Verbindung zwischen "innerer Uhr" und plötzlichem Herztod

24. Februar 2012, 08:30
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Die meisten tödlichen Herzinfarkte ereignen sich am Morgen

Paris - Zwischen einem plötzlichen, tödlichen Herzinfarkt und der "biologischen Uhr" des Menschen gibt es eine Verbindung: Forscher fanden erstmals einen molekularen Zusammenhang zwischen Herzrhythmus-Störungen und dem Tag-Nacht-Rhythmus, wie aus einer am Mittwoch im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Studie hervorgeht. Die meisten Fälle eines plötzlichen, tödlichen Herzinfarkts ereignen sich am Morgen, in einem geringeren Maße auch am Abend.

Diese Auffälligkeit bei den Herzrhythmus-Störungen hatte die Aufmerksamkeit der Forscher auf den 24-Stunden-Rhythmus des Menschen gelenkt, der auch mit dem Einfluss des Lichtes in Verbindung steht. Die "innere Uhr" beeinflusst eine ganze Reihe von Faktoren beim Menschen, darunter die Hormonausschüttung, den Stoffwechsel und den Schlaf-Wach-Rhythmus.

Klf15 übernimmt Kontrolle

Nun fanden Forscher um Mukesh Jain von der US-Universität Case Western Reserve in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio heraus, dass ein Übertragungsfaktor namens Klf15 bei der Kontrolle der elektrischen Stabilität des Herzens eine Rolle spielt. Denn die Herzschläge werden von einem natürlichen elektrischen Stimulator im Herzen ausgelöst. Der Faktor Klf15 kontrolliert mittels eines Proteins den Zufluss von Kalium in die Muskelzellen des Herzens. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Klf15 den 24-Stunden-Rhythmus kontrolliert und bei manchen Patienten mit Fehlfunktionen des Herzens fehlt.

Für ihre Untersuchung züchteten die Wissenschafter genetisch veränderte Mäuse: Bei einer Gruppe fehlte der Faktor Klf15 ganz, die andere hatte zu viel Klf15 im Körper. In beiden Fällen hatten die Nager ein erhöhtes Risiko, an Herzrhythmus-Störungen zu sterben. Dies zeige erstmals einen molekularen Zusammenhang zwischen Herzrhythmus-Störungen und der "biologischen Uhr". Nun müsse noch nachgewiesen werden, dass dies auch beim Menschen für den plötzlichen Tod durch Herzrhythmus-Störungen eine Rolle spielt. (APA)

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