Schiffswrack in Nationalpark Donauauen vor Bergung

23. Februar 2012, 14:25
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Gesunkenes Schiff soll ab kommender Woche freigebaggert und dann zerschnitten werden

Wien/Bruck a.d. Leitha - Ein im Mai 2011 auf der Donau bei Regelsbrunn (Bezirk Bruck a.d. Leitha) gesunkenes Schiff soll demnächst geborgen werden. Das Wrack liegt seit Monaten im Gebiet des Nationalparks Donauauen und blockiert die natürliche Schifffahrtsrinne. Bisherige Bergeversuche scheiterten, in der kommenden Woche werde aber ein neuer Anlauf unternommen, teilte Reinhard Vorderwinkler, Leiter der Obersten Schifffahrtsbehörde im Verkehrsministerium, am Donnerstag mit.

Der Plan ist, das Schiff in der kommenden Woche freizubaggern, anschließend mit der Zerteilung des Wracks mittels Bergeschere zu beginnen und die einzelnen Teile abzutransportieren. Dies hätte bereits im Jänner erfolgen sollen, musste aufgrund der eisigen Temperaturen aber verschoben werden. "Wir werden schauen, dass wir die Bergung jetzt rasch durchziehen", so Vorderwinkler.

Schlamm macht Wrack doppelt so schwer

Bisherige Versuche waren gescheitert, weil man von einem falschen Gewicht des havarierten Gefährts ausgegangen war. Statt der angenommenen 250 Tonnen dürfte das Wrack nämlich rund doppelt so schwer sein, weil es mit Schlamm gefüllt ist. Fakt sei aber, dass das Schiff auf jeden Fall geborgen werden muss, wurde betont. In der Nebenrinne, über den der Schiffsverkehr derzeit laufe, sei das Unfallrisiko nämlich erhöht, zudem bestehe die Gefahr, dass sich das Wrack durch die Strömung weiterbewegt und letztlich an einem noch ungünstigeren Platz zu liegen kommt.

Die Umweltorganisation "Virus" hatte sich über eine mögliche Sprengung des Wracks empört und von "Schifferlversenken" auf der Donau gesprochen. Für diese Vorwürfe zeigte der Leiter der Schifffahrtsbehörde wenig Verständnis. Eine Sprengung werde "im Prinzip bei jeder Bergung" als Möglichkeit angeführt, gelte aber immer als "der letzte Ausweg". Zuerst werde auf jeden Fall versucht, das Schiff mit mechanischen Methoden aus dem Fluss zu bekommen. Rein sicherheitshalber habe man aber mit dem Nationalpark ein Einvernehmen über diese - letztmögliche - Bergungsmöglichkeit hergestellt. In seinen 25 Jahren Dienstzeit habe er jedoch noch nicht erlebt, dass ein Schiffwrack tatsächlich gesprengt werden musste. (APA)

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    Die Unglücksstelle im November 2011. Damals war ein Schubverband auf jenes Schotterschiff aufgelaufen, das im Mai davor gesunken war und nun geborgen werden soll.

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