Schiffsunglück

Österreichischer Costa-Manager unter Druck

22. Februar 2012, 19:56

Kreuzfahrtveteran soll Rettung schlecht koordiniert haben

Rom - Die Staatsanwälte der toskanischen Stadt Grosseto, die nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" ermitteln, haben auch einen Spitzenmanager aus Österreich im Visier. Dem Vizepräsidenten der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere werden Mängel bei der Koordinierung der Rettungsaktion an Bord des Schiffes vorgeworfen. Der Oberösterreicher soll Kapitän Francesco Schettino "keine angemessene Lösungen" bei der Bewältigung des Notstands vorgeschlagen haben, verlautete aus toskanischen Justizkreisen. Er habe außerdem die Hafenbehörde in der toskanischen Stadt Livorno nicht klar über die Zustände an Bord informiert.

Der Costa-Vizepräsident, der für die technischen Operationen der gesamten Flotte zuständig ist, war in der Nacht des Schiffbruches in telefonischem Kontakt mit Bordoffizier Manrico Giampietroni gewesen, der mehrere Menschenleben gerettet hatte und 36 Stunden nach der Havarie lebend aus dem Schiff geborgen wurde. Der Manager war bereits am 7. Februar von den ermittelnden Staatsanwälten befragt worden, berichteten italienische Medien. Er gilt als Veteran in der Kreuzfahrt-Branche. Bei mehreren großen Reedereien war er im Spitzenmanagement tätig.

Schettino weiter unter Hausarrest

Ermittlungen wurden auch gegen den Chef des Krisenstabs der Costa Concordia, Roberto Ferrarini, gegen Flotten-Inspekteur Paolo Pardoni, sowie gegen vier Offiziere, die sich an Bord der Kommandobrücke befanden, als sich das Unglück ereignete. Bisher waren lediglich Ermittlungen gegen Schiffskapitän Francesco Schettino und gegen den Offizier Ciro Ambrosio aufgenommen worden. Schettino befindet sich zurzeit unter Hausarrest.

Die Gesellschaft Costa Crociere drückte in einer Presseaussendung ihr volles Vertrauen und ihre Solidarität mit den Managern aus, gegen die ermittelt wird. Die Reederei zweifle keineswegs an der Kompetenz und am ethischen Verhalten ihrer Mitarbeiter. "Unsere Mitarbeiter haben in den Stunden nach dem schweren Unfall mit der größten Professionalität gehandelt", hieß es in der Presseaussendung. Die Gesellschaft erklärte ihr Vertrauen in die Arbeit der Justizbehörden, denen sie bisher größte Unterstützung geleistet habe.

Mädchen unter gefundenen Opfern

Nachdem Taucher am Mittwoch acht Leichen in dem überfluteten Teil des Kreuzfahrtschiffes gefunden haben, wurden am Donnerstag die Arbeiten zur Bergung von vier Toten aufgenommen, die noch nicht geborgen worden waren. Vier Leichen wurden im Lift des Decks 4 entdeckt. Zu den Opfern, die gefunden wurden, zählt ein fünfjähriges italienisches Mädchen. Sieben Personen werden noch vermisst.

Wegen der Bergung der Leichen wurden die Arbeiten zum Abpumpen des Öls im Wrack suspendiert. Die "Costa Concordia" war am 13. Jänner mit mehr als 4.200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel Giglio havariert.(APA)

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20 Postings
OGHaha
00
23.2.2012, 21:03
Wieder unnötige Aufregung. Ermitteln ist ja nicht "exekutieren".

Ermittelt werden kann gegen Jedermann/frau.
Abwarten und Tee trinken...

strangerinastrangeland
 
00
23.2.2012, 17:40

Bei einem so großen Unglück ist ein Sündenbock zu wenig.

suedsee insulaner
 
11
23.2.2012, 14:08
Fortsetzung...

Da koennte man ja auch gleich den dining room manager, den hotel manager und den provision master etc. auch gegen die ermitteln !

Mir kommt es fast so vor, als ob die italiener hier so eine art schauprozess veranstalten wollen. Und je mehr angeklagte dann auf der bank sitzen, umso bombastischer wird es fuer den staatsanwalt.

