2011

Telekom Austria schreibt tiefrote Zahlen

23. Februar 2012, 07:55
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    Telekom Austria mit starkem Ergebnis- und Umsatzrückgang.

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Preiskampf, regulatorische Auflagen und die weißrussische Tochter Velcom drücken auf Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahrs

Wien - Die Telekom Austria schloss das Jahr 2011 tiefrot ab, blickt aber voller Hoffnung in die Zukunft. Während im Vorjahr noch ein Verlust von 253 Mio. Euro eingefahren wurden, soll es 2012 währungsbereinigt ein Plus in dreistelliger Millionenhöhe geben, so Telekom-Boss Hannes Ametsreiter. An der Dividende von 0,38 Euro je Aktie wurden trotz eines Einbruchs bei dem für die Telekom nach Eigenangaben besonders wichtigen Free Cash Flow festgehalten.

Fortgesetzt wird auch die Personalreduktion in Österreich. Im Vorjahr wurden rund 400 Mitarbeiter abgebaut, heuer sollen es in etwa gleich viel sein. Der Umsatz der Konzerngruppe ging im Vorjahr um 4,2 Prozent auf 4,45 Mrd. Euro zurück, das Betriebsergebnis (Ebit) drehte auf minus 7,6 Mio. Euro nach 438 Mio. Euro im Jahr 2010.

Für das Gesamtjahr 2012 erwartet der Vorstand der Telekom Austria Group Umsatzerlöse von ungefähr 4,4 Mrd. Euro und ein bereinigtes Ebitda von ungefähr 1,5 Mrd. Euro. "Im primären Fokus bleibt der operative Free Cashflow, der ungefähr 0,75 Mrd. Euro betragen soll", so der österreichische Marktführer bei Mobilfunk, Festnetz und Internet. Die Telekom gehört zu 28 Prozent dem Staat, 20 Prozent hält offiziell der Investor Ronny Pecik gemeinsam mit dem ägyptischen Milliardär Naguib Sawiris.

Internes Sparpaket

Die Telekom (A1) werde bis Ende 2013 mit einem eigenen kleinen Sparpaket ("New Ambition Programme") den Cash-flow um 130 Mio. Euro "optimieren", kündigte der Konzern an. Den Anteil der Einsparungen am Gesamtpaket bezifferte der wiederbestellte Finanzvorstand Hans Tschuden mit knapp 72 Mio. Euro. Die Maßnahmen zur Steigerung des Umsatzes sollen 30 Prozent (39 Mio. Euro) bringen, zu 15 Prozent sollen schließlich Effizienzsteigerungen beitragen.

Ametsreiter erklärte am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz "das operative Ergebnis ist kerngesund". Finanzchef Hans Tschuden meinte dagegen, das Jahr 2011 sei zum "abhaken" gewesen. Alleine für das Geschäft in Weißrussland musste wegen der dortigen Hyperinflation ein Umsatzminus von 214 Mio. Euro in der Jahresbilanz untergebracht werden. Weiterhin negativ wirken sich auch die Rückstellungen für Sozialprogramme für die nicht kündbaren Mitarbeiter in Österreich aus, die sich mit 234 Mio. Euro im Vorjahr zu Buche schlugen. Insgesamt hat die Telekom 888 Mio. Euro für Rückstellungen in den Bilanzen, heuer sollen 50 Mio. Euro dazu kommen.

Die Nettoverschuldung des teilstaatlichen Konzerns stieg um 2,3 Prozent auf 3,38 Mrd. Euro an, darin enthalten sind die Akquisitionskosten in Bulgarien und Kroatien mit 173,9 Mio. Euro. Damit liegt der Verschuldungsgrad zum Jahresende 2011 beim 2,2-fachen des bereinigten Ebitda - und somit innerhalb des Zielverschuldungskorridors von 2,0x bis 2,5x, versichert der Konzern.

