Keine "Real Vienna" zumindest 2012 und 2013

23. Februar 2012, 12:41
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Organisator Limbeck: Auch Schwenk zu Convention "war offenbar nicht interessant genug" - Messe-Termin ist für die nächsten Jahre aber reserviert

Die Ostimmobilien-Messe "Real Vienna" wird 2012 nicht stattfinden. Matthias Limbeck, Geschäftsführer des Veranstalters Reed Exhibitions Messe Wien, schließt auch für 2013 eine Neuauflage aus - danach müsse man sehen, wie sich der Markt entwickle. "Wir sind ein Spiegelbild des Marktes, und die Erholung in Osteuropa braucht nun weit länger, als es noch 2009 ausgesehen hat", sagt Limbeck im Gespräch mit derStandard.at. Auch der erst kürzlich vorgenommene Schwenk hin zu einer "Real Vienna Convention" mit ausgebautem Kongress-Programm sei "nicht angenommen worden", resümiert der Reed-Geschäftsführer. Man habe sich deshalb nun drei Monate vor der Veranstaltung dazu entschlossen, sie abzusagen.

Seit dem gestrigen Mittwochabend, als das Aus kommuniziert wurde, seien allerdings zahlreiche Mails im Veranstalterbüro eingetrudelt, in denen ebendies bedauert wurde - "auch von einigen gar nicht angemeldeten Unternehmen", berichtet Limbeck. Es hätten sich eben leider "sehr viele sehr lange Zeit gelassen", ihre Aussteller-Packages zu buchen - aufgrund dieser fehlenden Commitments sei den Veranstaltern nun nichts anderes übrig geblieben, als die Reißleine zu ziehen.

Termin ist reserviert

Dass die beiden großen Immobilienmessen MIPIM (im März in Cannes) und Expo Real (im Oktober in München) zu viel an Konkurrenz gewesen wären, glaubt Limbeck nicht. Der "globale Event" MIPIM sei ohnehin als Messe wenig interessant, "die Stände dort oft verwaist", der eigene Auftritt dort würde von zahlreichen Unternehmen schlicht als "Incentive-Reise" für die Mitarbeiter verstanden. Die Münchner Expo Real sei wiederum zu 80 Prozent eine deutsche Messe, auch wenn dort in letzter Zeit das Geschäftsfeld auf den CEE-Raum ausgeweitet wurde.

Limbeck schließt eine Wiederkehr der Real Vienna nicht aus. Die Messe mit ihrem speziellen Fokus auf Gewerbe- und Industrieimmobilien in Ost- und Südosteuropa finde nun zunächst einmal heuer und sicher auch 2013 nicht statt, "aber wir haben offene Türen", sagt er. Der Termin rund um den 24. Mai sei für die nächsten Jahre immerhin einmal reserviert worden. Wien sei ein guter Standort, es dürfte allerdings sehr schwierig werden, die Messe nach mehreren Jahren wieder mit Leben zu erfüllen.

ÖGNI hofft auf "andere Initiativen"

Bedauert wurde das Aus der Messe am Donnerstag auch von der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI). "Wenn sich Österreich und Wien als Standort und als Zentrale für den süd- und osteuropäischen Raum positionieren will, wäre eine solche Veranstaltung ein wichtiges Zeichen nach außen und ein wesentliches Fundament für eine nachhaltige Standortpositionierung. Auch als ÖGNI haben wir diese Plattform genutzt, etwa um Zertifikate offiziell zu verleihen. Nun wird sich die Immobilienwirtschaft auf die beiden Großveranstaltungen in München und in Cannes konzentrieren - und Wien verpasst die Gelegenheit sich zu positionieren", kommentiert ÖGNI-Präsident Philipp Kaufmann in einer Aussendung. Er hofft auf Initiativen anderer Marktteilnehmer "abseits der Messe, die den Gedanken verfolgen, Wien als Mittelpunkt des CEE-Raums zu verankern", jedes derartige Engagement sei zu begrüßen. (map, derStandard.at, 23.2.2012)

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