Es gibt hier sehr viele ungereimtheiten, fuer die aber der standard nichts dafuer kann. Jedoch die hinterliebenen haetten aber einen anspruch fuer einen besser recherchierten bericht.

Po Polos
00
23.2.2012, 15:42

Für einen bombastischen Schauprozess gäbe es in Italien genug andere Kaliber. Ein Bunga-Bunga-Prozess wäre zudem auch noch enorm unterhaltsam und man könnte den größten italienschen Privatsender damit beauftragen, daraus eine Daily Soap zu produzieren.

suedsee insulaner
 
14
23.2.2012, 14:00
Bericht voller verwirrungen...

Entweder durch uebersetzungsfehler und von " landratten " zusammen geschnitten und schlecht recherchiert.
1. Rettungsaktion ist einzig und allein die verantwortung des kapitaens und der ist nicht weisungsgebunden vom shore office.
2. Das nicht klare informieren der hafenbehoerde haengt davon ab was ihm der kapitaen fuer informationen gegeben hat.
3. Angemessene loesungen koennte nur der sicherheitsbeauftrage im shore office vorschlagen, der auch im kapitaensrang ist.
4. Veteran und spitzenmanagement sagt garf nichts aus. Fuer welchen bereich zustaendig ???
5. " technische operationen " sind keine " maritime operation ".
6. Warum wird gegen junior officers ermittelt ?
Die haben keine befehlsgewalt und sind nur befehlsempfaenger. (2 streifen)

was weisich
22
23.2.2012, 12:18
Wie stelle ich mir das vor?

Das Schiff sinkt und der Kapitän ruft in der Zentrale an und fragt was er tun soll?

Nochdazu einen Österreicher. Was soll der antworten?

"Ja darf es das denn?"

vheissu
02
23.2.2012, 12:50

Vielleicht hat Österreich ja noch wegen der Schlacht von Lissa den Ruf einer großen Seefahrernation in Italien...

nihil obstat
00
23.2.2012, 19:02

Wir sind das auch noch. Das ist jährlich in der Palmižana zu sehen. :D

Der Specht
40
23.2.2012, 12:09

Ein Österreicher, der für eine Schiffsflotte zuständig ist...originell!

Durin, Sohn des Thar
00
23.2.2012, 18:22

wie engstirnig ist das denn?

Der Specht
00
24.2.2012, 10:01

Wieso engstirnig? Ich habe ja keinerlei Wertung abgegeben. Aufgrund der fehlenden nautischen Kompetenz unseres Landes ist es doch eher selten, dass ein Österreicher so eine Position innehat. Ein arabischer Skiprofi wäre zum Beispiel ein ähnlich gelagerter Fall.

Durin, Sohn des Thar
00
24.2.2012, 10:14

nun sie wären verwundert wenn sie über das doch recht beachtliche ausmaß (für ein binnenland) nautischer kompetenz österreichischer staatsangehöriger bescheid wüssten

Der Specht
00
24.2.2012, 10:35

Ok, ok...ich geb mich geschlagen.

suedsee insulaner
 
00
23.2.2012, 13:41
Komische frage ....

Ich bin oesterreicher von geburt und war sr.v.p. ship/shore operations , jedoch nicht bei costa line sondern bei einer anderen cruise line.

tramezzino
20
23.2.2012, 13:28

für´s catering, da könnte man es ja noch verstehen...

suedsee insulaner
 
00
23.2.2012, 16:53
Es ist schon laenger her..

Aber da gab es viele oesterreicher im hotelwesen an bord. Hotel manager, F & B manager, asst. F & B, Exec. Chef, Pastry Chef.

Aguirre74
 
016
22.2.2012, 20:38

"exekutiven Vizepräsidenten"... Wie erheiternd. Executive vice president, könnte ja auch der geschäftsführende Vizepräsident sein... Aber wenn man auch exekutiver Präsident sein kann .... warum nicht.

Harry Dirty
01
23.2.2012, 14:02

Hätten wohl besser den evakuierenden Präsidenten gerufen ;-)

xeda
10
23.2.2012, 08:27

Ja, hat mich auch erheitert. Prokura wird er halt haben,

Schrijfnietvaak
01
23.2.2012, 12:18
Immerhin nicht exekutierend...

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