Preiskampf auch in Österreich

In Österreich gab der Umsatz um vier Prozent auf 2,94 Mrd. Euro nach. "Der Preiswettbewerb und die regulatorischen Vorgaben für Roaming und Interconnection waren die Ursachen für den Rückgang", so die Erklärung von Ametsreiter. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um 5,8 Prozent auf 972,6 Mio. Euro zurück, nachdem im Jahr 2010 noch 1,032 Mrd. Euro erwirtschaftet worden waren. Die Zahl der Mitarbeiter (äquivalente Vollzeitbeschäftigte) in Österreich sank 2011 um 425 auf 9.292 Personen.

Der Durchschnittsumsatz pro Kunde im heimischen Mobilfunksektor ging um 9,3 Prozent auf 20 Euro im Monat zurück. Bei den Kunden gab es allerdings ein Plus von 3,3 Prozent auf 5,271 Millionen Personen. Im Festnetz ging der Umsatz je Kunde um 3,3 Prozent auf 32,2 Euro zurück. Die Zahl der Anschlüsse legte um 0,9 Prozent auf 2,34 Millionen zu.

Bei der bulgarischen Tochter Mobiltel gab es einen Umsatzrückgang von 6,5 Prozent auf 527,7 Mio. Euro. Das bereinigte Ebitda ging um 12,3 Prozent auf 261,9 Mio. Euro zurück. Eine schwache Konjunktur, regulatorische Eingriffe und intensive Wettbewerbsbedingungen zeichneten wiederum für einen Umsatzrückgang in Kroatien verantwortlich. Vor allem niedrigere Preise drückten im Jahr 2011 den Umsatz von Vipnet um 6,9 Prozent auf 420,7 Mio. Euro. Das bereinigte Ebitda reduzierte sich im Jahr 2011 um 10,6 Prozent auf 134,5 Mio. Euro. Richtig bitter war es in Weißrussland. In der laut Menschenrechtsexperten letzten Diktatur Europas musste der teilstaatliche Konzern bei der Tochter Velcom einen Umsatzrückgang von 24,1 Prozent auf 260,9 Mio. Euro verschmerzen.

Rund um die Skandale

Ametsreiter musste bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz auch zu den diversen Telekomskandalen Rede und Antwort stehen. Er ließ damit aufhorchen, dass das börsenotierte Unternehmen bis zu 20 Mio. Euro aus Malversationen zurück holen will. 20 Personen sollten strafrechtlich verfolgt werden. Es gehe darum, überall dort Geld zurückzufordern, wo "Zahlungen keiner Leistung gegenüberstehen", sagte Ametsreiter. Public-Affairs-Manager und Ex-ÖVP-Organisationsreferent Michael Fischer, dem u.a. ein Email zugeschrieben wird, in dem von Zahlungen an die ÖVP die Rede ist, sei bis zur Klärung der Sachlage beurlaubt. Man werfe Fischer nichts vor, aber es habe sich eine ungünstige Optik entwickelt, sagte Ametsreiter.

Der Skandal würde in "bester Kooperation" mit der Staatsanwaltschaft aufgearbeitet, betonte Ametsreiter. Zu den 200.000 Mails zu den diversen Korruptionsfällen bei der Telekom meinte Ametsreiter, er wisse bis heute nicht, welche Mails das genau seien. Vermutlich dürften die Schriftstücke aber vom Ex-Telekommanager Gernot Schieszler stammen, der sich der Justiz als Kronzeuge anbietet. Das Beratungsunternehmen BDO Deutschland werde diese Emails den Untersuchungsorganen übergeben. Die Ergebnisse der BDO-Untersuchung kenne er nicht, diese würden auch nicht dem Vorstand, sondern dem Aufsichtsrat vorgelegt, da dieser auch die Untersuchung beauftragt hatte. Aufsichtsratschef ist ÖIAG-Boss Markus Beyrer, der selbst in der Telekom-Affäre ins Schussfeld gekommen ist. Beyrer meinte heute vor Journalisten, er fühle sich in der Affäre nicht befangen.(APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
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Beobachterin
00
23.2.2012, 15:58
....tiefrote Zahlen....

