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Heerenveen - Leere Hallen, langweilige Wettkämpfe, weniger Nationen - der Eislauf-Weltverband (ISU) befindet sich in der tiefsten Krise seiner Geschichte. Längst ist das Wettkampfsystem im Eisschnelllauf mit drei Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft jährlich nicht mehr zeitgemäß. "Die ISU sagt, was wir seit 1895 haben, müssen wir erhalten. Sie hat Angst vor Veränderungen", beklagte der dreifache Olympiasieger Ard Schenk, der acht Jahre Mitglied der Technischen Kommission war, diese aber verließ.
Nach seinem fünften Mehrkampf-Titel hat sich auch Rekord-Champion Sven Kramer erstmals für eine grundlegende Erneuerung der Strukturen stark gemacht. "Die Männer müssen weg", sagte er dem niederländischen Sportmagazin "NUsport" und kritisierte indirekt Präsident und Vizepräsident der ISU, den Italiener Ottavio Cinquanta und den Niederländer Jan Dijkema. Vor allem der Mehrkampf, in dem seit 1893 WM-Titel vergeben werden, habe in seiner heutigen Form keine Zukunft mehr.
Ob die ISU-Bosse auf die Kritik reagieren, bleibt fraglich. So hatten die Top-Funktionäre selbst ein "Brainstorming" am Rande der WM 2011 in Inzell abgesagt. "Da kommen gute Ideen auf den Tisch und es führt wieder zu nichts, weil die ISU nicht teilnimmt", empörte sich der in den Niederlanden überaus populäre Schenk. Selbst der zuständige Dijkema habe kein Interesse gezeigt.
Indes sind in Heerenveen die Pläne für eine neue Eisschnelllauf-Halle gescheitert. Die Abgeordneten von vier Parteien stimmten gegen den Plan der Gemeinde, für 100 Million Euro eine hochmoderne Arena als Ersatz für die 25 Jahre alte Thialf-Halle zu bauen. Die Weltmeister Ireen Wüst und Kramer waren für einen Neubau. Nun wird stattdessen eine Kombination von Neubau und Modernisierung der bestehenden Halle vorgezogen. Diese Variante kostet die Provinz 20 Millionen Euro. (APA)
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