Papst warnt vor Eitelkeit und Karrierestreben

23. Februar 2012, 16:30
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Appell an Priester zu größerer Demut

Rom - Nachdem Vorwürfe der Misswirtschaft und der Korruption in der Verwaltung des Vatikan sowie angebliche Mordkomplotte gegen den Papst für Spannungen in der römischen Kurie gesorgt haben, hat der Heilige Vater am Donnerstag das Karrierestreben unter den Geistlichen angeprangert. "Wir müssen uns von dieser Eitelkeit befreien, die letztendlich gegen mich ist und mich nicht glücklich macht", sagte Benedikt XVI. in einer Ansprache vor römischen Priestern, die er zu Beginn der Fastenzeit bei einer Audienz empfing. Dabei wendete sich der Papst überraschend in der "Ich"-Form an die Priester.

Hochmut ist Wurzel aller Sünden

Jeder müsse seine bescheidene Position in der Kirche akzeptieren. Diese Bescheidenheit führe dazu, dass man nicht im Vordergrund stehen will, sondern die Pflichten erfülle, die Gott wünsche. Bescheidenheit sei die erste Tugend, die von Priestern gefragt sei. Im Gegensatz dazu stehe der Hochmut, der die Wurzel aller Sünden sei. Niemand dürfe glauben, er sei der Mittelpunkt der Welt. "Bescheidenheit bedeutet, in der Wahrheit zu Leben", so der Papst.

"Religiöser Analphabetismus"

Benedikt XVI. warnte vor "religiösem Analphabetismus" in der heutigen Zeit. "Mit diesem Analphabetismus kann die Einheit der Christen nicht wachsen", warnte der Papst. Eine Aufgabe im Rahmen des bevorstehenden Glaubensjahres sei die Förderung des Glaubens in der Wahrheit. Das Glaubensjahr beginnt am 11. Oktober 2012, dem 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) durch Johannes XXIII., und läuft bis zum 24. November 2013. (APA)

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    Die Einheit der Christen sei durch "religiösen Analphabetismus" gefährdet.

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