Die hochschulpolitischen Zustände rund um das Forschungsinstitut Ista darf man nicht ausblenden: die mittlerweile wie eine chronische Krankheit wirkende Unterfinanzierung der Unis und der Akademie der Wissenschaften
Was war nicht alles versprochen worden, damals Mitte der 2000er-Jahre.
Schwarz-(Blau)-Orange wollte sich eine "Elite-Universität" für Österreich
kaufen. Von Niederösterreich aus sollte der "Leuchtturm der Forschung und
Wissenschaften" erstrahlen, sagte die damalige Wissenschaftsministerin Elisabeth
Gehrer (ÖVP).
2006 wurde das Institute of Science and Technology Austria (Ista) gegründet.
2009 ging das Licht an. Jetzt bekam Ista eine neue fixe Zusage über rund eine
Milliarde Euro bis 2026. Zwei Drittel vom Bund, ein Drittel vom Land
Niederösterreich. Ein Drittel des Bundesbetrags gibt''s noch extra, wenn
Exzellenz und Drittmittel geliefert werden.
Grundlagenforschung ist wichtig. Geld dafür auch. Und am Ista arbeiten
unbestritten exzellente Forscher aus aller Welt. Wer sie holen oder halten will,
muss vorsorgen. Aber die hochschulpolitischen Zustände rund um den Leuchtturm
darf man nicht ausblenden: Hier ein zweifellos ambitioniertes Forschungsinstitut
auf Top-Niveau abgesichert, dort die mittlerweile wie eine chronische Krankheit
wirkende Unterfinanzierung der Unis und der Akademie der Wissenschaften (die
"Altlasten" mitschleppen und viel weniger Spielraum haben) - das passt nicht
zusammen.
So besteht die Gefahr, dass der "Leuchtturm" Ista früher oder später nichts
mehr hat, dem er den Weg leuchten könnte, weil im Gewässer um ihn herum keine
manövrierfähigen Forschungs-Tanker mehr unterwegs sind. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)