Rumpold und Eurofighter

Einserkastl22. Februar 2012, 18:44
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Was wurde eigentlich aus der Mutter aller mutmaßlichen schwarz-blauen Korruptionsfälle?

Wie geht es eigentlich der Mutter aller mutmaßlichen Korruptionsfälle (der Euro-Fighter-Kauf durch die schwarz-blaue Regierung)? Im Zuge der Telekom-Affäre sagte auch eine Exsekretärin des FPÖ-Lobbyisten-Paares Gernot und Erika Rumpold aus. Sie habe Scheinverträge, Aufträge ohne Leistungsnachweis und gewaltige Bargeldsummen in Banksafes festgestellt. Das betrifft, wie gesagt, die Telekom.

Erinnerlich ist aber, dass das Ehepaar Rumpold bzw. deren Kommunikationsagentur für die Promotion des Eurofighters in Österreich mehr als sechs Millionen Euro bekam. Man hatte gewiss seine Auslagen - die Pressekonferenz um fast 100.000 Euro ist noch in Erinnerung -, aber es wurde nie schlüssig nachgewiesen, was wirklich mit der Riesensumme passiert ist. Die Staatsanwaltschaft stellte im Frühjahr 2011 ein Verfahren gegen die Rumpolds ein (ohne sich die Mühe zu machen, Konten zu öffnen); es hieß dann, unter Umständen könnten die Ermittlungen fortgeführt werden. Was wurde eigentlich daraus?

Der Eurofighter wurde seinerzeit bei einem denkwürdigen Frühstück von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mit Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Verteidigungsminister Herbert Scheibner beschlossen. Grasser hatte sich noch unmittelbar zuvor gegen den Kauf und Scheibner für den schwedischen Gripen ausgesprochen. Aber plötzlich war mit Überschallgeschwindigkeit alles anders ... (DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)

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