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Studiengebühren? Ohne uns! - Michael Häupl beim Abwinken auf dem Rathausplatz.
Aus gegebenem Anlass - rot-schwarzes Patt im Gutachterstreit - sind wieder einmal die Studiengebühren in Diskussion. Ich sage: Damit eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann, muss die SPÖ endlich die Initiative ergreifen und wirksam für ihre Position werben. Sie könnte dazu Folgendes tun bzw. veranlassen:
1.) Frau Kuntzl könnte alle Fachhochschulen besuchen, um den dort Studierenden, die ja Gebühren zahlen, zu erklären, worin denn der Unterschied zwischen ihnen und den Studierenden der Unis besteht.
2.) Man könnte in allen Apotheken des Landes Plakate aufhängen lassen, auf denen zu lesen ist, dass Studiengebühren ärmere Jugendliche von einem Studium abhalten, während Rezeptgebühren, die regelmäßig erhöht werden, den Medikamentenmissbrauch verringern.
3.) Herr Blecha wird sicher bereit sein, im Konzerthaus allen Ausgleichszulagenbeziehern zu erklären, dass sie stolz darauf sein können, mit ihrer Bereitschaft für ein oder zwei Jahre einen realen Rückgang ihrer Pension zu akzeptieren. Das macht es nämlich leichter, das Uni-Studium gebührenfrei zu lassen. Die Universitätschöre könnten diese Veranstaltung musikalisch umrahmen.
4.) Auch die ÖH könnte hilfreich sein, indem sie den überwiegend eingewanderten Reinigungskräften, die für Mini-Löhne die Uni-Gänge putzen, erklärt, dass sie das dem Land, das sie so freundlich aufgenommen hat, schuldig sind und warum ihre Kinder zwar wegen der Migranten-Misere an den Schulen nur minimale Chancen haben, an diesen Unis studieren zu können, dies aber zugleich die Gefahr mindert, dass ihre nationale und kulturelle Identität gestört würde.
5.) Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst wiederum sollte alle Ministerial- und Hofräte aus ihren Reihen anhalten, den C- und D-Bediensteten zu erklären, dass, wenn deren Gehälter nicht ein oder zwei Jahre konstant blieben, die Gefahr einer Wiedereinführung der Studiengebühren drohe.
6.) Spezial-Tipp an Landeshauptmann Voves: Alle seine Mitarbeiter/innen in die Kindergärten der Steiermark ausschicken, die den Eltern erklären, warum Studiengebühren abzulehnen sind, es aber die Budgetsituation des Landes unvermeidlich mache, Gebühren für den Besuch in den Kindergärten einzuheben.
Endgültig siegreich wird diese Kampagne sein, wenn Bürgermeister Häupl in der Stadthalle den Eltern der Volksschulkinder beibringt, warum Studiengebühren mit sozialdemokratischen Grundsätzen keinesfalls vereinbar sind, ein Betreuungsgeld für die Ganztagsschule im Durchschnitt von 96.20 Euro pro Monat dagegen durchaus. Und Bundesgeschäftsführerin Rudas könnte bei dieser Gelegenheit sicher auch schlüssig darlegen, warum ein Teil der Personen mit sehr niedrigem Einkommen keine Rezeptgebühr zahlen muss, dass aber eine solche Lösung für Studiengebühren an Universitäten undenkbar ist. - Es gibt noch viel zu tun ... (Peter Rosner, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)
Der Autor lehrt am Institut für Volkswirtschaft der Uni Wien.
... zu dieser feinen, paradoxen Klinge. Häupl (persönlich sehr gebildet) und einige andere vertehen schon. Doch leider ist die SPÖ z.g.T. von edlen Proletariern zum Proletenwahlverein verkommen. Schad drum. Was haben wir in die alte Tante Sozialdemokratie für Hoffnungen gesetzt !
Und Häupl braucht HEUTE, ÖSTERREIH und die KRONE; nach eigener Aussage. Auch um ihn ist's schad.
Es wäre sozial gerecht, wenn von kindergarten schule und studium immer brav bezahlt werden muss. Wer keine Kinder hat verursacht da dem staat keine kosten. Je höher die Ausbildung umso teurer. Schliesslich besingen wir ja in der Bundeshymne nicht Ingenieure, Forscher und Professoren sondern Arbeiter und Bauern.
Ich fordere endliche Kostenwahrheit, wer etwas bekommt solls auch bezahlen im Leben ist nicht gratis!
Genau! Ich stimme Ihnen zu 100% zu, also fangen wir bei den Kinderlosen an, die sollen gefaelligst Ihre Pensionen zu 100% selbst berappen, dh., sie kriegen nur das was sie tatsaechlich eingezahlt haben.
Dehnen wir diesen Gedankengang einfach aus: Schaffen wir den Sozialstaat ueberhaupt ab, jede/r zahlt selbst, was er/sie tatsaechlich braucht. So einfach waer die Welt!
