Telekom-Affäre

Ametsreiter zur Telekom-Affäre: Holen uns 20 Millionen zurück - 20 Anzeigen folgen

23. Februar 2012, 11:15
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    foto: dapd/punz

    Wo war die Leistung? Telekom-Chef Hannes Ametsreiter will Geld zurück.

Michael Fischer, der als Vermittler zwischen ÖVP und Telekom gilt, wurde beurlaubt - Rückforderung von Zahlungen ohne Leistung

Wien - Die Telekom Austria will sich aus diversen Korruptionsaffären bis zu 20 Millionen Euro zurückholen. Gleichzeitig wurden 20 Anzeigen angekündigt. Es gehe darum, überall dort Geld zurückzufordern, wo "Zahlungen keiner Leistung gegenüberstehen", sagte Unternehmenschef Hannes Ametsreiter am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz. Er nannte beispielhaft die Stock-Options-Affäre aus dem Jahr 2004, aber auch die neun Millionen Euro, die in den vergangenen Jahren direkt an die Hochegger-Firma Valora geflossen sind.

Bei den 20 Anzeigen handle es sich nicht unbedingt nur um natürliche Personen, sondern auch um Firmen, präzisiert Telekom-Sprecher Alexander Kleedorfer gegenüber derStandard.at. Im Moment werde laufend juristisch geprüft, konkrete Namen wolle man nicht in den Vordergrund rücken. Ob Politiker unter den Angezeigten sind, könne man nicht sagen.

Michael Fischer beurlaubt

Der Public-Affairs-Manager der Telekom und ehemalige ÖVP-Organisationsreferent Michael Fischer, dem unter anderem ein E-Mail zugeschrieben wird, in dem von Zahlungen an die ÖVP die Rede ist, sei bis zur Klärung der Sachlage beurlaubt. Man werfe Fischer nichts vor, es habe sich aber eine ungünstige Optik entwickelt, sagte Ametsreiter.

Der Skandal werde in "bester Kooperation" mit der Staatsanwaltschaft aufgearbeitet, betonte Ametsreiter. Zu der von der Telekom lange zurückgehaltenen Information, wonach er von den Ermittlungsbehörden als Beschuldigter geführt wird, meinte Ametsreiter, dass die Untersuchungen seinem Wissensstand zufolge vor der Einstellung stehen würden. Die Anschuldigungen rund um die Novelle des Telekommunikationsgesetzes im Jahr 2009 stimmten jedenfalls nicht.

Mail-Affäre

Zu den 200.000 Mails zu den diversen Korruptionsfällen bei der Telekom meinte Ametsreiter, er wisse bis heute nicht, welche Mails das genau seien. Vermutlich dürften die Schriftstücke aber vom ehemaligen Telekom-Manager Gernot Schieszler stammen, der sich der Justiz als Kronzeuge anbietet. Das Beratungsunternehmen BDO Deutschland werde diese E-Mails den Untersuchungsorganen übergeben. Die Ergebnisse der BDO-Untersuchung kenne er nicht, diese würden auch nicht dem Vorstand, sondern dem Aufsichtsrat vorgelegt, da dieser auch die Untersuchung beauftragt habe. Aufsichtsratschef der Telekom ist ÖIAG-Boss Markus Beyrer, der selbst in der Telekom-Affäre ins Schussfeld geraten ist.

Zu den Gesprächen der Telekom mit der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) bezüglich einer Kartellstrafe, die der Telekom wesentlich reduziert wurde, sagte Ametsreiter, derartige Unterhaltungen zwischen Behörde und Firma seien ein "üblicher Prozess", auch dass man "gemeinsam zu einer Summe kommt". Es sei nichts Unrechtmäßiges passiert. (APA/red)

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Quasselmodo
00
24.2.2012, 12:50
Interessante philosophische Frage

Die Unerbringbarkeit einer vertraglich vereinbarten Leistung ist die Voraussetzung die Rückführung in den Zustand vor Vertragsabschluss.
Wie läßt sich jetzt feststellen, dass die vereinbarte Nicht-Leistung unerbringbar ist, damit die Rückabwicklung eingefordert werden kann? Ist z.B. die Existenz von Leistungskrümel schon ausreichend Beweis für die Unmöglichkeit der Nicht-Leistung?

lieber Realist als Träumer
01
24.2.2012, 10:11

Ich kann mich im Grunde genommen nur wiederholen:
Was ist mit dem Informant? Wieso gibt der die Emails an News und nicht an die Staatsanwaltschaft.
Was ist mit den Politikern, die von unsereins LEGITIMIERT wurden und sich kräftig kaufen lassen!
DAS ist in meinen Augen die eigentliche Sauerei!

Trotzki
00
24.2.2012, 10:03
Wer aller wird angezeigt werden?

Wird Ametsreiter auch seinen Chef den Oberabzocker Markus Beyrer anzeigen??

Roter Baron
00
24.2.2012, 09:44
ist er selbst auch dabei ?

wasss ? KHG hat sich auch selbstangezeigt und rennt weiter frei rum. schuldeingeständnis ist doch in Ö kein haftgrund.

roter baron

marie berg
01
24.2.2012, 09:33
der bock

in der gärtnerschürze - wohl am selben meditationsseminar wie der hochegger teilgenommen?

