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Das Auflichtmikroskop erlaubt die Erkennung früher Melanome.
Wien - Erstmals gibt es medikamentöse Therapien, die einen nachgewiesenen Effekt bei Melanom-Erkrankungen im Spätstadium haben: Mit der Substanz Vemurafenib erhielt vor wenigen Tagen in Europa ein neues Therapeutikum die Zulassung, das zur sogenannten personalisierten Medizin gehört, die Mortalität reduziert und das Fortschreiten der Erkrankung verhindert, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.
"Das Melanom ist eine bösartige Krebserkrankung, die aus den Melanozyten in der Haut hervorgeht. (...) In Australien erkrankt bereits einer von 20 Menschen während seines Lebens, in den USA einer von 50 und in Österreich einer von hundert. Ich glaube aber, dass die Zahl für Österreich unterschätzt ist", sagte Franz Trautinger, Dermatologe von der Landesklinik St. Pölten. Weltweit erkranken jährlich rund 200.000 Menschen an "Schwarzem Hautkrebs".
Personalisierte Therapie
Rund 1.300 Menschen bekommen in Österreich jährlich die Diagnose eines Melanoms gestellt. Auch hier dürfte die Zahl laut dem Experten wegen einer hohen Dunkelziffer deutlich größer sein. Der Spezialist: "Im Stadium IV mit Fernmetastasen leben nach einem Jahr nur noch 50 Prozent der Patienten, nach zehn Jahren weniger als zehn Prozent. Die Früherkennung ist entscheidend. Bisher gab es für die Behandlungsmöglichkeiten bei Patienten mit Metastasen keine nachgewiesene, lebensverlängernde Wirksamkeit."
Die Situation ist durch die moderne molekularbiologische Forschung mit Entwicklung von Arzneimitteln der "gezielten Therapie" im Rahmen der personalisierten Medizin in einem hochgradigen Wandel. 2010 wurde berichtet, dass der monoklonale Antikörper Ipilimumab, der die körpereigene Immunabwehr gegen Melanomzellen wieder aktiviert, eine positiven Effekt hat. Fast gleichzeitig gab es die ersten positiven Meldungen zu der Substanz Vemurafenib ("Zelboraf"/Roche).
Trautinger: "Man kann damit den 'Schalter' abdrehen, der die Melanomzellen in die Zellteilung treibt. In ihnen ist ein wichtiger Signaltransduktionsweg - RAS/BRAF - immer aktiv. Das erfolgt duch die sogenannte BRAF-V600-E-Mutation. Sie tritt bei 40 bis 70 Prozent aller Melanome auf, bei acht Prozent aller Karzinome."
Mutiertes Protein hemmen
Im Rahmen der personalisierten Krebstherapie wird daher zunächst bei Patienten an Melanomgewebe-Proben im Labor untersucht, ob deren DNA diese Mutation aufweist. Nur wenn das der Fall ist, wirkt Vemurafenib, indem es das mutierte Protein hemmt. Das Ergebnis laut den klinischen Studien: Die Gabe der neuen Substanz statt einer Chemotherapie mit Dacarbazine senkte das Sterberisiko während der Studie um 63 Prozent und erhöhte die Überlebenszeit von durchschnittlich 9,6 auf 13,2 Monate. Der Tumordurchmesser verkleinerte sich um 90 Prozent im Vergleich zu 30 Prozent bei alleiniger Chemotherapie.
Allerdings entwickeln die Tumoren mit der Zeit eine Resistenz gegen das Arzneimittel. Hier sind noch weitere Forschungen notwendig. In der Pipeline befinden sich derzeit noch zahlreiche spezifisch wirkende Anti-Melanom-Medikamente. Der Feldkircher Pathologe Felix Ofner. "Wir sind von der Zellpathologie zur Molekularpathologie gekommen. Wir haben es mit einem neuen Universum zu tun." (APA)
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1. "die Mortalität reduziert und das Fortschreiten der Erkrankung verhindert"
2. "Allerdings entwickeln die Tumoren mit der Zeit eine Resistenz gegen das Arzneimittel"
Damit ist klar, dass die Verlängerung des Lebens eine sehr kurze ist. Und die Nebenwirkungen beschreibt PharmaWiki so:
"Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Haarausfall, Müdigkeit, Photosensibilisierung, Übelkeit, Juckreiz und Papillome. Vemurafenib kann zur Bildung von Plattenepithelkarzinomen führen und das QT-Intervall verlängern."
Das heißt im Klartext: die offenbar nur kurze Lebensverlängerung wird mit starken Nebenwirkungen und ggf. sogar weiterem Krebs erkauft.
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