Strauchelnder republikanischer Bewerber vermisst bei Rivalen Budgetdisziplin
Mesa - Vor den nächsten Präsidentschaftsvorwahlen der US-Republikaner in Michigan und Arizona hat der strauchelnde Favorit Mitt Romney die Attacken auf seinen Widersacher Rick Santorum verschärft. In der ersten TV-Debatte der republikanischen Bewerber seit fast einem Monat hielt Romney Santorum am Mittwochabend vor, während seiner Zeit als Senator die Staatsausgaben mit nach oben getrieben zu haben. Romney, Santorum sowie die Bewerber Newt Gingrich und Ron Paul lieferten sich Wortgefechte über eine Reihe von Themen von der Wirtschaftspolitik bis zum Syrien-Konflikt.
Während Santorums Amtszeit im Senat seien die Staatsausgaben um 80 Prozent gestiegen, sagte Romney. Der frühere Senator habe mehrfach für die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze der USA gestimmt, ohne sich für Einsparungen einzusetzen. Außerdem habe Santorum für die Vergabe von Mitteln an die Organisation Planned Parenthood gestimmt, die auch Abtreibungen anbietet.
Der christlich-konservative Ex-Senator warf Romney umgehend vor, die Fakten zu verzerren. "Sie wissen nicht, wovon Sie reden", wetterte er. Santorums längere Erklärung, wie der US-Kongress die Budgetmittel zuweise, quittierte Romney mit einem kurzen Kommentar. "Ich bin all dem nicht ganz gefolgt", sagte der Ex-Gouverneur. Aber er werde dafür sorgen, dass die "exzessiven Ausgaben" im Kongress ein Ende hätten.
Wegen seiner finanzstarken Wahlkampforganisation und der Unterstützung durch das Partei-Establishment gilt Romney als Favorit darauf, bei der Wahl im November Präsident Barack Obama herauszufordern. Allerdings ist die konservative Basis der Republikaner weiter von dem Ex-Gouverneur von Massachusetts entfremdet. Santorum ist derzeit der Bewerber, der Romney in den Umfragen gefährlich wird.
Umfrage: Santorum vorne
Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung der Universität Quinnipiac liegt Santorum derzeit landesweit mit 35 Prozent klar vor Romney mit 26 Prozent. Gingrich kommt demnach nur auf 14 Prozent - der Ex-Chef des Repräsentantenhaus hatte noch im Jänner die Rolle des ärgsten Romney-Rivalen inne. Die Zustimmung der republikanischen Anhänger für den Libertären Paul liegt laut der Umfrage bei elf Prozent. Die Ideen des texanischen Abgeordneten für einen Minimalstaat gelten auch in weiten Teilen der eigenen Partei als nicht vermittelbar.
Romney hatte Anfang Februar überraschend drei Vorwahlen an Santorum verloren, in Missouri, Minnesota und Colorado. Bei der Vorwahl in Maine hatte sich dann wieder Romney durchgesetzt. Am Dienstag stimmen die Republikaner in Romneys Geburtsstaat Michigan und in Arizona ab. Santorum hat laut Umfragen in Michigan die Nase vorn. Auch bei der Abstimmung in Arizona muss Romney wegen eines recht knappen Vorsprungs noch um den Sieg bangen. Eine Vorentscheidung dürfte dann beim Super-Dienstag am 6. März fallen, wenn in zehn Staaten gleichzeitig abgestimmt wird. Die offizielle Kandidatenkür findet auf dem Nominierungsparteitag Ende August statt. (red/APA)
Erst am kommenden Dienstag will er seinen Rückzug offiziell bekanntgeben und dann Mitt Romney unterstützen - Hatte bisher nur zwei Vorwahlen gewinnen können
Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für die Vizepräsidentschaft der Republikaner ist voll angelaufen. Der Betreffende soll vor allem keinen Schaden anrichten und Mitt Romney nicht mit seinem Glanz überstrahlen.
Amerikas Politik ist fest im Griff von Lobbygruppen, sagt der Ökonom Jeffrey Sachs im Interview. Das Land brauche eine neue Partei – und einen Präsidenten wie Franklin Roosevelt.
Ich denke, dass Santorum, Romney und Gingrich Obama nicht aus Washington drücken können. Für mich ist immer noch Ron Paul der absolute Favorit für Wähler beider Parteien (Blue Republicans). Sollte Santorum oder Romney von den Republikaner als
Präsidenten Kandidat gestellt werden, wird Obama die Mehrheit einheizen.
