Gannett plant Paywall für 80 US-Tageszeitungen

23. Februar 2012, 12:58
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Eine durchlässige Paywall und das "USA Today Sports Media Network" sollen den finanziellen Sinkflug stoppen

Gannett, der größte Zeitungsherausgeber der USA, hat am Mittwoch bei einem Investor-Day angekündigt, die Onlineplattformen seiner mehr als 80 Tageszeitungen mit Ausnahme von "USA Today" bis Ende 2012 bezahlpflichtig zu machen.

Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Forbes" soll sich die geplante Paywall an dem durchlässigen Modell der "New York Times" orientieren, das Lesern auch ohne registrierten Zugang erlaubt, zwischen fünf und 15 Artikel kostenlos zu lesen. Gannett rechnet mit einer Steigerung von 25 Prozent bei den jährlichen Abonnements, was einen Zuschuss von 100 Millionen Dollar bedeuten würde. Nicht eingerechnet in diese Profitsteigerung sind allerdings die sinkenden Werbeeinnahmen, die gewöhnlich mit der Installierung von Paywalls einhergehen. 

Individuelle Strategie für jede Zeitung

Laut Gannett sollen der Preis und die Paywall-Strategie an jede Publikation individuell angepasst werden. In der Vergangenheit wurden bereits Bezahlexperimente bei drei Tageszeitungen durchgeführt, in Kürze sollen drei weitere folgen. Nebst der Paywall-Initiative stellte CEO Garcia Martore auch das "USA Today Sports Media Network" vor, das nationalen und lokalen Sportcontent von Gannets Printredaktionen und TV-Stationen gesammelt anbieten wird. Hier rechnet Gannett laut "Paid Content" mit einem jährlichen Gewinn von 300 Millionen Dollar aus Werbeerlösen. Im vergangenen Jahr ist Gannetts Umsatz um 3,7 Prozent auf 5,24 Milliarden Dollar gefallen. (red)

  • Das Gannett-Imperium umfasst 82 Tageszeitungen und 23 TV-Stationen in den USA.
    foto: screenshot 23.2.2012

    Das Gannett-Imperium umfasst 82 Tageszeitungen und 23 TV-Stationen in den USA.

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