Sawiris will strategische Führung der Telekom Austria haben

23. Februar 2012, 13:08
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Ägyptischer Milliardär in "News": Wettbewerbsfähiger werden, dann bleibe ich langfristig, auch bei Pecik-Ausstieg

 Der ägyptische Milliardär und Investor Naguib Sawiris, der gemeinsam mit Ronny Pecik 20 Prozent der Telekom Austria gekauft hat, sieht seine Beteiligung als langfristiges Investment und will das Telekom-Unternehmen strategisch führen. "Hier ist alles kleiner, es gibt nicht so viel Bewegung, und man braucht nicht so große Summen. Es ist sehr stabil, und dadurch sind die Risiken überschaubar. Man muss länger hierbleiben, um die Möglichkeiten auszuloten" sagte er im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "News". Und weiter: "Ich bin nicht jemand, der rein- und gleich wieder rausgeht. Man erzielt das beste Ergebnis nur, wenn man langfristig investiert bleibt".

25 Prozent

Sawiris würde auch dann bleiben, wenn Pecik aussteigen sollte. Das sei eine Möglichkeit. Er bleibe, außer "wenn ich merke, dass wir das Unternehmen nicht ändern können". Die Firma muss wettbewerbsfähiger werden. "Wenn die Regierung es zulässt, die Prozesse zu optimieren, aufzuräumen und für mehr Wertschöpfung zu sorgen, dann bleibe ich langfristig. Wenn sie sich zieren, wenn man das nicht will, wenn man blöd tut, dann gehen wir weg". Um seine Ziele zu erreichen müsse er aber die strategische Führung im Unternehmen haben, sagte Sawiris. Nach Medienberichten wollen Sawiris und Pecik in Kürze ihre Beteiligung über 25 Prozent aufstocken. Ein Aufsichtsratsmandat in der Telekom Austria würde Sawiris annehmen.

Von den Veränderungen müssten auch die Mitarbeiter etwas haben, "aber nur die fleißigen und ehrlichen. Ich meine nicht die, die um 11 Uhr kommen und um 15 Uhr gehen", so Sawiris im "News". Der Fehler des Sozialismus sei, alle Arbeiter auf eine Stufe zu stellen. "Aber es gibt Unterschiede. Manche faulenzen und stehlen. Denn warum gibt es Korruption vor allem in staatsnahen Unternehmen?"

Korruption

Sawiris verweist darauf, dass er viel Erfahrung mit staatlichen und staatsnahen Unternehmen habe: "Man trifft auf drei Merkmale: Korruption, Unfähigkeit, und sie agieren zu langsam. Der Staat ist normalerweise nirgends ein guter Manager. Denn niemand wirbelt Staub auf, es passiert nichts, und alle machen weiter wie bisher. Da muss erst ein privater Investor unter den Teppich schauen und die Arbeitsprozesse analysieren".

Sawiris kann sich demnach auch einen Wohnsitz in Österreich vorstellen. "Ich reise sehr viel, bin weltweit unterwegs. Aber ich kann mir gut vorstellen, hier ein Haus zu haben und viel Zeit in Österreich zu verbringen". Vorige Woche nahm Sawiris auf Einladung von Pecik am Wiener Opernball teil. Er selber lebe in Kairo, seine Frau mit drei Töchtern in Paris, sein 19-jähriger Sohn in Boston.

In Österreich kann man neue Freunde gewinnen

"In Österreich habe ich mich immer wohl gefühlt. Die Menschen sind sehr freundlich. Ich habe viereinhalb Jahre in Zürich gelebt. Man spürt hier viel mehr Wärme als in der Schweiz. Wien ist eine großartig künstlerische Stadt mit all ihren Galerien. In Österreich kann man neue Freunde gewinnen. Die Schweizer sind stur, kleinlich und kalt", so Sawiris, der in Kairo leben will, um sich politisch zu engagieren: "Ich bin der einzige Geschäftsmann, der gegen die Moslembruderschaft aufgestanden ist. Auch wenn die jetzt in die Regierung kommen und mir schaden können. Man muss im Leben Haltung beweisen. Ich will nicht, dass mein Land in die Hände von Extremisten fällt" sagte er zu "News". (APA)

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    Investor Naguib Sawiris

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