Najo. ka Wunder, wann soviel den "Lobbyisten" gebn wird!!!
Dafür hab ich gestern im Briefkastl eine recht forsch geschriebene Information über eine Preiserhöhung vorgefunden, der Text beginnt:
gerade heraus: mit 1. April 2012 erhöhen wir einzelne Preise....
Schaut ganz nach Aprilscherz aus, frech und frei heraus- sozusagen als Tüpferl auf dem i nach den ganzen Korruptionsveröffentlichungen ("Lobbyisten"usw. noch ein Ätsch, ihr blöden Kunden könnts eh nix dagegen tun, jetzt werd ma halt teurer, weil mir san tiefrot in die Zahlen....
Im Mai 2011 wurde eine neu "Servicepauschale" erfunden und uns Kunden schnell untergejubelt.
Mit einem Wort: unverschämt! Wo ist die gute alte "Post"???
mit nicht freundl. Grüßen - Beobachterin

puckmuck
00
23.2.2012, 15:13
gretchenfrage...

sollen's jetzt mehr oder weniger schmieren??? aber würde man alle scheinrechnungen abziehen, wär dann ein gewinn möglich??? würde man mehr schmieren - eh, klar unmoralisch und ggf. illegal - hätte man dann mehr aufträge???

GRohnePunkte
00
23.2.2012, 14:07
Jeder von uns bestochene korrupte Politiker ....

... kostet leider ca. 100 Arbeitsplätze.

Mit dem Abbau von Arbeitsplätzen bringen wir einen Teil der vielen Millionen Euro für Parteispenden und Politikerkorruption wieder herein. Den Rest holen wir uns dann von allen unseren herzallerliebsten Kunden per quartalsmässiger Preiserhöhung zurück. Somit ist garantiert, dass auch in Zukunft alle unsere von den politischen Parteien zu uns geschickten Aufsichtsräte und Vorstände weiterhin so gut bezahlt werden können, damit sie im Geld schwimmen können, und dass auch unsere lieben Freunde und Unterstützer diverser Parteien die unbedingt benötigten Zuwendungen und Sponsorbeiträge weiterhin bekommen werden können.

Herzallerliebst, Ihre TA!

Andreas W
03
23.2.2012, 14:22
Naja, eben die viel zitierte Wirtschaftskomeptenz der Oesterr. Verbrecher- und VetternwirtschaftsPartei!

Lichtzeichner
00
23.2.2012, 13:09
EBITDA ist unklar.

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
auch vor Schmiergeld, Freunderlwirtschaft und nicht erinnerliche Leistungen?

GRohnePunkte
00
23.2.2012, 14:11
Wenn man alle Scheinrechnungen aus den Aufwandzeilen der Buchhaltung endlich entfernen würde ...

... so wie das im HGB und auch steuerrechtlich vorgeschrieben ist, und die zu Unrecht ausbezahlten Schmiergelder als offene Forderung an all die unrechtmässigen Empfänger einbuchen würde, so wie das im HGB vorgeschrieben wird, dann würde plötzlich ein satter Gewinn unter dem Strich stehen.

luke_vie
00
23.2.2012, 12:27
Ohhhh, ist doch EGAL!

Wenn die Telekom in den roten Zahlen ist, dann werden nur die Politiker jammern, eventuell kann dann nicht mehr so viel "Sponsoring" betrieben werden ... oder der Einkauf von Verordnungen kommt ins Stocken oder gar Kürzungen in der Bestechungsabteilung - hui :)

Die Telekom hat so viel "Dreck am Stecken", sollte lieber gute Leistung bringen! Mail-Server die nicht ausfallen und massig Schaden verursachen, Investment in gute Mitarbeiter, anstelle Politiker zu kaufen.

Wer dann in rote Zahlen kommt - SELBER SCHULD!

schmunzelmonster
00
23.2.2012, 12:01
Sie "bestechen" die Verantwortlichen

die zocken dann die Unternehmen ab. Dann werden sie an die verscherbelt, die den Auftrag gegeben haben. Die schließen die Hütte dann und bestimmen mit ihrem Konzern, wo's langgeht.
Daran hat sich seit Gerharter-Konsum-Zeiten nix geändert, ganz im Gegenteil, dieses Moddel wurde zum Standard erhoben.
Aber Hauptsache, alle Politiker beten den Neoliberalismus weiter an.
Wo das Geld hingegangen ist, kann man in der heutigen Diskussion Nr. 1 am Standard ja nachlesen.
Ich hab soooo einen Hals, Leute....