Befreier von Butter und Eier
00
24.2.2012, 09:06

Lustig, dass man Zahlungen tätigt denen keine Leistung gegenübersteht.
Naja so kann man auch eine Firma führen.

schreibsauf
05
24.2.2012, 08:56
für mich ist das ein Ablenkungsmanöver

jetzt plötzlich quasi als Kläger aufzutreten, unglaubwürdig. Warum hält man sich bei dem Telekom Deal mit Bulgarien, mit dem der Herr Schlaff hunderte, hunderte Millionen verdient hat incl, diesem Super Palais Anwesen im 19. Bezirk, welches der Post gehört hat, so bedeckt? Vor kurzem hat Schlaff wiederkassiert bei einem Superdeal mit Weissrussland. http://www.wirtschaftsblatt.at/home/boer... 8/index.do

r2pi
01
24.2.2012, 10:29
Tja, weil Herr S. wahrscheinlich genug Gegen-"Druckmittel" in Händen hält - ich glaube das heißt "LEO" beim "Fangenspiel".

trampelpfad
06
24.2.2012, 08:45
"Der Skandal werde in "bester Kooperation" mit der Staatsanwaltschaft aufgearbeitet"

Das politische Komplott bestätigt sich!

lieber Realist als Träumer
00
24.2.2012, 10:09

Hoffen wir das die mediale Aufmerksamkeit etwas daran ändert. Ich denke jetzt kann sich Ametsreiter an seinen Taten messen lassen.

trampelpfad
00
24.2.2012, 11:16
... an seinen Taten messen?

Ich fürchte, solches würde er nicht überleben!

lieber Realist als Träumer
10
24.2.2012, 11:38

das wird sich zeigen.

trampelpfad
00
24.2.2012, 08:42
Michael Fischer ...

der missratene Sohn unseres HBP?

Hansi Huber
00
24.2.2012, 08:32
Kloibmüller tobt

Das war nicht gescheit von der Telekom...

trampelpfad
00
24.2.2012, 08:26
Ametsreiter ... und 20 Anzeigen folgen?

Er kann es auch einfacher machen: brutale Selbstanzeige, die Ermittler nehmen alles zu Protokoll und schneidern, weisungsgebunden, weitere Klagen: so einfach wären die unredlichen "Angelegenheiten zu bereinigen", wenn nicht alles so kompliziert wäre!

Ravenhorst
02
24.2.2012, 07:53
Den hohen Herren passiert eh nichts....

..... die Justiz wird halt ein paar kleine Telekom-Beamte einsperren, damit das Volk beruhigt ist.

leostrunk1
00
24.2.2012, 07:36
Klagen oder Anzeigen?

Es dürfte sich hier wohl eher um (zivilrechtliche) Klagen und nicht um (Straf-)Anzeigen handeln. Es wird in jedem Fall intessant. Was wird sein, wenn einer der Beklagten (z.B. Hochegger) doch beweisen kann, dass die eine oder andere Zahlung nicht rechtsgrundlos war.

herbert latini
01
24.2.2012, 06:52
Erhöhung Grundgebühr

Das hat die Regulierung gebracht, die Telekom konnte es sich richten, die Alternativen sind verschwunden, nicht ohne Selbstverschulden, und die Grundgegbuehr wird erhöht!

Hanns Ch.1
02
24.2.2012, 05:27
..zweifel...

an den gehältern und boni für manager, die ihre unternehmen an die wand fahren, in dubiose machenschaften verwickelt sind, und dann nach der justiz rufen,..
bei abgang mit noch höheren amtern belohnt werden, um die hintermänner weiterhin zu schützen,..

die führung kann man beruhigt einem wechselnden mitarbeiterrat anvertrauen,.. die würden nicht schlechter, aber im sinne ihres eigenen arbeitsplatzes besser wirtschaften.

wofür der typus manager eigentlich noch steht, kann niemand mehr beantworten, ...
ausnahmen bitte auf die bühne.

trampelpfad
10
24.2.2012, 08:37
... wofür der typus manager eigentlich noch steht?

So auf die Schnelle, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: "typus manager" steht für Selbstbereicherung, Lug, Trug, unredlich und ... der Sippenbildung nach § 278a des StGB ... / in dieser Reihenfolge!

::el filibustero::
00
24.2.2012, 11:20

immer diese verallgemeinerungen...

lieber Realist als Träumer
00
24.2.2012, 10:03

Manager... wie köstlich! gut das sie sich, auf die von den Medien vorgeschlagenen Manager stürzen und alle grundsätzlich über einen Kamm scheren.
Das allerdings tausende Manager in KMUs hervorragende Arbeit leisten ist Ihnen wohl entfallen.

trampelpfad
00
24.2.2012, 11:14
Manager in KMUs ...

nennen sich "Geschäftsführer" und sind meistens auch Eigentümer!

lieber Realist als Träumer
00
24.2.2012, 11:54

ich will darauf hinaus das der Begriff sehr inflationär benutzt wird und meistens mit negativen Eigenschaften in Verbindung gebracht wird. Da hat der Boulevard ganze Arbeit geleistet!

trampelpfad
00
24.2.2012, 12:33
mit negativen Eigenschaften in Verbindung ...

Neinnein, "die haben doch selbst sehr hart daran gearbeitet" und nun ist der Ruf dahin.
.
Die Journaille hätte da noch viel zu tun - ein unendliches Thema.!

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