Susanna Ridler & [koe:r] veröffentlichen "Susystems"
Am
Anfang sind da eine funky tönende Gitarre, eine sonor knarrende, sich
lustvoll eingroovende Bassklarinette sowie apart gefärbte
Rhythmustexturen aus dem Computer. Und eine Stimme, die unbekümmert von
Menschen erzählt, die einfach losspazieren - jeder mit seiner
Geschwindigkeit, jeder mit seinem Ziel.
Die in
Wien lebende Sänger-Komponistin Susanna Ridler knüpft mit Susystems
nahtlos an das 2008 veröffentlichte, titellose Debüt ihres
[koe:r]-Projekts an. Und bringt Songs zu Gehör, die in der komplexen
Verflechtung digitaler und akustischer Sounds (u. a. von arrivierten
Jazz-Cracks wie Wolfgang Puschnig, Gerald Preinfalk und Peter Herbert)
vielschichtige und doch sinnliche, organisch disponierte Mikrokosmen
darstellen.
Da ist Winter, die berückende Schilderung der
entschleunigten, schneegedämpften Stadt, da ist das roboterhaft-trashige
Plastic Mutation. Da sind die eigenwilligen Rekompositionen alter
Standards wie You Go To My Head, in dem die Sängerin, flankiert von
Puschnigs frenetischem Altsaxofon, den Songtext durch eine Steigerung
bis ins höchste Kopfstimmenregister bildhaft umsetzt. Die Komponistin in
Susanna Ridler versteht es, ihre vokalen Mittel klug
einzusetzen.
Susystems bestätigt sie als Singer/Songwriterin erfrischend
eigenständiger Kategorie. (felb / DER STANDARD, Printausgabe, 24.2.2012)