Organisch disponiert

23. Februar 2012, 17:20
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Susanna Ridler & [koe:r] veröffentlichen "Susystems"

Am Anfang sind da eine funky tönende Gitarre, eine sonor knarrende, sich lustvoll eingroovende Bassklarinette sowie apart gefärbte Rhythmustexturen aus dem Computer. Und eine Stimme, die unbekümmert von Menschen erzählt, die einfach losspazieren - jeder mit seiner Geschwindigkeit, jeder mit seinem Ziel.

Die in Wien lebende Sänger-Komponistin Susanna Ridler knüpft mit Susystems nahtlos an das 2008 veröffentlichte, titellose Debüt ihres [koe:r]-Projekts an. Und bringt Songs zu Gehör, die in der komplexen Verflechtung digitaler und akustischer Sounds (u. a. von arrivierten Jazz-Cracks wie Wolfgang Puschnig, Gerald Preinfalk und Peter Herbert) vielschichtige und doch sinnliche, organisch disponierte Mikrokosmen darstellen.

Da ist Winter, die berückende Schilderung der entschleunigten, schneegedämpften Stadt, da ist das roboterhaft-trashige Plastic Mutation. Da sind die eigenwilligen Rekompositionen alter Standards wie You Go To My Head, in dem die Sängerin, flankiert von Puschnigs frenetischem Altsaxofon, den Songtext durch eine Steigerung bis ins höchste Kopfstimmenregister bildhaft umsetzt. Die Komponistin in Susanna Ridler versteht es, ihre vokalen Mittel klug einzusetzen.

Susystems bestätigt sie als Singer/Songwriterin erfrischend eigenständiger Kategorie. (felb / DER STANDARD, Printausgabe, 24.2.2012)

  • Vertrieb: Hoanzl
    foto: hoanzl

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