Andreas W
02
23.2.2012, 11:59
Auszer der OEVP und deren Politguenstlinge braucht dieses Unternehmen sowieso schon lang keiner!

Andreas W
00
23.2.2012, 11:58
Auszer der OEVP und deren Politguenstlinge braucht s

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
23.2.2012, 10:55
"Preiskampf, regulatorische Auflagen und die weißrussische Tochter Velcom drücken auf Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahrs"

Kann das zufällig auch etwas mit der Gruppenbesteuerung zu tun haben?

Standard Leser4
 
00
24.2.2012, 15:37

Sie haben ins Schwarze getroffen. Die Velkom Weissrussland ist noch immer um die 2 Mrd USD wert. Soviel wuerden die Russischen Oligarchen sofort auf dem Tisch legen. Frage wie hoch ist nach der Abwertung die Firma noch in den Buechern. Kaufpreis ca 900 Mio minus zweimal 300 Abwertung ist Restwert 300 ? Bald muss sich die Telekom eine andere Steuerschonende Ausrede suchen.
Uebrigens der Spruch des Tages, gesehen in einer anderen Zeitung:
Bei der Telekom liessen sich die Anleger von einer tiefroten Bilanz nicht "taeuschen" die Aktie legte 2.6 % zu !

4311503
00
23.2.2012, 11:09

Eine hyperinflationsbedingte Abwertung wird ohnehin in der Muttergesellschaft gemacht. Da habe ich den Verlust ohnehin schon in Österreich.

HansPeter10
00
23.2.2012, 10:31

Haben wohl zu viel geschmiert.

mika33
00
23.2.2012, 11:23
Das ist falsch herum.

Das "Schmieren" ist immer ein Gewinngeschäft für die Unternehmen .... weil sie jetzt nicht mehr schmieren können, müssen sie Sachen zahlen, um die sie sonst herumgekommen sind.

Hanns Ch.1
112
23.2.2012, 10:21
..flucht...

die telekom hat seit jahren ihre kunden (und die waren einiges gewohnt) mit dem prügel davongejagt,..
und je mehr leute gekündigt haben, desto höher wurde das managemant entlohnt, und desto frecher und überheblicher wurde die kommunikation mit den noch verbliebenen kunden,..

es würde mich nicht wundern wenn die telekom in wenigen jahren völlig vom markt verschwindet, wenn sie die letzten lizenzen der ebrmasse verjubelt hat.
sie wird niemandem fehlen.(auch so ein schüssel-trieb)

Roter Baron
00
23.2.2012, 10:23

die telekom wird krachen gehen
und A1 ist fein raus.

01052004
00
23.2.2012, 10:18
ach, und ich dachte

die hätten die tiefroten zahlen, weil die anfütterungskosten auch immer höher werden...

Dr. Seltsam
 
08
23.2.2012, 10:10

Die Telekom kauft von Schlaff zu komplett überhöhten Preisen die Velcom.
Jetzt schreibt die Telekom genau deswegen Verluste und erhöht die Preise.

Das nenne ich Umverteilung von unten nach oben!

Wann wird endlich Schlaff in die Mangel genommen?

Peter G
01
23.2.2012, 09:55
Daher gab's die Preiserhöhungen, damit die Aktionäre noch eine Dividende ausgeschüttet bekommen ???

Waldorf and Statler
 
00
23.2.2012, 09:52

Na hauptsache letztes Jahr haben sie das Doppelte an Gewinnen, an die Aktionäre ausgeschüttet.

verleih nix
00
23.2.2012, 10:12

beschwerden an marie.fekter@hermitdermarie.at

blaujoha
00
23.2.2012, 09:50
Frohe Weinnächte
 
00
23.2.2012, 09:40
wo war die leistung?

codo
04
23.2.2012, 09:24
also waren die manager nicht nur gauner u. verbrecher, sondern auch noch zu blöd um mit den gesetzen zu ihren gunsten gewinne zu machen..

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