens müssen wir näher am Arbeitsplatz wohnen, um unnötigen Zeit- und Energieaufwand zu vermeiden.
STANDARD: Curitiba wird als Ökostadt bewundert - besonders wegen des Transportsystems, des Bus Rapid Transit. Wie hat das angefangen?
Lerner: In den 1970ern gab es die Vorstellung, jede große Stadt brauche eine U-Bahn. Dafür hatten wir kein Geld. Wir überlegten, wie man ein schnelles, oberirdisches System entwickeln könnte. Jetzt haben wir eine eigene Spur für Busse. Das System ist genauso bequem und schnell wie die U-Bahn. Niemand muss länger als eine Minute auf den Bus warten ...
STANDARD: ... und das hat reibungslos geklappt?
Lerner: Wir haben 1974 mit 25.000 Passagieren pro Tag angefangen. In den Achtzigerjahren kamen die Zubringerbusse hinzu. Heute sind es 2,3 Millionen Passagiere, das sind so viele wie in der Metro von São Paulo. Man muss also nicht 30, 40 Jahre auf eine U-Bahn-Linie warten. Man kann sofort loslegen, und es kostet nur ein Prozent des Baus einer Metro.
STANDARD: Andere Städte wie Bogotá oder Seoul sind diesem Modell gefolgt. Warum setzt es sich in Brasilien nicht stärker durch?
Lerner: Wir schlagen vor, die Oberfläche zu "metronisieren", doch oft versteht man das Prinzip nicht, es geht ja nicht nur um die Busse. Unsere Vision geht von Achsen aus, an denen sich das Leben, die Arbeit, die Freizeit und eben auch die Mobilität abspielen.
STANDARD: Wie kann man die "motorisierte Apokalypse" vermeiden?
Lerner: Die Mobilitätssysteme müssen sich ergänzen. Metrolinien, Schnellbuslinien müssen "intelligent" sein. Ein "intelligentes" Auto zum Beispiel arbeitet in diesem System den Öffis zu. Unser Team hat einen Zweisitzer entwickelt, den elektrischen Dock-Dock. Dieses Auto ist nur halb so groß wie der Smart. Er steht an großen Haltestellen oder Einkaufszentren. Wer ihn nutzen will, zahlt mit Magnetkarte. Für die ersten Prototypen interessieren sich mehrere Städte in Brasilien, in den USA und Europa. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.2.2012)
JAIME LERNER, Jg. 1937, war Bürgermeister von Curitiba, Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Paraná.
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buslinien und fertig? ich steh ja wirklich nicht auf die manchmal elendslangen interviews hier - nur das schaut so oag verkürzt aus dass ich vermeine man hätte da ein oder zwei zitatae aus presseaussendungen genommen und voilá, schon heißt das interview.
wieviel co²-ersparnis, wieviel kosten die öffis.... ein bisserl mehr tiefgang bitte!
Nicht einfach nur "Buslinien und fertig", sondern ein paar Details wie man's richtig macht: Verzicht auf sündteure U-Bahnen, dafür ein dichtes, aber trotzdem preiswert und schnell aufbaubares Oberflächennetz das gegenüber dem Individualverkehr wirklich konsequent bevorrangt wird (keine Wartezeiten an Ampeln und durchgehend eigene Spuren auch auf Kosten des IV).
LOL... wär bei uns zu vergessen, da es im winter in den großstädten schon bei ca. 10cm schnee ein chaos gibt und der wagen im umland beim nächsten schneehaufen hängen bleiben würde...
wo's passt, kann man solche ideen sicher gut umsetzen...
Um diese Konzepte zu verstehen, müsste man den durchschnittlichen, österreichischen fett gefressenen Autofahrer mal über den Tellerrand sehen lassen – sprich einige Jahre im Ausland leben lassen.
Dann würden vielleicht einige, unserer ignoranten, egoistischen Autofahrer, das Konzept:
A city for people, not for cars (eine Stadt für Menschen, nicht für Autos), verstehen.
http://www.citiesforpeople.net/cities/cu... itiba.html
--> die Verkehrskonzepte von Österreich sind ewiggestrig.
und du sollstest es vielleicht auch mal in andere Länder schaffen um zu erkennen, dass dies kein österreichisches problem ist, sondern fast ueberall schlimmer.
dennoch, ich stimmt zu, städte den menschen und nicht den autos, bloß lieben die Menschen ihr Auto und ihre Mobilität und somit muss das Autofahren vernünftig eingebunden werden.
nur deren Umsetzung.
In Wien gibt's z.B. manche Straßenbahnlinien (wie den jetzt mit dem Bau begonnen 26er) seit dem Masterplan - Verkehr 1994. Viele aus den alten MPVs sind aber wieder gestrichen worden, einfach, weil er nie umgesetzt wurde.
Das betrifft natürlich nicht nur Straßenbahnprojekte.
Im Endeffekt setzen sich Bau-, Auto- und Öllobby fast immer durch.
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