Ich will nichts zahlen, und dazu ist mir jedes Argument recht:
a) neoliberale, unsoziale Unterschicht, die sich gegen Umverteilung von unten nach oben wehrt.
b) Akademiker - egal welche - sind essentiell für die GESELLSCHAFT als GANZES.
c) Akademiker zahlen mehr Steuern, also kommt alles wieder zurück.
Spezialtipp für Peter Rosner:
1) Einfach mal nicht Gruppen gegeneinander ausspielen und Zusammenhänge konstruieren, wo keine sind
2) Überlegen, warum jetzt kein Geld da sein soll und wie aus der Finanz- und Wirtschaftskrise eine Staatsschulden"Krise" geworden ist
3) Daraus Schlüsse ziehen und lieber bei denen sparen, die die Krise verursacht haben
Und wieder mal ein unsinniger Kommentar zum Thema Studiengebühren - als ob es davon nicht schon genug gäbe.
Die Pensionisten werden sich aber freuen, denn wenn endlich hohe Studiengebühren eingeführt werden, dann können wir auch künftig mit Mitte 50 in Pension gehen. Auch die Reinungskräfte werden begeistert sein, denn durch die Einführung von Studiengebühren wird ihr Lohn nämlich bestimmt mindestens verdoppelt werden. Das Erschreckende an diesem Kommentar ist aber noch nicht der Inhalt alleine, sondern dass der Autor angeblich auch noch VWL lehrt. Und da wundert sich dann noch jemand, warum Österreich im Wissenschaftsbereich im internationalen Vergleich immer schlechter wird...
Lustiger geht's kaum noch. Die SPÖ erhöht überall die Gebühren, v.a. und sehr gerne in Wien, lässt den Staat überall den Leuten in die Tasche greifen, v.a. bei der sogenannten Mittelschicht, wehrt sich gegen die sogenannten Reichen und dann das: Studiengebühren, die v.a. sozial stärkere Schichten treffen würden, werden ausgerechnet von der SPÖ abgelehnt!
Wenn die SPÖ glaubhaft wäre, würde sie endlich einsehen, dass 1. soziale Bildungs-Selektion in Österreich in der Schule passiert und 2. Studiengebühren v.a. Leute aus mittleren und oberen Einkommensschichten - der Eltern - treffen.
Warum die SPÖ also gegen Studiengebühren ist, weiss sie wohl selber nicht. Der ÖVP rate ich daher gegen Gebühren zu sein, vielleicht ist die SPÖ dann dafür!
sie verbreiten hier schon wieder einen schwachsinn.
studiengebühren treffen nicht die sozial stärkeren schichten.
selbst beim besten stipendiensystem werden sie leute finden, die durch den rost fallen. mal abgesehen davon, dass die prüfung und verwaltung des ganzen ein vermögen kostet, und solange landwirte bis 600.000 euro jahresumsatz nur E/A-rechnen müssen lachhaft erscheint (25% der jetztigen stipendien gehen aus einkommensgründen an kinder der landwirte).
und jetzt überlegen wir mal
wenn sie 100 euro haben, und ich 1000 euro, und wir beide 50 euro studiengebühren zahlen, wen trifft es relativ gesehen mehr, sie, oder micht?
offenbar wird in der polak nicht mal mehr grundrechnen unterrichtet. ist wohl durch ideologie ersetzt worden...
Es ist aber auch nix Neues, dass primaer Bauernkinder und Kinder von Selbstaendigen mit gutem Steuerberate Stipendien kriegen. Keine Ahnung, warum das keiner korrigieren will.
Was die Verwaltung betrifft, ist das gesamte System schon laengst auf Studiengebuehren umgestellt. Unis haben Studien- und Studentenmanagementsoftware, die das meiste automatisch erledigt.
Und ich seh nochimmer nicht ein, warum wir mit unseren Steuern Studenten vom reichen noerdlichen Nachbarn ausbilden sollen, die aber nichts dafuer zahlen. Ausser dass sie die Mietpreise fuer unsere Studenten hochtreiben.
Selbst die Mehrheit der Studenten ist mittlerweile fuer Gebuehren, weil halt Realitaet an den Unis anders aussieht als sie die SPOE gerne haette.
soso, sie selbsternannte studentenvertreterin, da wird ihnen der großteil der studierenden aber das gegenteil betonen.
es ist ungeheurerlich, wie wenig politische moral menschen wie sie besitzen.
da wird behauptet der großteil, die mehrheit will das und das und das. Oder auch: Es wäre besser für diese Personengruppe, weil...
Sie müssen mal verstehen, dass die Leute gerne selbst ihre meinung vertreten möchten, und dass das was sie den leuten da in den mund legen teilweise genau das gegenteil aussagt.
welcher gesinnung sind sie eigentlich?
