Neues Research Studio forscht an alternativer Wasserstoffproduktion

23. Februar 2012, 14:45
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Saubere Perspektiven für Brennstoffzellenanwender

Graz - Die Bedrohung, dass die fossilen Energieträger bald zu Ende sein könnten, und die Debatte über die Klimaerwärmung heizen die Diskussion über alternative Energiequellen an. Hohe Erwartungen werden in wasserstoffbetriebene Fahrzeuge gesetzt. Wichtig für die Akzeptanz der Brennstoffzellenautos bei den Konsumenten ist, dass der Wasserstoff grün, also CO2-frei, produziert wird. Die dezentrale Gewinnung von Wasserstoff aus erneuerbaren Rohstoffen wird am neuen Research Studio Austria (RSA) "Flex-Fuel-Reformer" an der TU Graz untersucht.

In der Brennstoffzelle verbindet sich Wasserstoff und Sauerstoff, getrennt durch eine protonenleitende, gasundurchlässige Membran unter Abgabe von Energie zu Wasser - ohne Bildung von schädlichen Treibhausgasen. Ein Großteil der heutigen Produktion des Wasserstoffs verläuft jedoch über die katalytische Umsetzung von Methan (Erdgas) mit Wasser. Dabei wird als unerwünschtes Nebenprodukt Kohlendioxid produziert. Im Projekt "Flex-Fuel-Reformer" untersuchen Forscher der TU Graz nun die Möglichkeiten einer dezentralen Wasserstoff-Produktion aus erneuerbaren Rohstoffen und wollen eine entsprechende Anlage auch realisieren, schilderte Viktor Hacker vom Institut für Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik der TU Graz.

Vorteil kleiner Produktionsanlagen

Vision der Grazer Forscher ist es, dass die Gewinnung des Wasserstoffes in kleinen Anlagen nahe der Rohstoffquelle bzw. dem Verbraucher erfolgen kann. Damit würden auch die Kosten des Transports der Rohmaterialien, wie etwa Biogas oder Pflanzenöl, entfallen. Der Vorteil entsprechender kleinformatiger Anlagen, die mit erneuerbaren Rohstoffen arbeiten, liegt für Projektleiter Hacker auf der Hand: "Wasserstoff ist der primäre Brennstoff für den Betrieb von Brennstoffzellen. Diese wandeln chemische Energie sehr effizient in elektrische Energie um und werden künftig hoffentlich verstärkt zur Strom- und Wärmeerzeugung und in der Automobilität eingesetzt". Im Bereich der Mobilität wäre eine kostengünstige, dezentrale Wasserstoffproduktion aus erneuerbaren Rohstoffen für die Versorgung der Brennstoffzellen ein wesentlicher Fortschritt.

Das Projekt wird in den nächsten drei Jahren mit finanzieller Unterstützung des Wirtschaftsministeriums im Rahmen des Programms "Research Studios Austria" durchgeführt. Spezifikum der jüngsten Ausschreibung war der Schwerpunkt im Bereich Energietechnologien. Aus 49 Einreichungen wurden bundesweit 20 Studios mit rund 12,9 Millionen Euro gefördert. Kooperationspartner der TU Graz im Projekt "Flex-Fuel-Reformer" sind die AVL, die OMV und Fronius. (APA)

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