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New York/Washington - Das Vogelgrippe-Virus H5N1 hat möglicherweise eine größere Verbreitung als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher angenommen. Eine aktuelle US-Studie, die auf der Auswertung von 20 anderen Studien beruht, kommt zu dem Schluss, dass der Erreger damit auch weniger tödlich ist.
Taia T. Wang und Peter Palese von der Mount Sinai School of Medicine in New York (USA) stellen die WHO-Kriterien zum Nachweis einer Infektion mit dem Erreger infrage. Diese berücksichtigten möglicherweise nur schwere Fälle von Vogelgrippe, bei denen Patienten im Krankenhaus landen und eine schlechtere Prognose haben, die Krankheit zu überleben.
Bei der neuen Auswertung hatten schätzungsweise ein bis zwei Prozent von mehr als 12.500 Studienteilnehmern Nachweise für eine vorausgegangene Vogelgrippeinfektion im Blut. Im Großen und Ganzen zeigten sie davor keine Symptome von Atemwegs- oder fieberhaften Erkrankungen, schreiben Wang und Palese.
Viele Infizierte nicht untersucht
Nach Auskunft der "Science"-Autoren treten die Vogelgrippeviren vor allem bei Menschen und Vögeln in ärmeren Gegenden auf, in denen es wenig Gesundheitsversorgung gibt. Sie stellen die These auf, dass viele Menschen mit der Infektion nicht untersucht werden und diese nicht bestätigt werden kann. Darüber hinaus berichteten Menschen mit Spuren einer Vogelgrippe-Infektion im Blut häufig, dass sie keine Grippe-ähnlichen Symptome hätten, schildern Wang und Kollegen. Milde Verläufe würden nicht von der WHO berücksichtigt.
Nach Angaben der WHO sind weltweit seit 2003 fast 600 Erkrankungsfälle durch Vogelgrippe bei Menschen bekanntgeworden, nach WHO-Daten starben fast 60 Prozent der Patienten daran. (APA, red)
Abstract
Science: Seroevidence for H5N1 Influenza Infections in Humans: Meta-Analysis
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