Die SP hofiert hiermit einen kleinen Teil ihres Klientels, die Studierenden, so glaubt sie zumindestens, während ihr die eigentliche Sache, nämlich die Bildung bzw. Wissenschaft, die wichtigste Investition in die Zukunft Österreichs, ziemlich egal ist; die wird halt geopfert für ... wofür eigentlich? In dieser Falle ist die VP übrigens ebenso verhaftet, bloß halt bei anderen Themen.
Sorry, die SPÖVP agiert vielfach ebenso populistisch wie die FP, bloß sind die Themen andere.
PS/ Sinnvolle und erfolgreiche Modelle zu Studienfinanzierung gibt es genügend; sind halt nur mit einigem Mut und Überzeugungsarbeit umzusetzen; und an diesem Mut und an dieser Überzeugungsarbeit fehlt es halt massiv.
Österreich wird zurzeit verwaltet, nicht regiert.
Die USA haben bekanntlich das von unseren Neoliberalen so heiß herbeigesehnte und hochgelobte Studiengebührensystem. Als ein New Yorker Journalist eine Occupy-Demo besuchte, traf er dort auf mehrere StudentInnen. Er fragte einen Studenten, wieviel Schulden er habe. Antwort: 25.000 Dollar. Dann fragte er eine 22-jährige, gut aussehende Studentin, wieviel Schulden sie habe. Antwort: 100.000 Dollar. Die StudentInnen gaben zu verstehen, dass sie nicht wüssten, wie sie ihre Schulden zurückzuzahlen imstande sein würden... Der gescheite Herr Rosner wird ihnen sicher helfen können ..........
Ich weine schon vor Rührung, wieviel Mitleid die Neoliberalen mit der von Studenten ausgebeuteten Bevölkerung haben. - Es bleibt sicher nicht bei 400 € pro Monat und zweitens hat Österreich beileibe kein flächendeckendes Stipendiensystem. - Die Privatisierung der Bildungskosten ist doch ein Schritt zum neoliberalen Ziel, dass der Staat mit dem Rückzug von der Bildungsfinanzierung eine weitere zentrale soziale Funktion aufgibt, damit erstens die Staatsquote sinkt und zweitens die Hochschulbildung wieder ein Privileg der Reichen wird. - Die Verbissenheit, mit der man in Österreich um jeden Preis Studiengebühren durchsetzen will, zeigt, wie verbissen die Neoliberalen hierzulande ihren Klassenkampf führen.
...weil in Österreich nicht daran gedacht ist ALLEN Studiengebühren abzuverlangen. Wenn Studiengebühren gefordert werden dann immer nur im Zusammenhang mit verbesserten Stipendien.
Warum sie den Kindern reicher Eltern das Gratisstudium finanzieren wollen sollten sie mir erklären!
Die einzigen verbissenen sind die Gegner der Studiengebühren!
ach nein. und ab wann kann man das machen?
ab 500 euro?
ab 1000 euro?
ab 2000 euro?
gerade solche schnepfen wie sie fordern dass menschen die kein einkommen haben gefälligst bluten sollen, aber selbst habens wahrscheinlich die wiener stadtregierung verteufelt, die sich erdreistet nach 17 jahren ohne indexanpassung das wasser geringfügig zu verteuern. scheinheilig nenn ich sowas.
Studiengebühren sind bereits für all jene vorgesehen, die über der Mindeststudienzeit +Toleranzsemester sind. Also wird es ja bereits so gehandhabt, dass sogenannte "Bummelstudenten" (auch wenn großteils arbeitstätig) bezahlen müssen.
Diese ständige Diskussion über Einführung von bereits vorhandenem lenkt von grundlegend wichtigerem ab. Vielleicht will man die Studentensteuern aber auch nur neu/alt einführen, um sie später stetig steigern zu können. Dann sind wir eben in 15-20 Jahren bei 10000 € pro Jahr, unsere Kinder werden es uns danken!
Neoliberale Demagogie reinsten Wassers - solche Leute haben den freien Zugang zum Bildungswesen zerstört und bilden sich auch noch etwas drauf ein. Der Autor dürfte nach dem Bild auf seiner Website so zwischen 50-55 Jahre alt sein (Geburtsdatum ist nicht angemerkt), hat also nach dem "alten" System studiert, ohne Studiengebühren, ohne STEPs... Hätte er auch nach dem Bolognasystem studieren müssen, wer weiß, ob er heute "Associate Professor" wäre.
Ist es neoliberal wenn man für Studiengebühren eintritt und gleichzeitig Gebühren für Kindergarten und Nachmitagsbeteuung kritisiert?
Nun, nach dieser, zugegeben etwas seltsamen Interpretation, bin ich auch neoliberal; hätte ich nicht gedacht.
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