Wenn man sich diese teils bösartige und hinterwäldlerische Truppe ansieht, die US Präsident werden will muss man ja unsere eigenen Politiker direkt lieb haben. Die sind ja gegen diese Leute Lichtgestalten.
santorum wäre für obama sicher der unangenehmere gegner, da er die klerikalen anspricht die bei einem kandidaten romney wahrscheinlich zu hause belieben würden.
wähler wegnehmen sicher nicht, die bei der letzten wahl zuhause gebliebenen republikaner mobilisieren schon. romney würde einen wirtschafts-, santorum einen wertewahlkampf führen. die polarisierung wäre bei werten sicher stärker, und die usa sind ein land mit einer konservativen mehrheit. obama der kommunistennazi, der kleine kinder persönlich abtreibt vs waffen-jesus-schwulesindkrank-santorum würde die reps wohl eher zu den urnen treiben als 4jahres wirtschaftspläne oder steuersenkungensversprechen eines romney.
Der Grund dafür lag schon in dem Umstand, dass überhaupt (was bei Reps durchaus zurzeit nicht so oft ist) überhaupt über Wirtschaftsfragen geredet wurde. Da hat er mehr Glaubwürdigkeit. Die unsäglichen Values waren gestern kaum ein großes Thema. Damit hat Santorum gestern kaum punkten können.
Laut CNN und FOX analysen ging diese runde an N. und dann an R. Das konnte man auch bereits am feixenden grinsen von N. erkennen.
Wie ueblich war das einzige erfrischende die kommentare von P. Der brachte jedem zum lachen, hat ja auch nichts zu verlieren, obwohl vieles zwar hand und fuss hat, aber von den verbohrten alt-republikanern nicht gerne gehoert wird. Aber gegen O. natuerlich keine chance.
Auf Santorum wird momentan auch von Ron Paul gnadenlos hingeknüppelt und der hat nach Meinung mancher auch gestern Santorum mehr wehgetan als Romney.
Überhaupt ein recht komisches Phänomen: in den ersten Debatten war es Michelle Bachmann, jetzt ist es Ron Paul, die für Romney die Drecksarbeit übernehmen.
Aber ich kann Ron Paul verstehen - einer wie Rick Santorum ist für den der natürliche Feind...
Ich hatte ja schon letzte Woche hier geschrieben, dass Rick Santorum seine "Feuertaufe" als Frontrunner noch bevorsteht.
Zum einen die gestrige Fernsehdebatte (da hat Santorum gegen Romney den kürzeren gezogen) und zum anderen muss Santorum seine guten Umfragewerte auch in reale Wahlergebnisse umsetzen. Bislang hat er nur "Caucuses" gewonnen mit niedriger bis sehr niedriger Beteiligung. Das wird bei Vorwahlen wie in OH, MI oder GA ganz anders aussehen.
Und wie Sie richtig sagen: Wenn die Wirtschaftsthematik wieder stärker in den Mittelpunkt des Vorwahlkampfes rücken sollte (wovon ich ausgehe), dann werden Mitt Romneys Umfragewerte deutlich anziehen.
wenn die wirtschaftsthematik wieder mehr besprochen wird, wieso sollte gerade das einem kandidaten helfen, dessen reichtum auf der zerstoerung der lebensgrundlage des "common man" beruht und der nur minimal steuern zahlt, und das alles nur einige monate nach dem aufkommen einer neuen [wenn auch unorganisierten und fuehrungslosen] linksbewegung in den usa?
Die Beteiligung der republikanischen Basis an den Vorwahlen ist jämmerlich. Überhaupt kein Vergleich zu den Demokraten 2008.
Letztere konnten aus der monatelangen Auseinandersetzung zwischen Obama und Clinton Nutzen ziehen. Nicht zuletzt dadurch, dass in Staaten wie North Carolina und Indiana (keine Hochburgen der Demokraten) Wahlkampfbüros aus dem Boden gestampft wurden. Diese Organisationsstruktur hat mitgeholfen, diese Staaten erstmals seit dreißig bzw. vierzig Jahren umzudrehen.
Bei den Republikanern dagegen scheint es, dass mit jeder Woche Wahlkampf die Kandidaten mehr und mehr demontiert werden.
Und ground operations scheint keine Kampagne mehr aufbieten zu können. Not gegen Elend.
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